Viele Compliance-Probleme und zudem unrentabel Cloud Computing ist kein profitables Geschäftsmodell für Provider – ein Plädoyer gegen den Einsatz im Rechenzentrum

Autor / Redakteur: Chuck Goolsbee* / Ulrich Roderer

Derzeit macht sich ein großer Rummel um das Cloud Computing breit. Es scheint, als würde dieses Rechenmodell die gesamte Rechenzentrenlandschaft verändern. Cloud Computing verspricht freie Skalierbarkeit und Verfügbarkeit zu minimalen Preisen. Doch selbst im besten Fall kann dieses Modell nur einen kleinen Teil der an ein Rechenzentrum gestellten Anforderungen tatsächlich bewältigen.

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Ich hatte mir bisher um Cloud Computing wenig Gedanken gemacht bis ich nach meiner Meinung gefragt wurde. Ich habe mich also hingesetzt und habe alle Vorgänge in den von mir verwalteten Rechenzentren unter die Lupe genommen. Zuerst habe ich mich gefragt, welche Aufgaben und Daten ich eigentlich in eine Cloud stellen würde? Welche Daten können sicher auf einer amorphen und vollständig unbekannten Cloud laufen? Wie kann ich als Provider eine funktionierende Cloud aufbauen und mit den dazu nötigen Investitionen auf dem freien Markt überleben?

Cooles Konzept, aber…

Auf der einen Seite ist das Konzept cool: die vollständige Abstraktion der Anwendung von der physikalischen Ebene. Anwendungen können überall und jederzeit laufen. Doch genau wie bei Cloud Computing basiert auf vielen unrealistischen Hoffnungen und Begierden, die die Mängel und nicht gelösten Probleme überdecken.

Aus der Anwenderperspektive gibt es keine Aufgabe, die ich einer Cloud anvertrauen möchte. Beispielsweise Anwendungen, die Kreditkartenzahlungen beinhalten oder Ecommerce-Systeme. Wir haben erst vor kurzem einem Kunden geholfen, das sehr anspruchsvolle Payment-Card-Industry-Data-Security-Standard-Audit zu bestehen. Die Prüfer haben sehr genaue Vorgaben, wie eine Server-Infrastruktur, die Softwarekonfiguration und das Netzwerk aufgebaut sein müssen. Abweichungen werden kaum toleriert.

Alle Prozesse müssen in einem Audit nachvollziehbar sein, wie, wo und wann Kreditkarteninformationen verarbeitet werden. Auf die Frage “Wo befindet sich X?” muss ein Unternehmen in der Lage sein, den genauen Ort, sei es ein Server oder eine Datenbank zu benennen. Das Unternehmen muss darüber hinaus sicherstellen können, dass X ohne einen entsprechenden Eintrag nicht verändert wurde und dass X nie das Unternehmen unverschlüsselt oder unsicher verlassen hat.

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