„State of AI in the Semiconductor Industry 2025 - 2026“ KI in der Halbleiterindustrie ist weit verbreitet, aber durch feste Strukturen gefesselt

Quelle: Pressemitteilung HTEC 2 min Lesedauer

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Einigkeit im Management reicht nicht aus, wenn unklar bleibt, wer KI-Initiativen steuert, priorisiert und personell absichert. Das eigentliche Dilemma liegt vor allem in fehlenden Verantwortlichkeiten.

Die Halbleiterindustrie verfolgt bei Edge-KI besonders häufig eigene Entwicklungsansätze. Gerade das verschärft jedoch den Bedarf an klarer Governance, Spezialwissen und abgestimmten Investitionen.(Bild: ©  Zamrznuti tonovi - stock.adobe.com)
Die Halbleiterindustrie verfolgt bei Edge-KI besonders häufig eigene Entwicklungsansätze. Gerade das verschärft jedoch den Bedarf an klarer Governance, Spezialwissen und abgestimmten Investitionen.
(Bild: © Zamrznuti tonovi - stock.adobe.com)

Der Entwicklungs- und Engineering-Dienstleister HTEC hat 250 C-Level-Führungskräfte aus der weltweiten Halbleiterindustrie zu KI-Adoption, Edge-Strategien und organisatorischer Bereitschaft befragt. Die Ergebnisse des „State of AI in the Semiconductor Industry 2025-2026" zeichnen das Bild einer Branche, die die Experimentierphase hinter sich gelassen hat, bei der Skalierung aber noch erhebliche Lücken aufweist.

43,6 Prozent der befragten Unternehmen haben KI bereits über mehrere Funktionsbereiche hinweg eingebettet, nur ein einziges der 250 befragten Unternehmen stuft das Thema derzeit als keine Priorität ein. Mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte gab an, dass sie aktuell im Adoptionsstadium sind: mit isolierten Anwendungsfällen, laufenden Pilotprojekten oder Deployments, die auf einzelne Bereiche beschränkt sind. Nur 27,4 Prozent der Befragten sind überzeugt, KI schnell adoptieren und skalieren zu können.

KI-Integration scheitert an unklaren Zuständigkeiten

Die Studie deckt dabei ein strukturelles Paradox auf: 88,8 Prozent der Führungskräfte berichten von starker oder vollständiger Übereinstimmung im Management darüber, wie KI-Transformation angegangen werden soll. Gleichzeitig nennt der Großteil der Befragten (42,8 Prozent) fehlende Executive-Abstimmung als die größte Barriere für eine tiefere KI-Integration.

Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch liegt in der Unterscheidung zwischen strategischer Einigkeit und operativer Koordination. Einigkeit darüber, dass KI wichtig ist, übersetzt sich nicht automatisch in Klarheit darüber, wer konkrete Initiativen verantwortet, welche Investitionen priorisiert werden und wie mit eventuellen Konflikten umgegangen wird.

Für Deutschland fällt dieser Befund besonders deutlich aus: Deutsche Halbleiterunternehmen priorisieren Cross-functional Alignment (also eine abteilungsübergreifende Abstimmung) mit 51,2 Prozent stärker als jede andere Maßnahme.

Edge-KI: hohes Vertrauen, einzigartiger Ansatz

Im Bereich Edge-KI zeigt die Halbleiterindustrie außergewöhnlich hohes Selbstvertrauen: 96 Prozent der Befragten geben an, entsprechende Technologien erfolgreich einsetzen zu können. Das ist kein Zufall, denn in Fertigungs-, Montage- und Testumgebungen, wo Millisekunden über Ausbeute (Yield) und Anlagenauslastung entscheiden, ist lokale Inferenz eine betriebliche Notwendigkeit.

Die bevorzugte Integrationsstrategie: Als einzige der sechs in der Gesamtstudie untersuchten Branchen setzt die Halbleiterindustrie beim Edge-to-Cloud-Ansatz primär auf eigene Entwicklung (60,3 Prozent), noch vor der Nutzung von Drittanbieter-Plattformen (58,5 Prozent) und strategischen Partnerschaften (55,8 Prozent). Hintergrund sind proprietäre Toolchains, IP-Schutzanforderungen und hochspezialisierte Fertigungssysteme.

Fachkräftemangel in den Bereichen Cybersecurity und Datenschutz

Alle befragten Halbleiterunternehmen melden Lücken bei technischen Fachkräften. Am häufigsten genannt werden Cybersecurity und Datenschutz sowie KI/ML-Expertise (je 41,6 Prozent) und Data Engineering und Analytics (39,2 Prozent). Die Konsequenzen sind messbar: 46,4 Prozent berichten von Margendruck, 42,8 Prozent von gebremster Innovationsfähigkeit, 40,8 Prozent von höheren Kosten.

Die Studie macht außerdem den zeitlichen Druck sichtbar: Unternehmen schätzen, dass ein Verzicht auf KI- und Edge-Initiativen sie im Schnitt 1,77 Jahre an Wettbewerbsfähigkeit kosten könnte. Doch auch die die geplanten 'Execution-Zeitfenster' für kritische Initiativen, von digitaler Transformation bis zur Entwicklung KI-basierter Erlösquellen, liegen ebenfalls bei durchschnittlich 1,5 bis 1,6 Jahren.

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