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Zum Teil ausgestattet mit den klassischen Finanz-, Controlling- und Logistik-Modulen in SAP, brauchte es eine Lösung, die diese spezielle Konstellation in den betriebswirtschaftlichen Prozessen und für die internen Verrechnungspreise abbildete. Hieraus entwickelten IMS-IT-Experten mit Unterstützung des langjährigen, auf Controlling-Prozesse spezialisierten Implementierungspartners Plaut das Modell „White Upholstery“, das nach Standardkosten funktioniert. Der Name steht als Chiffre für das „blanko“ Grundmodell eines Polstermöbels, eines so genannten Halbzeugs.
Der kleinste gemeinsame Nenner
Aktuell sind bei IMS „all in all“ 300.000 bis 350.000 eindeutige Materialnummern vorhanden. Nehmen wir an, ein Sofa besteht aus einem 2-Sitzer mit Ecke, einem 1-Sitzer und einer Récamiere. Was für den Kunden wie „ein“ Sofa aussieht, hat für IMS drei Materialnummern. Dazu kommen noch Optionen wie Kopfstützen, Füße, Stoffarten etc. Das neu eingeführte Sofa-Grundmodell setzt hier buchhalterisch an, bündelt den Basisstock der Materialnummern und hinterlegt einen Standardpreis – als kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Produktion und Vertrieb.
Der festgesetzte Standardpreis für das „White Upholstery“ ist ein konstanter Transferpreis. Die Variantenkonfiguration kommt dann bei der weiteren Auftragserfassung hinzu. Muss jetzt der gewünschte Stoff gewählt werden, findet der Disponent ihn in einer vom Vertrieb erstellten Vertriebsstückliste, in der die Mengen festgelegt sind. Über die Funktion Konditionen im SAP-Modul SD (Vertrieb / Sales and Distribution) ist für den Stoff ein Einheitspreis hinterlegt – ebenfalls ein Standardpreis.
Den Deckungsbeitrag im Blick
Eine Herausforderung bei der Modell-Entwicklung blieb die vernünftige Darstellung in SAP CO-PA (Ergebnis- und Marktsegmentrechnung / Controlling and Profitability Analysis). Die Lösung hier: Der auf Basis der Vertriebsstückliste eingebaute Stoffzuschlag sorgt für Aussagekraft mit Blick auf den zu erwartenden Deckungsbeitrag.
Im Zuge des Monatsabschlusses erfolgt dann mithilfe des Delta-Analyse-Tools in der SAP-Anwendungsfunktion Material-Ledger ein Soll-Ist-Vergleich, bei dem der angesetzte Standardpreis mit dem Ist-Preis verglichen wird – zum Beispiel mit Blick auf die Wechselkursdifferenz. Das mehrschichtige Tool vermag die Materialien bis herunter zum Kundenauftrag aufzusplitten und ist auf allen Ebenen aussagekräftig. Alle Informationen fließen an das SAP CO-PA und das SAP BW (Business Information Warehouse) und werden Bestandteil sämtlicher Reports. Somit lässt sich kontrollieren, ob Rohmaterialpreise aus dem Ruder laufen oder ob der gesetzte Standardpreis der Realität entspricht.
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