Volles Potenzial mit ganzheitlichem Prozessmanagement

Business Process Management – der Weg zum Realtime Enterprise, Teil 1

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Wie sieht so ein Projekt konkret aus?

Aktuell kommen gerade auf Unternehmen der Finanzbranche eine Reihe von Umstellungen zu. Ein Beispiel dafür ist die Umsetzung neuer rechtlicher Vorschriften. Man untersucht hier zunächst, welche Prozesse von den neuen Vorschriften betroffen sind und bildet diese ab, sofern sie nicht bereits vorhanden sind.

Dann werden Lösungsvorschläge entwickelt und in die Prozesse eingearbeitet. Zusammen mit den Fachbereichen werden diese Sollmodelle diskutiert und weiterentwickelt. So entsteht nach und nach das fertige Zielbild. Vorteil ist, dass alle Beteiligten von Beginn an eingebunden sind und anhand des Prozessmodells den gleichen Kenntnisstand haben. Unnötige Diskussionsrunden entfallen.

Außerdem ist durch fortlaufende Weiterentwicklung und Verfeinerung der Modelle jederzeit ein transparenter Projektstand gewährleistet. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Auswirkungen externer Faktoren, wie beispielsweise neue Regularien, frühzeitig und schnell abgebildet werden können. Risiken werden so rechtzeitig erkannt und notwendige Nacharbeiten verringern sich. Auch Projektteilziele und Projektstrategien lassen sich mit Hilfe des Prozessmodells besser ableiten.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Definition von allgemeinen Modellen zum Projektmanagement. Es können zum Beispiel Projektprozesse entwickelt oder Vorgehensmodelle beschrieben werden, die dann bei nachfolgenden Projekten genutzt werden. Dadurch erreicht man eine Optimierung des Projektmanagements an sich.

IT-Projekte mit Prozessbasiertem Ansatz

Auch IT-Projekte werden mit einem prozessbasierten Ansatz erfolgreicher gestaltet. Beispielhaft angeführt sei hier die Einführung einer neuen Standardsoftware. Zu Beginn des Projektes ist eine ausführliche Untersuchung der betroffenen Prozesse notwendig. Es muss eine Schwachstellenanalyse durchgeführt werden und es sollte zunächst eine organisatorische Optimierung stattfinden.

Schließlich ergibt es keinen Sinn, umständliche und fehleranfällige Abläufe auch noch durch Systeme zu unterstützen. Erst danach werden die zu unterstützenden oder auch zu automatisierenden Abläufe aus dem Prozessmodell ausgewählt. Aus den Prozessen werden die Anforderungen abgeleitet anhand derer die zukünftige Software evaluiert und angepasst wird.

Durch die Einführung und Weiterentwicklung neuer Technologien wie SOA und Webservices eröffnet sich zusätzliches Potenzial. Ein Knackpunkt ist hierbei die Überführung der Modelle der fachlichen Ebene in Modelle der technischen Architektur. Dabei müssen die Modelle der fachlichen Ebene um technische Informationen angereichert werden. Dieser Prozess erfordert immer manuelle Tätigkeiten. Ziel sind Prozessmodelle, die in ausführbaren Code übersetzt und zu Workflows zusammengesetzt werden können. Das ermöglicht eine direkte systemgestützte Steuerung und Anpassung der modellierten Abläufe und ist damit ein entscheidender Schritt in Richtung Automatisierung von Prozessen.

Ausblick auf den zweiten Teil des Artikels

Der zweite Teil des Artikels folgt am 26.8.2010 und beschreibt mögliche Hürden beim Einstieg in BPM sowie alternative Ansätze, um BPM-Projekte erfolgreich umzusetzen.

*Die Autoren:

Dr. Eckhard Herdt ist Leiter der Business Unit Technologies bei der PASS Consulting Group. Seine Spezialgebiete sind Qualitäts-Management, Prozessoptimierung und -automatisierung.

Andreas Richter und Jan Moritz sind Diplom Wirtschaftsinformatiker und arbeiten unter anderem als Consultants im Auftrag der PASS Consulting Group. Ihre Schwerpunkte sind Geschäftsprozessmanagement, Systemplanung und Projektmanagement.

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