Im Rechenzentrum von ICTRoom

Ein modulares Rechenzentrum nach Maß

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Stelzen für das Rechenzentrum

Für Stromversorgung, Kühlung/Klimatisierung und die eigentliche Datenverarbeitung gibt es jeweils separate Module. Sie werden aber nicht in der Fabrik komplett vorgefertigt, wie das viele Wettbewerber versuchen, sondern vor Ort aus vorgefertigten Elementen zusammengebaut. „Komplett präfabrizierte Module führen wegen ihres hohen Gewichts häufig zu Transportproblemen“, erläutert Greefs. „Manchmal müssen dafür sogar Brücken gesperrt werden.“ Derartigen Aufwand erspart sich ICTRoom mit seinem „Integrated Modular Design“.

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Die ICTRoom-Rechenzentren ruhen auf Betonstelzen mit integrierter Bewehrung zur Erdung. Die Pfähle setzen, ähnlich wie die Füße von Offshore-Windanlagen, immer auf solidem Grund und werden genau so lang gefertigt, wie dafür nötig ist.

Hier liegt ein Teil der Individualität jedes Designs. Die solide Grundierung ist gerade in den Niederlanden, wo viel Landfläche altes oder neues Schwemmland ist, teils unter Meereshöhe, besonders wichtig. Genauso wichtig ist eine ausgefeilte Drainage des gesamten Untergrundes, damit auch bei feuchtem Wetter oder Überschwemmung keine Probleme zu befürchten sind.

Hallen ohne Säulen

An den Betonstelzen wird eine aus einem Guss gefertigte Betonplatte befestigt, die anschließend das gesamte Rechenzentrum trägt. Daran verschraubt man das stählerne Gerüst des Gebäudes, in das anschließend die Wandplatten und alle übrigen Gebäudeelemente eingesetzt werden. Daraus resultiert von dem Moment an, da alle Genehmigungen vorliegen, eine relativ kurze Bauzeit. Das neue Rechenzentrum in Geelen etwa war nach nur 129 Tagen betriebsbereit.

Der Ansatz von ICTRoom hat weitere Eigenheiten: So ist die gesamte Rechnerfläche offen, Säulen werden nicht benötigt. Daher müssen die Nutzer ihre Systeme nicht zwangsweise in Reihen einer festgelegten Ausrichtung aufbauen. Unter dem angehobenen Boden befindet sich ein Hohlraum, in dem erstens Kaltluft strömt und zweitens die Stromschienen und –kabel untergebracht sind – selbstverständlich in Strömungsrichtung, um den Luftstrom möglichst nicht zu behindern.

Die Rechner werden so aufgebaut, dass man den Kaltgang einhausen kann. Die Kaltluft strömt zwischen zwei eingehausten Rechnerreihen aus dem Unterboden, dessen Fliesen an den entsprechenden Stellen entfernt werden. Sie fließt direkt an die Vorderseite der Systeme, wird nach hinten wieder herausgepustet und abgesaugt.

Dark Fibre für die Kommunikation

Die Einlasstemperatur beträgt etwa 25 Grad, im Warmbereich werden nicht mehr als etwas über 30 Grad erreicht. 120 Racks finden Platz in der Anlage, jedes 50 Höheneinheiten hoch.

Über jeweils vier separate Dark-Fiber-Stränge, die oberhalb der Racks an die IT-Systeme herangeführt werden, ist die Anlage kommunikationstechnisch mit dem CeGeKa-Rechenzentrum im belgischen Hassels verbunden. Der Grund: Die belgischen Kunden nutzen viele belgische Provider, deren Leitungen sich auf diese Weise in die Niederlande verlängern ließen.

Gekühlt wird mit indirekter Freiluftkühlung. Es bestehen also zwei Luftkreisläufe mit einem Wärmetauscher dazwischen. Bei hohen Temperaturen werden außer dem Wärmetauscher noch adiabatische Kühlmodule in Aktion gesetzt (siehe: Abbildung 7). In ihnen steckt auch ein kleiner Kompressionskühler, der dann arbeitet, wenn die adiabatische Kühlung nicht mehr reicht. Hersteller des gesamten Aggregats ist Denco-Happels, früher GEA.

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger