2022 soll bereits die Hälfte aller Daten in Unternehmen am Edge, also am Netzwerkrand erzeugt und analysiert werden – so lautet die klare Prognose von Gartner. Hochverfügbares Edge Computing wird zu einem wichtigen Bestandteil für die IT-Infrastruktur, um Ausfallzeiten zu vermeiden, die Resilienz zu fördern und letztendlich einen entscheidenden Schritt in Richtung Smart Factory zu gehen.
Der Einsatz 'intelligenter' Maschinen in einer Fabrik liefert häufig die Beispiele für IoT, Big Data und die Notwendigkeit einer Datenverarbeitung an der Edge.
Es gibt keine Branche, die nicht durch Big Data vor großen Herausforderungen und Möglichkeiten steht. Die Analyse und Auswertung von Daten sind in allen Bereichen heute entscheidend, um Effizienz und Produktivität in Unternehmen zu steigern.
Was aber tun, wenn diese Daten nicht in unmittelbarer Nähe zum oder mit einer direkten Verbindung zum Rechenzentrum entstehen? Gerade bei Anwendungen, die am Netzwerkrand laufen, Unternehmen werden nicht immer über geeignete Rechenplattformen oder IT-Personal verfügen. Dann kommt es oft zu Kompromissen, die die Datenintegrität und -sicherheit gefährden können.
Diese Faktoren treiben die Nachfrage nach Edge Computing stark voran. Edge Computing sammelt und analysiert die Daten direkt an der Quelle, zum Beispiel an der Maschine oder der Produktionslinie selbst - häufig in Echtzeit und möglichst kostengünstig. Vermieden werden Latenz und die Kosten für das Senden an das Rechenzentrum oder in die Cloud, so die Überlegungen.
Das perfekte Paar
Edge Computing kann als eine Erweiterung des traditionellen Datacenter für Unternehmen mit großen Infrastrukturen dienen. Es kann eine erschwingliche Alternative für Unternehmen ohne komplexe IT-Architektur sein. In jedem Fall ist es ein Muss für jedes Unternehmen, das vom exponentiellen Wachstum der Daten profitieren und vollständige Transparenz und umfassende Sicherheit über seine Investitionen haben möchte.
Das Umfeld gestaltet sich aber auch durch Cyber-Angriffe, Herausforderungen in der Lieferkette, veraltete Systemen, Ausfallrisiken und der Einführung neuer Anwendungen, um nur einige Beispiele zu nennen. - bekannte Herausforderungen für die IT-Abteilungen; denn die IT-Infrastruktur gehört kontinuierlich modernisiert.
Edge Computing sinnvoll einsetzen
Worauf sollten Unternehmen bei der Implementierung von Edge Computing achten?
Robust: Die Edge-Computing-Lösung muss robust sein, was bedeutet, dass sie auch in einer Umgebung ohne Rechenzentrum betrieben werden kann.
Einfach: Die Edge-Computing-Lösung muss in puncto Einsatz und Wartung einfach zu handhaben sein und keine extra Kosten für IT-Experten mit sich ziehen.
Transparent: Die Edge Computing Lösung muss Transparenz und einen vollständigen Überblick über alle Anlagen bieten. So können Änderungen und Maßnahmen ergriffen werden, die zu einer höheren Sicherheit und Effizienz führen.
Iat das erfüllt, kann Edge Computing die Basis für Predictive Maintenance legen. Mittels Big-Data-Analysen werden dann die Betriebsdaten permanent ausgewertet, um anhand von Korrelationen zu identifizieren, wenn ein Ausfall oder andere Gefahren drohen. Durch die Echtzeit-Analyse der Daten am Ort des Geschehens, können die Ergebnisse in den laufenden Betrieb einfließen.
Edge Computing und Datacenter
Nehmen wir als Beispiel eine Fabrikumgebung. Durch die Implementierung einer Edge-Computing-Plattform wie die von Stratus werden relevante Echtzeitdaten am Rand analysiert, Latenzen und damit höhere Kosten vermieden und nur aussagekräftige Daten zur weiteren Analyse an das Rechenzentrum gesendet. Eine Edge-Computing-Lösung kann auch als Zwischenlösung fungieren und die Daten von der alten Hardware in das Rechenzentrum übertragen, so dass die Benutzer die Vorteile der Datenanalyse nutzen können, ohne in neue Maschinen für die Fabrikhalle investieren zu müssen.
Edge Computing lässt sich zudem an Standorten einsetzen, die vom Rechenzentrum aus überwacht werden. Ob in den Bereichen Wasser, Abwasser, Öl und Gas bis hin zum Einzelhandel. Ein Beispiel: ein führendes Unternehmen im Bereich des Automobilzubehör, setzt seine Edge-Computing-Lösung für ein Lagerverwaltungssystem in seinem dezentralen Distributionszentrum ein.
Mit über 500 Niederlassungen in ganz Europa ist es eine der Top-Prioritäten des Unternehmens Kunden stets einen exzellenten Service bieten zu können. Dazu ist es entscheidend, dass das Lagerverwaltungssystem jederzeit und immer für alle verfügbar ist, unabhängig davon, von wo aus und wie weit entfernt der Zugriff vom dezentralen Rechenzentrum aus erfolgen sollte. Mit einem hochverfügbaren Edge-Computing stellt das Unternehmen diese Bedingung sicher.
Schutz und Sicherheit im Fokus
Herkömmliche Datacenter befinden sich in der Regel in Gebäuden, die über mehrere Schichten physischer Sicherheit und Schutz vor Cyber-Angriffen verfügen. Am Rand des Netzwerkes sieht das aber oft ganz anders aus.
Das eingesetzte System muss daher über physische Barrieren verfügen, die den Zugriff auf die Laufwerke am entfernten Standort verhindert. Um größten Nutzen zu erzielen, sollte die Lösung einen einfach zu konfigurierenden host-basierten Firewall-Ansatz verfolgen, der es auch Nicht-IT-Mitarbeitern ermöglicht, ihr Edge-Netzwerk zu sichern.
Das Edge Datacenter
Mittlerweile hat sich eine neue Version Edge Computing etabliert: das Edge Datacenter. Insbesondere Industrie 4.0 steigert den Bedarf an sicheren, zuverlässigen IT-Systemen in traditionell nicht-operativen Bereichen.
Stand: 08.12.2025
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Mit einem Edge Datacenter oder auch Micro-Datacenter kann die Verlagerung der IT in die Produktion reibungslos vollzogen werden, denn es bietet die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit eines zentralisierten Rechenzentrums in einem kompakten System - einem Minirechenzentrum am Netzwerkrand.
Uwe Posautz: „Die IT-Systeme an der Edge müssen robust und einfach in der Handhabung sein, und zu Maßnahmen führen, die eine höhere Sicherheit und Effizienz ermöglichen.“
(Bild: Stratus)
Die Unternehmen erhalten alle Vorteile ohne aber die Kosten, die mit dem Betrieb und der Sicherung einer Rechenzentrumseinrichtung verbunden sind, tragen zu müssen. Diese „Datacenter-in-a-box“ reduziert damit Risiken, Komplexität und Time-to-Value im industriellen Einsatz.
* Uwe Posautz ist Country Manager DACH und Eastern Europe bei Stratus Technologies.