Ein Haus für das EuroHPC-Projekt Jupiter Eviden liefert modulares Rechenzentrum für ersten Exascale- Supercomputer in der EU

Quelle: Pressemitteilung Eviden 4 min Lesedauer

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Eviden hat den Zuschlg für den Bau eines modularen Rechenzentrums erhalten, das im Forschungszentrum Jülich den ersten Exasclae-Supercomputer „Jupiter" beherbergen soll. Der Vertragsabschluss folgt auf die Ankündigung, wonach Eviden das Konsortium zur Herstellung des Jupiter-Systems leiten wird.

Es geht um 50 vorgefertigte und austauschbare Modulen, die auf einer Fläche von 2.300 Quadratmetern zu einem schlüsselfertigen Rechenzentrum werden sollen. (Bild:  Eviden)
Es geht um 50 vorgefertigte und austauschbare Modulen, die auf einer Fläche von 2.300 Quadratmetern zu einem schlüsselfertigen Rechenzentrum werden sollen.
(Bild: Eviden)

Nach eigenen Angaben wird Eviden, ein Tochterunternehmen von Atos, auf der Basis eines dedizierten Konzepts mit einer Reihe von circa 50 vorgefertigten und austauschbaren Modulen auf einer Fläche von 2.300 Quadratmetern ein schlüsselfertiges Rechenzentrum konzipieren. Die Module umfassen 20 IT-, 15 Stromversorgungs- und zehn Logistikcontainer, etwa Lobby, Werkstatt und Lager.

Von der Modularität versprechen sich Erbauen und Kunde langfristig Flexibilität und Agilität. Die Bestandteile sollen eine reibungslose Aktualisierung sowie den Austausch einzelner Module unabhängig vom Rest des Systems ermöglichen.

Die Verabredung zu Höchstleistungen

Im Oktober des vergangenen Jahres hatte EuroHPC einen Vertrag mit einem deutsch-französischen Konsortium geschlossen, das den modularen Supercomputer „Jupiter“ bauen soll. Dieses besteht aus Eviden und Partec und dem Jülich Supercomputing Center, das den europäischen Exascale-Computer betreiben soll. Das Gesamtprojekt kostet rund 500 Millionen Euro.

Unter Verwendung von Grafikprozessoren und CPUs von Nvidia und Sipearl Soll der Copmuter in der Lage sein, die Schwelle von einer Billion Berechnungen pro Sekunde zu überschreiten. Durch das Erreichen einer herausragenden Rechenleistung bei gleichzeitigem vergleichsweise niedrigem Energieverbrauchs oll das System Durchbrüche in kritischen Bereichen ermöglichen und gleichzeitig die Innovation in der gesamten europäischen Wissenschaftsgemeinschaft fördern.

Jupiter wird für die anspruchsvollsten Simulationen und rechenintensiven KI-Anwendungen in Wissenschaft und Industrie ausgelegt sein. Zu den Anwendungen gehören das Training großer Basismodelle für generative KI, Simulationen für die Entwicklung fortschrittlicher Materialien, die Erstellung digitaler Zwillinge des menschlichen Herzens oder Gehirns für medizinische Zwecke, die Validierung von Quantencomputern und hochauflösende Klimasimulationen, die das gesamte Erdsystem umfassen.

Das steckt drin

Jupiter basiert auf der direkt flüssigkeitsgekühlten „Bull Sequana XH3000“-Architektur von Eviden und wird die dreifache Rechenleistung des derzeit leistungsstärksten europäischen Supercomputers haben und die Leistung von 10 Millionen modernen Desktop-Computern bieten. Das Gesamtsystem wird die Fläche von etwa 4 Tennisplätzen beanspruchen und über 260 Kilometer Hochleistungskabel verwenden, so dass es über 2.000 Terabyte pro Sekunde bewegen kann, was 11.800 vollständigen Kopien von Wikipedia pro Sekunde entspricht.

Er wird aus zwei Teilen bestehen: einem hoch skalierbaren, GPU-beschleunigten Booster-Modul und einem Allzweck-Cluster-Modul mit Prozessoren mit hoher Speicherbandbreite. Das Booster-Modul wird die Nvidia-Rechenzentrumstechnik nutzen, und das Cluster-Modul auf dem „Sipearl Rhea1“ basieren, dem ersten HPC-spezifischen europäischen Prozessor auf dem Markt.

Im Gegensatz zu derzeitigen Systemen, bei denen die Demontage eines veralteten Systems und die Aufrüstung des Rechenzentrums zur Unterstützung neuer Technologien mehrere Wochen oder Monate dauern und lange Latenzzeiten zur Folge haben kann, könnten bei dem System Module entfernt und es durch eines mit einer aktualisierten IT-Konfiguration ersetzt werden, teilt Eviden mit. Das Gleiche gelte für das Stromversorgungssystem und den logistischen Bereich des modularen Rechenzentrums.

Weitere Vorteile

Dieser Ansatz erlaube eine vollständige End-to-End-HPC-Implementierung mit dreifacher Kostenreduzierung und einer um 50 Prozent verkürzten Lieferzeit im Vergleich der derzeit üblichen Bauweise. Dafür werden im Eviden-Werk in Angers (Frankreich) hergestellten Jupiter-HPC-Racks zusammen mit Kühlung, Stromversorgung, Netzwerken und Verkabelung direkt vor Ort in die jeweiligen Container integriert, bevor sie an den Kunden ausgeliefert werden. Das beschleunigt nicht nur den Installationsprozess erheblich, sondern verringert auch das Risiko von Fehlern, die erst in Jülich entdeckt werden.

Da die Öko-Effizienz eines jeden HPC-Systems zum zentralen Anliegen geworden ist, wird dieses modulare Rechenzentrum nun auch dazu beitragen, den Energieverbrauch zu senken, das Recycling der verwendeten Materialien zu verbessern und die Energie-Effizienz insgesamt zu steigern. Durch die freie Kühlung von Eviden, die in die patentierte direkte Flüssigkeitskühlung des Supercomputers integriert ist, wird die vom Exascale-System erzeugte Wärme auch innerhalb des Forschungszentrums Jülich effizienter wiederverwendet werden können.

Professor Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre, das um Forschungszentrum Jülich gehört, zeigt sich angetan: „Jupiter wird der vielleicht leistungsfähigste KI-Supercomputer der Welt sein!“

(Von links nach rechts:) Professor Dr.Dr. Thomas Lippert, Thomas Theissen, Professor Kristel Michielsen, Professor Astrid Lambrecht, Emmanuel Le Roux und Dr. Martin Matzke bei der Vertrgsunterzeichnung. (Bild:  Eviden)
(Von links nach rechts:) Professor Dr.Dr. Thomas Lippert, Thomas Theissen, Professor Kristel Michielsen, Professor Astrid Lambrecht, Emmanuel Le Roux und Dr. Martin Matzke bei der Vertrgsunterzeichnung.
(Bild: Eviden)

Auch erstellt noch einmal die Vorteile der modularen Bauweise heraus: „Seine modulare Rechnerarchitektur ermöglicht ein besonders hohes Maß an Energie-Effizienz." Denn die enorme Rechenleistung bringe durchaus Anforderungen an die Energieversorgung mit sich, die bisher kein wissenschaftliches Rechenzentrum in Deutschland habe erfüllen können. „Ich freue mich, dass mit dem modularen Rechenzentrum nun sehr schnell eine solche Versorgungsinfrastruktur geschaffen werden kann, die auch die Möglichkeit bietet, die bei der Kühlung entstehende Wärme-Energie für die Beheizung des Jülicher Campus zu nutzen", schließt er.

Über Eviden und Atos

Das Unternehmen Eviden definiert sich als ein Technologieführer der nächsten Generation im Bereich der datengesteuerten, vertrauenswürdigen und nachhaltigen digitalen Transformation mit einem starken Portfolio an patentierten Technologien. Das bezieht sich auf die Bereiche Advanced Computing, Sicherheit, KI, Cloud und digitale Plattformen.

Hier kann das Unternehmen Expertise in mehr als 47 Ländern bieten. Eviden zählt 53.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 5 Milliarden Euro gehört zur Atos-Gruppe.

Auch Atos widmet sein geschäftliches Tun der digitalen Transformation. Der Konzern erwirtschaftet mit 105.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 11 Milliarden Euro, insbesondere in den Bereichen Cyber-Sicherheit, Cloud und High Performance Computing (HPC) bietet die Gruppe in 69 Ländern End-to-End-Angebote für alle Branchen. Zudem setzt sich Atos für eine sichere und dekarbonisierte digitale Welt für seine Kunden ein.

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