Zuverlässigkeit digitaler Infrastrukturen Uptime Institute: Längere IT-Ausfälle durch häufigere gezielte Angriffe

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Zahl öffentlich gemeldeter IT-Ausfälle nimmt ab, doch gleichzeitig steigen Schwere und Dauer. Besonders auffällig: Ransomware und Sabotage sind inzwischen zentrale Ausfallursachen.

Symbolbild: Neue Technologien führen keineswegs zu weniger Gefahren. Die Risiken verändern sich im Laufe der Zeit.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Neue Technologien führen keineswegs zu weniger Gefahren. Die Risiken verändern sich im Laufe der Zeit.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Laut aktueller Auswertung des Uptime Institute waren die großen öffentlich gemeldeten IT-Ausfälle im Jahr 2024 zwar seltener als in den Vorjahren, dafür aber deutlich schwerwiegender. Die Hauptursache: ein Anstieg gezielter Angriffe insbesondere durch Ransomware, aber auch durch physische Sabotage-Akte wie Zerstörung von Glasfaser-Leitungen oder Kupferdiebstahl. Rund 50 Prozent der Ausfälle mit einer Dauer von mehr als 48 Stunden lasse sich inzwischen auf solche Störungen zurückführen.

Angriffe auf digitale Infrastruktur führen heute häufiger zu Betriebsunterbrechungen statt „nur“ zu Datenschutzverstößen. Die Analyse unterscheidet dabei klar zwischen sicherheitsrelevanten Vorfällen ohne Auswirkungen auf den Betrieb und tatsächlichen Ausfällen. Die Zahl gezielter Cyber-Angriffe mit Ausfallfolge hat sich laut Uptime-Daten binnen drei Jahren fast verdoppelt.

Besonders problematisch: Der Wiederanlauf nach einem Ransomware-Vorfall dauere im Schnitt 25 Tage. Herkömmliche IT-Ausfälle hingegen liegen bei etwas über einem Tag. Ein Grund dafür seien immer komplexer werdende IT-Strukturen, und dass Systeme stärker vernetzt und so abhängiger voneinander sind. Darüber hinaus werde der Wiederanlauf durch Isolierung, forensische Analyse und saubere Wiederherstellung verzögert.

Co-Location- und Cloud-Anbieter im Fokus

Die meisten öffentlich gemeldeten Ausfälle betreffen große digitale Dienstleister, Telekommunikationsunternehmen und Hyperscaler. Besonders auffällig: Während die Zahl der Vorfälle bei Cloud- und Internet-Giganten 2024 zurückging, nahmen Ausfälle im Bereich digitaler Dienste – also auch von Co-Location-Providern – deutlich zu. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt auf Betreiber geschäftskritischer Infrastruktur.

Gleichzeitig zeigt die Langzeitanalyse, dass besonders physische Angriffe, wie das Durchtrennen von Glasfaserverbindungen, zunehmen. Diese seien nicht immer gezielt, erforderten aber in den bestätigten Fällen Planung, Fachwissen und Zugriff auf die Infrastruktur. Ideologische oder politische Motive seien laut Uptime wahrscheinlicher als finanzielle.

Die Erkenntnisse des Uptime Institute legen nahe, dass Betreiber ihre Resilienzstrategien überdenken sollten. Klassische Redundanz schützt nicht gegen gezielte Angriffe – weder digital noch physisch.

(ID:50474261)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung