15.000 müssen gehen Intel entlässt

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Intel streicht - rund 15.000 Arbeitsplätze, etwa 15 Prozent seiner Belegschaft. Jedenfalls hat der Chef Pat Gelsinger das seiner Belegschaft mitgeteilt. Der Grund: „Kosten sind zu hoch, die Margen zu niedrig.“ Insgesamt will er zum kommenden Jahr mehr als zehn Milliarden Dollar einsparen.

Intel kämpft mithilfe von Stellenabbau gegen gieringe Margen und zu hohe Kosten.(Bild:  Intel)
Intel kämpft mithilfe von Stellenabbau gegen gieringe Margen und zu hohe Kosten.
(Bild: Intel)

Die Börse hat die Ankündigung gar nicht positiv aufgenommen: An der Wall Street stürzte die Intel-Aktie zum Auftakt des Handels am heutigen Freitag zeitweise um fast 30 Prozent ab. Nach Daten des Finanzdienstes Bloomberg war es der schlimmste Einbruch für das Papier seit mehr als 40 Jahren.

Die Zahen wollen nicht besser werden.(Bild:  Intel, 1.8.2024)
Die Zahen wollen nicht besser werden.
(Bild: Intel, 1.8.2024)

Kein Wunder also, dass man sich hierzulande bereits Sorgen macht, was denn mit der geplanten Chip-Fabrik in Magdeburg werden soll. Zwar betont Gelsinger, dass Intel an der Strategie „IDM 2.0“ (Integrated Device Manufacturing 2.0) zum Ausbau der Fertigungskapazitäten festhalten wolle. Zu den konkreten Investitionsvorhaben in Deutschland, Frankreich und Italien hat der Konzernchef jedoch kein Wort verloren. Allerdings hat er in Aussicht gestellt, dass Intel die Investitionen stärker an die Nachfrage anpassen wolle.

Die Landesregierung in Magdeburg zeigt sich dennoch zuversichtlich. „Nach Auskunft von Intel ändert sich für den Standort Magdeburg in der Planung nichts“, sagt Matthias Schuppe, Regierungssprecher von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der Deutschen Presse-Agentur.

Die Strategie

Die Job-Kürzungen könnten sogar noch höher ausfallen, als von Gelsinger in der Mail an die Belegschaft angekündigt: In einer Pressemitteilung ist von „mehr als“ 15 Prozent die Rede, was den Abbau angeht. Die Zahl der Mitarbeiter gibt Intel mit 116.500 beim Unternehmen selbst an und gut 125.000 im Konzern samt Tochterunternehmen.

Der Verlauf(Bild:  Intel, 1. 8. 2024)
Der Verlauf
(Bild: Intel, 1. 8. 2024)

Zu Gelsingers Strategie für das Überleben von Intel gehört, stärker zum Auftragsfertiger für andere Chip-Entwickler zu werden. Dabei soll der Konzern modernste Produktionsverfahren meistern, um im Wettbewerb gegen etablierte Produzenten wie TSMC aus Taiwan zu bestehen. Zugleich positionierte Gelsinger seinen Konzern geschickt als Schlüsselelement der Pläne, wieder mehr Chip-Produktion aus Asien in den Westen zurückzuholen.

Teil dieser Pläne ist eben auch der Bau eines rund 30 Milliarden Euro teuren Werks in Magdeburg, in dem nach früheren Angaben die modernsten Produktionsverfahren zum Einsatz kommen sollen. Intel wartet noch auf Genehmigungen unter anderem für die Milliardensubventionen, die die Kosten abfedern sollen. Der erste Spatenstich ist bisher bis Ende des Jahres angepeilt - mit einem Produktionsbeginn ab 2027.

Intel setzt auf eine Zukunft als Auftragsfertiger.(Bild:  Intel, 1.8.2024)
Intel setzt auf eine Zukunft als Auftragsfertiger.
(Bild: Intel, 1.8.2024)

Laut Gelsinger bleibt die Auftragsfertiger-Strategie grundsätzlich bestehen. Bis es jedoch feste Bestellungen gibt, werde Intel darauf achten, nicht zu hohe Kapazitäten aufzubauen. Man habe auch Investitionspläne an die nun erwartete Marktentwicklung angepasst, sagte der Intel-Chef ohne nähere Details. Der Konzern wolle zugleich schneller die Früchte der hohen Investitionen ernten. Intel will auch in den USA neue Fabriken bauen und dafür Milliarden an Förderung einstreichen.

Zu Intels Sparprogramm gehört nun auch, vom vierten Quartal an vorerst keine Dividende mehr zu zahlen. Die Kapitalausgaben sollen nun 20 Prozent niedriger als ursprünglich angepeilt sein. „Unser Ziel ist es, im Laufe der Zeit wieder eine wettbewerbsfähige Dividende zu zahlen“, erläuterte der Intel-Chef. "Aber im Augenblick konzentrieren wir uns auf unsere Bilanz und den Schuldenabbau."

Der Ausblick auf die die geplanten Kosteneinsparungen(Bild:  Intel 1. 8. 2024)
Der Ausblick auf die die geplanten Kosteneinsparungen
(Bild: Intel 1. 8. 2024)

Gelsinger hat in der E-Mail an die Mitarbeiter wohl recht dramatisch geklungen. Intels Kostenstruktur sei „nicht wettbewerbsfähig“, schrieb er unter anderem. „Unsere Kosten sind zu hoch, unsere Margen sind zu niedrig.“ Der Umsatz sei im vergangenen Jahr 24 Milliarden Dollar niedriger gewesen als 2020 - aber die Mitarbeiterzahl zehn Prozent höher. Entscheidungen dauerten zu lange und es gebe zu viele Reibungsverluste im System.

Im vergangenen Quartal verbuchte Intel einen Verlust von gut 1,6 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 1,48 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor (siehe: „Intel Reports Second-Quarter 2024 Financial Results; Announces $10 Billion Cost Reduction Plan to Increase Efficiency and Market Competitiveness“. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um ein Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar (11,9 Milliarden Euro) und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten.

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