Rechenzentrum im Weltraum Erstes Datacenter auf dem Mond: Ist das die Zukunft?

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Jetzt wird es konkret: Noch in diesem Februar installiert das US-Unternehmen Lonestar das erste Rechenzentrum im All. Die Idee klingt innovativ, doch Experten warnen vor hohen Kosten, Reparaturproblemen und Weltraummüll.

Lonestar plant ein Rechenzentrum auf dem Mond. Es ist das erste seiner Art.(Bild:  Artsiom P - stock.adobe.com)
Lonestar plant ein Rechenzentrum auf dem Mond. Es ist das erste seiner Art.
(Bild: Artsiom P - stock.adobe.com)

Das US-Unternehmen Lonestar Data Holding will im Februar 2025 erstmals ein Rechenzentrum auf dem Mond installieren. Die Mission ist Teil eines langfristigen Plans, Dateninfrastruktur im Weltraum aufzubauen. Das Rechenzentrum soll an Bord der Mondlandefähre „Athena“ von Intuitive Machines starten und über ein 8-Terabyte-Speichermodul verfügen.

Lonestar verspricht, dass die Daten dort besonders sicher gelagert sind. Sie seien geschützt vor Naturkatastrophen, geopolitischen Konflikten und Cyber-Angriffen. Kritiker verweisen hingegen auf hohe Kosten, fehlende Reparaturmöglichkeiten und das Risiko eines Fehlstarts.

Langfristig plant Lonestar größere Rechenzentren, sogar unter der Mondoberfläche. Die nächsten Tests sind in den Jahren 2026 und 2027 vorgesehen.

Weltraumschrott als wachsendes Problem

Doch wie nachhaltig ist ein Rechenzentrum auf dem Mond? Während Lonestar auf innovative Speicherlösungen setzt, gibt es auch kritische Stimmen zur Umweltverträglichkeit solcher Vorhaben.

Der Müll im All nimmt stetig zu. Tausende Tonnen Schrott aus kollidierten Satelliten und ausgedienten Raumfahrzeugen umkreisen die Erde. Diese Fragmente stellen nicht nur eine Gefahr für zukünftige Missionen dar, sondern beeinflussen auch die Umwelt auf der Erde. Jährlich stürzen rund 100 Tonnen Weltraumschrott auf unseren Planeten – ein großer Teil davon landet in den Ozeanen und trägt zur Umweltverschmutzung bei.

Energie-Effizienz als Vorteil?

Lonestar hebt hingegen die Energie-Effizienz seines Vorhabens hervor. Bereits 2022 berichtete Future Zone über das Vorhaben von Datacenter im All, die mit Solarenergie betrieben werden könnten – eine klimafreundlichere Alternative zu erdgebundenen Serverfarmen. Eine Machbarkeitsstudie von Thales Alenia Space bestätigt, dass Weltraum-Rechenzentren langfristig eine Energie-effiziente Lösung sein könnten.

Mit welchen Partnern realisiert Lonestar das Vorhaben?

Um Speicherlösungen für das Weltall weiterzuentwickeln, arbeitet Lonestar Data Holdings mit unterschiedlichen Partnern zusammen.

  • Mit Caddis Cloud Solutions will das Unternehmen seine Cloud-Kapazitäten erweitern und eine sichere Dateninfrastruktur schaffen.
  • Die Zusammenarbeit mit National Radio Astronomy Observatory verbindet terrestrische und weltraumbasierte Radio-Astronomie, um neue Anwendungen für Datenverarbeitung und -speicherung zu erschließen.
  • Phison bringt seine Expertise für robuste Speicherlösungen ein, die den Herausforderungen des Weltraums standhalten.

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