Rechenzentrumsabwärme speist kommunales Fernwärmenetz Stadtwerke Norderstedt koppeln Rechenzentrum an Wärmeversorgung

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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Mit der Einspeisung von Rechenzentrumsabwärme ins städtische Fernwärmenetz setzen die Stadtwerke Norderstedt ein technisch anspruchsvolles Sektorenkopplungsprojekt um. Zwei Hochtemperatur-Wärmepumpen übernehmen Kühlung und Wärmebereitstellung zugleich – bei bis zu 1,8 Megawatt (MW) Heizleistung.

Zwei Wasser/Wasser-Wärmepumpen vom Typ „AquaForce 61XWH-ZE10“ von Carrier heben das Temperaturniveau der Rechenzentrumsabwärme an und speisen die gewonnene Heizenergie in das kommunale Fernwärmenetz der Stadtwerke Norderstedt ein.(Bild:  Stadtwerke Norderstedt)
Zwei Wasser/Wasser-Wärmepumpen vom Typ „AquaForce 61XWH-ZE10“ von Carrier heben das Temperaturniveau der Rechenzentrumsabwärme an und speisen die gewonnene Heizenergie in das kommunale Fernwärmenetz der Stadtwerke Norderstedt ein.
(Bild: Stadtwerke Norderstedt)

Die Stadtwerke Norderstedt haben ihr eigenes Rechenzentrum erfolgreich an das kommunale Fernwärmenetz gekoppelt. Herzstück des Projekts sind zwei Hochtemperatur-Wasser/Wasser-Wärmepumpen vom Typ „Carrier Aquaforce 61XWH-ZE10“, die sowohl die Kälteversorgung des Rechenzentrums übernehmen als auch dessen Abwärme für die Wärmeversorgung nutzbar machen. Das System arbeitet mit dem Low-GWP-Kältemittel „R-1234ze“, das ein Treibhauspotenzial von 1,37 aufweist.

Die technische Herausforderung besteht in der Temperaturspreizung zwischen den Serverkühlkreisläufen (13 Grad) und dem benötigten Vorlauf für das Fernwärmenetz (81 Grad). Die Wärmepumpen liefern dabei jeweils eine maximale Kälteleistung von 1.200 Kilowatt (kW) und eine Heizleistung von über 1.800 kW bei einer Leistungsaufnahme von 652 kW.

Seit Inbetriebnahme im April 2024 wurden 6,8 Millionen kWh Wärme ins Netz eingespeist. Das sei ausreichend für rund 350 Vier-Personen-Haushalte. Die CO2-Einsparung soll bei mindestens 3.800 Tonnen pro Jahr liegen. Ergänzt wird die Wärmezentrale durch Pufferspeicher und einen Umluftkühler mit direkter Anbindung an den Kältemittelkreislauf zur Effizienzsteigerung.

Die Anlage gilt als Vorzeigebeispiel für kommunale Sektorenkopplung. Perspektivisch ist die Einbindung weiterer Rechenzentren geplant. Bereits an vier Blockheizkraftwerk-Standorten (BHKW) in Norderstedt kommen Wärmepumpen zur Nutzung von Außenluft, Abgaswärme und Niedertemperaturquellen zum Einsatz. Die Stadt strebt eine vollständig klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 an.

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