Das „Blue Future“-Technologiegebiet Fläche für Hyperscale-Rechenzentrum in Eisenach

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In Eisenach prüft die die Stadt eine 86 Hektar Fläche für ein Hyperscale-Rechenzentrum. Das Vorhaben steht noch am Anfang; genannt werden Leistungsbedarfe von bis zu 300 Megavoltampere (MVA).

Im September 2024 unterzeichneten der Landrat (links: Landrat Henry Graichen) und der Geschäftsführer der FAB (rechte: Falk Bräuner) die Kooperationspartnerschaft für das „Blue Projectt“.(Bild:  Stadt Eisenach)
Im September 2024 unterzeichneten der Landrat (links: Landrat Henry Graichen) und der Geschäftsführer der FAB (rechte: Falk Bräuner) die Kooperationspartnerschaft für das „Blue Projectt“.
(Bild: Stadt Eisenach)

In Eisenach plant die Kommune die Entwicklung eines Industriegebiets zwischen den Ortsteilen Stockhausen und Hötzelsroda. Das mit „Blue Futur“ bezeichnete Gebiet umfasst rund 86 Hektar und befindet sich in einer vorbereitenden Konzeptphase, noch ohne eingeleitetes Bauleitplanverfahren.

Über die weitere Entwicklung entscheidet der Stadtrat. Erst nach einem entsprechenden Beschluss können ein Bebauungsplan sowie ein städtebaulicher Vertrag erarbeitet werden. Ein konkreter Investor oder Betreiber steht bislang nicht fest.

Flächenentwickler und Rolle der Kommune

Die FAB Gesellschaft für Gebietsentwicklung und Infrastrukturdienstleistungen aus Leipzig übernimmt die Rolle des Flächenentwicklers. Das Unternehmen sichert Grundstücke, schafft Baurecht und vermarktet das Areal anschließend an Investoren.

Die Kommune behält die Planungshoheit und verantwortet die formalen Entscheidungen im Bauleitverfahren. Dieses Modell verlagert operative Aufgaben wie Gutachten, Erschließung und Teilkosten auf den Entwickler, während die Stadt die strategischen Rahmenbedingungen definiert. Bei den Flächen handelt es sich um derzeit überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen mit mehreren Dutzend Flurstücken, deren Erwerb individuell verhandelt werden müsste.

Größe, Ausbaupfad und Stromversorgung

Das Konzept orientiert sich an Hyperscale-Architekturen, hier gemeint als modular aufzubauende Rechenzentren, die schrittweise erweitert werden können und auf standardisierte Bau- und Betriebseinheiten setzen. Vorgesehen sind Gebäudehöhen von bis zu 22 Metern.

In der Nähe des Areals befindet sich ein Umspannwerk, das perspektivisch hohe Anschlussleistungen ermöglicht. Für das Projekt werden Leistungsbedarfe von bis zu 300 Megavoltampere (MVA) genannt. Diese Scheinleistung beschreibt die im Stromnetz bereitgestellte Gesamtleistung inklusive Blindleistung; die tatsächlich nutzbare Wirkleistung liegt darunter und hängt vom Leistungsfaktor der Anlage ab.

Das Entwicklungskonzept sieht einen Ausbau in Etappen vor. Vergleichbare Referenzprojekte des Entwicklers erreichen IT-Leistungen von bis zu 200 Megawatt bei modularer Erweiterung.

Geplant sind redundante Stromversorgungen, eine eigene Umspanninfrastruktur sowie mehrstufige Kühlsysteme. Je nach technologischem Ansatz kommen Luft-, Flüssigkeits- oder hybride Kühlverfahren zum Einsatz. Ergänzend werden Konzepte zur Nutzung von Abwärme sowie geschlossene Wasserkreisläufe berücksichtigt.

Referenzprojekt „DC01UK“

Die Stadtveraltung Eisenach nennt das „DC01UK“ als Refernzprojekt: Die Fläche des Rechenzentrum-Campus in Hertfordshire im Vereinigten Königreich ist ähnlich groß. Dort sind Investitionen im Milliardenbereich sowie Anschlussleistungen von bis zu 400 Megavoltampere vorgesehen.

Wirtschaft, Region und Bevölkerung...

Für den Betrieb des Standorts werden bis zu 150 direkte Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Zusätzliche Beschäftigungen können entlang der Lieferketten sowie durch externe Dienstleister entstehen.

Das Projekt fügt sich in die strategische Ausrichtung der Stadt ein, industrielle Wertschöpfung auszubauen und digitale Infrastruktur als Standortfaktor zu nutzen. Bei erfolgreicher Vermarktung sind zusätzliche Mittel über eine Stiftung für regionale Projekte vorgesehen.

... und die nächsten Schritte im Planungsprozess

Derzeit befindet sich das Vorhaben in einer frühen Entwicklungsphase. Die Einleitung eines Bauleitverfahrens erfolgt erst nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtrats.

Im weiteren Verlauf schließen sich Umweltprüfungen, Gutachten etwa zu Lärmemissionen sowie die gesetzlich vorgesehene Beteiligung der Öffentlichkeit an. Erst danach entsteht eine belastbare Grundlage für eine mögliche Realisierung.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:50794038)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung