Forschung für die Quantenkommunikation Lehrstuhl für die Entwicklung des Quanten-Internets

Quelle: Pressemitteilung Constructor University 4 min Lesedauer

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Die Universität Genf (Unige) und die Constructor University bekommen einen gemeinsamen Lehrstuhls für Quantenkommunikation. Der Lehrstuhl wird Teil des Genfer Quantenzentrums und soll die Position der Schweiz als wichtiger Knotenpunkt in der Quantenwissenschaft und -technologie ausbauen.

Seit 2015 gehört die Quantenkommunikation auch zum integralen Bestandteil eines Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung zur IT-Sicherheitsforschung (Qunet). (Bild:  QUnet)
Seit 2015 gehört die Quantenkommunikation auch zum integralen Bestandteil eines Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung zur IT-Sicherheitsforschung (Qunet).
(Bild: QUnet)

Der Lehrstuhl für Quantenkommunikation wird in Genf eingerichtet und ist das Ergebnis einer Vereinbarung, die dort bereits am 30. November 2022 unterzeichnet wurde. Er soll an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung in diesem Spitzenbereich der Quantenphysik angesiedelt sein.

Brücken zu schlagen zwischen Forschung, Inkubation, Industrie und Lehre: Das ist das Ziel des Lehrstuhls, der von Professor Wolfgang Tittel geleitet wird. Der Lehrstuhl, der aus einer Partnerschaft zwischen der Universität Genf und der Constructor University - einem privaten, gemeinnützigen Institut - hervorgegangen ist, wird sich auf Quanteninformationstechnologien wie Datenübertragung, Quantenspeicher und Kryptografie konzentrieren. Er wird auch an der Entwicklung von hochempfindlichen Quantensensoren arbeiten.

Dr. Serg Bell, Gründer der Constructor University und Vorsitzender des Verwaltungsrats, kommentiert: „Die Partnerschaft mit der Unige ist der erste Schritt zum Aufbau des globalen Instituts für fortgeschrittene Studien an der Constructor University. Wir laden andere Universitäten, Institutionen und einzelne Professuren auf der ganzen Welt ein, an der Lösung der dringlichsten globalen Herausforderungen von heute mitzuarbeiten. Die Constructor University hat sich für den Standort Genf entschieden, um ihre Quantenforschung weiterzuentwickeln, da Genf mit dem Genfer Quantenzentrum (GQC) der Unige als Hauptakteur bereits ein Zentrum für Quantenwissenschaft und -technologie in der Schweiz ist.“

So ist die Einrichtung dieses Lehrstuhls ist der erste Schritt in dieser Zusammenarbeit, zu der sich die Genfer Uni und die Constructor University für einen Zeitraum von zehn Jahren verpflichtet haben. Die Unige und die Constructor University planen, in den kommenden Jahren weitere spezifische Lehrstühle für Quantenphysik einzurichten.

Der neue Lehrstuhl hat seinen Sitz an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Genf. Die Constructor University übernimmt aber 50 Prozent der Betriebskosten. Siestellt zudem eine Anfangsinvestition von 1,5 Millionen Schweizer Franken bereit, um ein neues Labor für diese Forschung zu finanzieren.

Über die Constructor University

Die Constructor Group ist eine globale Institution, die sich der Schaffung von Wissen durch Wissenschaft, Bildung und Technologie verschrieben hat. Ein integriertes, selbsttragendes Ökosystem konzentriert sich auf die fünf grundlegenden technologischen Anforderungen, die zur Lösung der aktuellen Herausforderungen der Welt beitragen sollen: General Intelligence, Quantentechnologie, intelligente Werkstoffe, Hybrid Reality und Life Engineering.

Das Wissensökosystem kombiniert ein Bildungsangebot, das den gesamten Lernzyklus abdeckt, von K-12 bis zu postgradualen Programmen und Kursen für Führungskräfte, effiziente Forschungskapazitäten und kommerzielle Aktivitäten für technologischen Durchbrüche. Es schließt die Constructor University ein, eine gemeinnützige, forschungsorientierte Privatuniversität mit Sitz in Bremen und einem Institut in Schaffhausen.

Die Constructor University konzentriert sich auf acht Forschungsbereiche, darunter Quantentechnologie, Software-Engineering, Cyber-Schutz und Robotik. Sie wurde 2019 gegründet und verfügt bereits über ein umfangreiches Netzwerk von Partnern aus der Industrie und dem akademischen Bereich. Ihr Ziel ist es, ein einzigartiges Ökosystem zu schaffen, in dem die weltweit führenden Experten für Informatik, Physik und Wirtschaft

zusammenkommen, um innovative Lösungen für globale Herausforderungen zu finden.

Die Vermarktung

Mehrere Unternehmen vermarkten die technologischen Innovationen: Alemira und Constructor Learning konzentrieren sich auf fortschrittliche Lösungen in den Bereichen Bildungstechnologie, Weiterbildung und Beratungsdienste. Rolos bietet eine Plattform zur Steigerung der Forschungsproduktivität und entwickelt MI für Robotik und fahrerlose Mobilität. Capital und Start Garden stärken das Ökosystem durch das Angebot von Finanzierungs- und Inkubationskapazitäten für Start-ups.

Die Constructor-Gruppe wird von ihrem Gründer, dem Technologieunternehmer, Investor und Förderer von weltweiten Wissenschafts- und Bildungsprojekten Dr. Serg Bell geleitet. (Bild:  Constructor University)
Die Constructor-Gruppe wird von ihrem Gründer, dem Technologieunternehmer, Investor und Förderer von weltweiten Wissenschafts- und Bildungsprojekten Dr. Serg Bell geleitet.
(Bild: Constructor University)

Geleitet wird die Constructor-Gruppe von ihrem Gründer Serg Bell. Dieser hat zwei Dutzend globale IT-Firmen, eine Reihe von Risikofonds und mehrere Wissenschafts- und Bildungszentren gegründet, darunter Acronis, Parallels, Virtuozzo, Acumatica, Webpros, Runa Capital und Terra. V.C.

Außerdem engagiert er sich auf verschiedene Weise für die Entwicklung von Wissenschaft und Bildung rund um den Globus, einschließlich Philanthropie. Serg Bell hat einen B.S. in Physik, einen M.S. (Hons) in Physik und Elektrotechnik und einen Ph.D. in Computerwissenschaften. Er hat bereits über 350 Patente (USPTO) mit einem H-Index von 43 angemeldet.

Geteiltes Fachwissen

Die Forschung auf dem Gebiet der Quantenphysik an der Unige hat in der Vergangenheit bereits zu zahlreichen technologischen Innovationen wie Computern, Mobiltelefonen und Satellitennavigation geführt. Dieser Forschungsbereich treibt nun eine zweite Revolution voran, insbesondere im Bereich der Information:

Forscher nutzen derzeit die Eigenschaften der Quantenphysik, um Telekommunikationsnetze zu entwickeln, die eine hochsichere Datenübertragung ermöglichen. Dieselben Eigenschaften werden auch für die Entwicklung von Detektoren für Lichtteilchen (Photonen) genutzt, die eine noch nie dagewesene Empfindlichkeit aufweisen.

Nach angaben der Partner ist die Unige weltweit führend auf diesem Gebiet und die erste Einrichtung, die Quantenkommunikation außerhalb der geschützten Umgebung des Labors unter Verwendung von Glasfasern durchgeführt hat. Sie hat auch die Gründung des größten privaten Unternehmens auf diesem Gebiet ermöglicht: ID Quantique. Das Unternehmen ist im Bereich der Kryptografie tätig und wurde von den Physikern Nicolas Gisin, Hugo Zbinden und Grégoire Ribordy gegründet.

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