Erst nicht, dann doch .... Abgelehntes Rechenzentrum bekommt nach Einspruch eine Genehmigung

Von Ulrike Ostler 2 min Lesedauer

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Dass es nicht mehr so einfach ist, jederzeit und überall ein Rechenzentrum zu bauen, haben im vergangenen Jahr Entwickler eines 72.000 Quadratmeter großen Zentrums erfahren müssen, die auf einer ehemaligen Mülldeponie in der Nähe des Dorfes Iver in Buckinghamshire ein Datacenter geplant hatten.

Der Entwurf des geplanten Rechenzentrums von Affinius Capital (vormals USAA Real Estate) und Corscale Data Centers im Court Lane Estate. (Bild:  Court Lane)
Der Entwurf des geplanten Rechenzentrums von Affinius Capital (vormals USAA Real Estate) und Corscale Data Centers im Court Lane Estate.
(Bild: Court Lane)

Das Rechenzentrum, das sich in der Nähe der Autobahn M25 befinden soll, wurde im Oktober des vergangenen Jahres von einem dortigen Stadtrat abgelehnt, weil dieser Beeinträchtigungen im dortigen Grüngürtel befürchtet hatte. Die Planungsbeamten der Buckinghamshire-Stadtverwaltung argumentierten mit „Zersiedelung“ und „optischen sowie räumlichen“ Einbußen, wie der Sender BBC damals berichtete.

Mögliche Ansicht des geplanten Rechenzentrumskomplexes in Buckinghamshire(Bild:  Court Lane)
Mögliche Ansicht des geplanten Rechenzentrumskomplexes in Buckinghamshire
(Bild: Court Lane)

Wie in vergleichbaren Streitfällen üblich, führten die Antragsteller für das Rechenzentrum sowohl die Schaffungs von Arbeitsplätzen als auch die beabsichtigte Förderung biologischer Vielfalt dagegen. Der Plan für das Gelände östlich der M25 und angrenzend an den Grand Union Canal sowie an Abwasser- und Wasseraufbereitungsanlagen wurde von Greystoke Land und dem britischen Zweig des Bauriesen Altrad vorgelegt. Er umfasste Büros, Notstromaggregate, Treibstofflager, Fahrrad- und Autoparkplätze und weitere Infrastruktur. Der für das Rechenzentrum vorgesehene Standort wird derzeit gemischt industriell genutzt.

Jetzt aber ....

Noch im Dezember des vergangenen Jahres hat das Wohnungsbauministerium den Plan nach einem Einspruch der Planungsbeteiligten doch noch genehmigt. Die Vize-Premierministerin und Ministerin für Wohnen, Kommunen und Selbstverwaltung Angela Rayner setzte die Vorschläge von Affinius Capital für das nun 65.000 Quadratmeter große Gelände im „Court Lane Industrial Estate“ von Iver durch. Ihre Entscheidung hebt die des Stadtrats von Buckinghamshire auf, der die Pläne abgelehnt hatte. Die Genehmigung, wurde nach Angaben des „Local Democracy Reporting Service“ in Rayners Namen von Wohnungs- und Planungsminister Matthew Pennycook getroffen.

Angela Rayner ist seit April 2020 deren stellvertretende Vorsitzende der britischen Labour Party.  Zudem gehört sie seit 2015 dem britischen Unterhaus an. Seit Juli 2024 ist sie Vize-Premierministerin und Ministerin für Wohnen, Kommunen und Selbstverwaltung im Kabinett Starmer. (Bild:   / CC BY-SA )
Angela Rayner ist seit April 2020 deren stellvertretende Vorsitzende der britischen Labour Party. Zudem gehört sie seit 2015 dem britischen Unterhaus an. Seit Juli 2024 ist sie Vize-Premierministerin und Ministerin für Wohnen, Kommunen und Selbstverwaltung im Kabinett Starmer.
(Bild: / CC BY-SA )

In dem Anfang Dezember veröffentlichten Urteil werden unter anderem wirtschaftliche Gründe für das neue Technologiezentrum angeführt, darunter die Schaffung von 200 Arbeitsplätzen beim Bau und von weiteren 90 beim Betrieb des Standorts nach seiner Eröffnung. Schon im September aber hatte die neue Labour-Regierung Rechenzentren als „kritische nationale Infrastruktur“ eingestuft und ihnen damit die gleiche Bedeutung und den gleichen Schutz wie Wasser-, Energie- und Notfalldiensten zuerkannt.

Damit sind die Konflikte mit der Grüngürtelpolitik nicht ausgeräumt, wie BBC Pennycook einräumten lässt. Dieser betonte jedoch zugleich, dass die Faktoren, die für den Vorschlag sprächen, der Bedarf an neuen Rechenzentren sei, die Wiederverwendung von bereits erschlossenem Land sowie Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

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