Der Praxisbezug im Studium Datacenter-Management Die TH Deggendorf bekommt ein Lehr- und Test-Datacenter

Von Ulrike Ostler

Anbieter zum Thema

Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) wird mit Unterstützung des Verbands Innovative Rechenzentren (VIRZ) ab Oktober 2022 den Studiengang „DC-Architect und Management“ anbieten. Zurzeit werden die einzelnen Module des Studiums definiert. Ein Lehr- und Test-Datacenter soll Bezüge zur Praxis ermöglichen.

Bis die Ersten an der THD in Datacenter-Management promovieren können, dauert es noch aber: „Die Idee, ein Lehr- und Test-Datacenter zusammen mit dem Studiengang „DC-Architect und Management“ aufzubauen, ist für die Studenten eine einmalige Möglichkeit, Theorie und Praxis zusammen zu erlernen und vor allem auch daran mitzuwirken und praktische Erfahrung zu bekommen“, so Hartwig Bazzanella vom VIRZ. (Bild:  THD)
Bis die Ersten an der THD in Datacenter-Management promovieren können, dauert es noch aber: „Die Idee, ein Lehr- und Test-Datacenter zusammen mit dem Studiengang „DC-Architect und Management“ aufzubauen, ist für die Studenten eine einmalige Möglichkeit, Theorie und Praxis zusammen zu erlernen und vor allem auch daran mitzuwirken und praktische Erfahrung zu bekommen“, so Hartwig Bazzanella vom VIRZ.
(Bild: THD)

Hartwig Bazzanella gehört zum Vorstand des VIRZ e.V. und arbeitet schon eine gefühlte Ewigkeit auf einen solchen Studiengang hin. Er berichtet: „Im September 2017 gab eine erste Veranstaltung im Weiterbildungszentrum der THD. Sie diente als Vorbereitung zu dem nun geschaffenen Studiengang und es ging um DC-Management Teil 1 und 2.“

Die Veranstaltung sei voll besetzt und sei somit ein Indiz für das große Interesse gewesen. Dennoch habe es noch fünf Jahre gedauert, bis dieser Studiengang tatsächlich umgesetzt werden konnte. Bazzanella lobt: „Dies ist vor allem auf die Initiative von Professor Helena Liebelt zurückzuführen, die diesen Studiengang zum Leben erweckt.“ Umgekehrt erwartet die Professorin viel vom Rechenzentrumsverband: „Der VIRZ wird mit seinen hochgradig kompetenten Experten dazu beitragen, dass dieser neuartige Studiengang an unserer Hochschule, praxisorientierte und neueste Innovationen den Studierenden vermitteln können.“

Tatsächlich wird das noch in der Planung befindliche Lehr- und Test-Datacenter an der THD in Zusammenarbeit der Experten des VIRZ geplant und errichtet. Es soll dazu beitragen, zukünftige Fragen zum Datacenter-Design zu beantworten, innovative Entwicklungen aufzuzeigen und deren Praxistauglichkeit nachzuweisen.

Das Rechenzentrum ist in vier Abschnitte geteilt, die sich unterschiedlich ausstatten und verwenden lassen. Bisher angedacht ist, dass das der Teil „DC1“ in einer klassischen Verfahrensweise realisiert wird. „DC2“ und „DC3“ sollen Hyper Converged Infrastructure (HCI) in unterschiedlichen Ausführungen bereitstellen und „DC4“ ist für High Performance Computing (HPC) gedacht.

Laut Bazzanalla sind bereits alle VIRZ-Mitgliedsfirmen wegen Unterstützung angefragt worden. Tatsächlich haben zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Firmen zugesagt. „Es sieht sogar so aus, als ob verschiedene Firmen ähnliche Produkte anböten“, freut sich Bazzanella. Es gebe somit quasi ein Überangebot beziehungsweise gar eine Konkurrenzsituation, so dass man sich für die Studenten und Studentinnen als erste Aufgabe überlegt hat, diese Beschaffung über eine fiktive Ausschreibung auf Basis der Honorarabrechnung für Architekten und Ingenieure – kurz HOAI – auszuführen. Die HOAI regelt die Leistungsvergütung von Architekten und Ingenieuren in den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Bauwesen.

Die Studenten, die sich parallel zum Studiengang an der Realisierung dieses Lehrrechenzentrums beteiligen wollen, werden diese Ausschreibung umsetzen. Die Vergabe selbst erfolgt auf Basis der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB). Bazzanella: „Damit lässt sich diese doch sehr theoretische Vorgehensweise mit der HOAI/VOB praktisch erlernen.“ Die erfahrene Experten vom VIRZ gäben ihrerseits gerne ihre Erfahrungen auf diese praxisnahe Vorgehensweise weiter.

Die Umsetzung, das heißt: Aufbau, Installation und Inbetriebnahme der einzelnen Komponenten, erfolgt zusammen mit den Firmen, die diese anbieten und den Studenten, die sofort mit an der Realisierung beteiligt sind. Auf Basis der Anforderungen in der fiktiven Ausschreibung können auch die Abnahmebedingungen definiert und praktisch überprüft werden, so dass eine, wenngleich fiktive, Abnahme erfolgen kann. Bazzanella setzt hinzu: „fast wie in der tatsächlichen Datacenter-Praxis.“

Das Lehr- und Test-Datacenter

Die Abbildung zeigt den Grundstücksplan für das angedachte Rechenzentrum der Technischen Hochschule Deggendorf. (Bild:  VIRZ/THD)
Die Abbildung zeigt den Grundstücksplan für das angedachte Rechenzentrum der Technischen Hochschule Deggendorf.
(Bild: VIRZ/THD)

Der linke Bereich ist für Vorlesungen im Bereich Datacenter aber auch für Konferenzen, Präsentationen oder Vorstellungen neuer Themenbereiche vorgesehen. Daneben gibt es mit den Räumen DC1 bid DC4 vier eigenständige Edge-Rechenzentren, die jeweils unterschiedlich aber mit je vier Racks aufgebaut werden.

Jedes einzelne Datacenter soll eine eigenständige Klimaversorgung bekommen, deren Technik von einer Kaltgangeinhausung über eine Door- beziehungsweise Side-Cooling-Lösung bis zum CPU-gekühlten Server reicht. Die entsprechende Versorgung, etwa mit Elektronik, Lüftung und Sicherheit, soll ebenfalls den Anforderungen der einzelnen Rechenzentren entsprechen.

Über den VIRZ

Der VIRZ e.V. ist ein Experten-Verband, der alle Bereiche rund um Rechenzentren behandelt. Das Themenspektrum reicht von Planung, Errichtung und den Betrieb von Rechenzentren der unterschiedlichsten Ausprägung. Alle aktuellen Aufgabenstellungen rund um das Thema Rechenzentrum werden in Expertenrunden angesprochen, in Lösungsansätzen diskutiert und in innovativen Entwicklungen aufgezeigt.

(ID:48526862)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung