Was tun mit der Datacenter-Wärme? Deneff-Umfrage: Der Abwärme aus Rechen­zentren fehlen oft die Abnehmer

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Eine aktuelle Befragung der Deutschen Unternehmensinitiative Energie-Effizienz e.V. (Deneff), hat den Umsetzungsstand von Projekten zur Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren und die damit verbundenen Herausforderungen beleuchtet.

Nah- und Fernwärmenetze wären eine mögliche Nachnutzung der Wäreme aus den Rechenzentren. (Bild:  frei lizenziert: Thomas Breher /  Pixabay)
Nah- und Fernwärmenetze wären eine mögliche Nachnutzung der Wäreme aus den Rechenzentren.
(Bild: frei lizenziert: Thomas Breher / Pixabay)

Knapp drei Viertel der Befragten gaben an, Projekte bereits umgesetzt oder geplant zu haben. Neben Betreibern von Rechenzentren haben auch Kommunen, Energieversorger und Wärmenetzbetreiber, Immobilienwirtschaft und Technikanbieter an der Befragung teilgenommen (siehe Kasten). Jedoch habe ein Drittel der Befragten Projekte derzeit zurückgestellt, vor allem weil geeignete Abnehmer für die Wärme fehlten (56 Prozent).

Deneff empfiehlt deshalb Politik und Marktteilnehmenden dringend, mehr Augenmerk darauf zu legen, dass potenzielle Anbieter und Nachfrager zusammenfinden, um die bislang ungenutzte Abwärme für die Energiewende verfügbar zu machen. Die Initiative Bytes2Heat bietet dazu bereits ein kostenloses Matching Tool an.

Während annähernd die Hälfte der Befragten bereits Projekte umgesetzt hat (45 Prozent), plant über ein Viertel der befragten Stakeholder keine derartigen Projekte (27 Prozent). Auffällig ist nach Angaben der Studienmacher außerdem, dass knapp ein Drittel (31 Prozent) derer, die angaben, aktuell Projekte zu planen, deren Ausführung zunächst zurückgestellt hat.

Fast drei Viertel planen Projekte (73 Prozent), fast die Hälfte hat bereits Projekte umgesetzt (45 Prozent), über ein Viertel (27 Prozent) planen keine Projekte. (alle  Angaben ohne Gewähr l Nicht-repräsentative Befragung.)(Bild:  Deneff)
Fast drei Viertel planen Projekte (73 Prozent), fast die Hälfte hat bereits Projekte umgesetzt (45 Prozent), über ein Viertel (27 Prozent) planen keine Projekte. (alle Angaben ohne Gewähr l Nicht-repräsentative Befragung.)
(Bild: Deneff)

Neben den genannten Schwierigkeiten, geeigneter Abnehmer für die Abwärme zu finden (56 Prozent), spielten technische Herausforderungen (53 Prozent) ebenfalls eine häufig genannte, wichtige Rolle, jedoch vor allem in der Umsetzungsphase konkreter Projekte. Die erforderlichen Technik für die Abwärmenutzung ist zwar verfügbar und erprobt, doch die Schwierigkeiten betreffen eher die Rahmenbedingungen für den Technikeinsatz.

Darunter fallen etwa niedrige Abwärmetemperatur oder -leistung sowie vorhandene Technikinfrastrukturen. Wirtschaftliche Herausforderungen, wie die Unklarheit über die Wirtschaftlichkeit von Abwärmenutzungsprojekten oder deren Fehlen wurden ebenfalls von etwa der Hälfte (52 Prozent) als Hürde angeführt. Hingegen wurden Schwierigkeiten mit Baugenehmigungen (23 Prozent), Förderbeantragung (23 Prozent) oder der Akzeptanz im räumlichen Umfeld (18 Prozent) seltener als Hinderungsgründe benannt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Projekte durchaus auch hieran scheitern können.

Das Fehlen geeigneter Abnehmer, technische Herausforderungen und Wirtschaftlichkeitsfragen sind die am häufingsten genannten Top-Hinderungsgründe (über alle Stakeholder-Gruppen und Projektphasen); (n = 100)(Bild:  Deneff)
Das Fehlen geeigneter Abnehmer, technische Herausforderungen und Wirtschaftlichkeitsfragen sind die am häufingsten genannten Top-Hinderungsgründe (über alle Stakeholder-Gruppen und Projektphasen); (n = 100)
(Bild: Deneff)

Bei der Umfrage wurden die verschiedenen Hemmnisse auch nach Projektphasen getrennt abgefragt. Es zeigt sich, dass diese nach Projektphase variieren. So tritt die Frage nach der Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund, wenn es um die konkrete Planung und Umsetzung geht. Dennoch zeigt die Befragung deutlich den Top-Grund auf, der über alle Projektphasen hinweg für alle Stakeholder-Gruppen hinderlich wirkt: das Fehlen geeigneter Abnehmer.

Über die Studie und Das Projekt Bytes2Heat

Die vorliegende Studie wurde von der Deutschen Unternehmensinitiative Energie-Effizienz e.V. im Rahmen des Projektes „Bytes2Heat“ durchgeführt. Sie enthält 100 Antworten von Akteuren verschiedener Branchen, darunter als größte Gruppen Rechenzentren (25 Prozent), Forschung/ Wissenschaft/ Verbände (19 Prozent) und Technologieanbieter (14 Prozent). Die Daten wurden im Zeitraum Oktober bis November 2023 gesammelt und bieten einen aktuellen Einblick in das Stimmungsbild der Abwärmenutzung aus Rechenzentren.

Bytes2Heat ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich auf die Entwicklung innovativer Lösungen zur Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren konzentriert. Das Projekt wird mit einem Verbund aus Deneff e.V., Empact Engineering GmbH und den Instituten IER und IVR der Universität Stuttgart von einem Team erfahrener Fachleute aus den Bereichen Energie-Effizienz, Forschung und der ingenieurstechnischen Praxis geleitet und wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Es hat zum Ziel, die Abwärmenutzung aus Rechenzentren voranzubringen.

Deneff selbst ist eine Initiative von 240 Vorreiterunternehmen aus unterschiedlichen Branchen entlang der Wertschöpfungskette für Energie-Einsparung und Klimaschutz.

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