Das BSI veröffentlicht Tool, Ergebnisse und Verfügbarkeitsklassen für Rechenzentren Die Verfügbarkeit von Rechenzentren lässt sich bewerten
Das Ziel des Projekts „Verfügbarkeitsanalyse der Infrastruktur in Rechenzentren“ (VAIR) war die Entwicklung eines Bewertungssystems zur Analyse von Rechenzentrumsqualität. Die Beteiligten, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die bit GmbH und die Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM) haben nun die Datenerhebung und Analyse abgeschlossen. Der Bericht ist online.
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Von August bis Dezember 2009 konnten Unternehmen und Behörden anonym am Projekt teilnehmen und im Internet einen Fragenkatalog beantworten. Insgesamt wurden dabei 214 Datensätze mit jeweils 76 Indikatoren erfasst.
Die anonym erfassten Daten wurden hinsichtlich der Vollständigkeit und Plausibilität gesichtet, gefiltert und als Grundlage für das Bewertungssystem herangezogen. Die Ergebnisse der Erhebung sollen nun in der Praxis dabei helfen die Verfügbarkeit von Rechenzentren zu verbessern. Dazu Uwe Laude, Projektleiter beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: „Es gibt schon erste Anfragen von Behörden, die unser Bewertungssystem einsetzen möchten, und wir sind überzeugt, dass sich VAIR als Hilfestellung dort bewährt.“
Die vergleichende Analyse und Modellbildung der gefilterten Daten förderten unter anderem neue Erkenntnisse über Ausstattungsmuster real betriebener Rechenzentren zu Tage oder bestätigten alte Annahmen. Dabei stellt sich heraus, dass „aufgrund der Komplexität und der Verzahnung unterschiedlichster Faktoren eine genaue analytische Modellierung und Analyse der Verfügbarkeit eines Rechenzentrums praktisch“ undurchführbar sind.
Prognosen sind nur eingeschränkt machbar

Trotzdem zeigen sich konkrete Ergebnisse und Zusammenhänge. Diese wiederum erlauben in einem zu definierenden Rahmen Prognosen.
Dazu Martin Kappes, Projektleiter an der FH Frankfurt: „Dabei hat sich gezeigt, dass kein Einzelindikator allein eine valide Prognose erlaubt, aber durch komplexere statistische Modelle eine Prognose durchaus möglich ist“, so der Professor. Außerdem zeigte sich, dass nur einige abgefragten Indikatoren für die Verfügbarkeitssicherung bedeutend scheinen.
Andererseits zeigten sich bestimmte Indikatoren als sehr wichtig für die modellgestützte Vorhersage der Verfügbarkeitsklasse. Besonders aussagekräftig waren die Indikatoren
- Trafostation
- Leitungs- und Anlagenbeschriftung
- Temperaturverteilung
- Konzept Verteilungen
- Trendanalyse
- Branddetektion
- Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)
- Baulicher Brandschutz
Die Untersuchung zeigt zudem, dass es zwischen baulichen und organisatorischen Indikatoren einige Zusammenhänge gibt – bis auf den Indikator Personalfluktuation:
„Einen großen Einfluss in diesem Zusammenhang hatten – in absteigender Reihenfolge – die Indikatoren Sauberkeit, Elektromagnetische Verträglichkeit, Branddetektion und Nachbefüllung der Betriebsmittel“, heißt es in der Zusammenfassung.
Jeder kann die VAIR-Ergenisse nachlesen und das Tool nutzen
Die „Zusammenfassung der Ergebnisse der Datenerhebung zum Projekt „Zusammenfassung der Ergebnisse der Datenerhebung zum Projekt ‚Verfügbarkeitsanalyse in Rechenzentren` (PDF)“ steht online auf der BSI-Seite zum Download bereit. Auch das aus der Erhebung abgeleitete „VAIR-Check“-Toolist online verfügbar.
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