Wissenschaftlicher Fortschritt und digitale Infrastruktur Max-Planck-Gesellschaft realisiert Rechenzentrum in Martinsried

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Der Weg ist frei für das Rechenzentrum in Martinsried. Nach Anpassungen an den ursprünglichen Plänen hat der Gemeinderat das Projekt genehmigt. Es bildet den Auftakt einer umfassenden Erneuerung des Campus.

Symbolbild: Auf dem Campus des biochemischen Forschungszentrums der Max-Planck-Gesellschaft in Martinsried ist nun der Bau eines Rechenzentrums genehmigt.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Auf dem Campus des biochemischen Forschungszentrums der Max-Planck-Gesellschaft in Martinsried ist nun der Bau eines Rechenzentrums genehmigt.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Nach der Ablehnung des ersten Bauantrags im Herbst 2024 hat die Max-Planck-Gesellschaft ihre Pläne überarbeitet und nun grünes Licht vom Gemeinderat Planegg erhalten. Das geplante Rechenzentrum in Martinsried gilt als Voraussetzung für den vollständigen Neuaufbau aller dort angesiedelten Institute. Mit einer Nutzfläche von rund 3.120 Quadratmetern und einer geplanten elektrischen Anschlussleistung von etwa 15 Megawatt (MW) zählt die Anlage zu den größten ihrer Art in Europa.

Die Platzierung des Gebäudes auf dem bestehenden Parkdeck reduziert die Bodenversiegelung und integriert sich besser in das bestehende Campusumfeld. Die Architektur berücksichtigt ökologische Aspekte wie eine begrünte Fassade, die zur Kühlung des Gebäudes und zur Filterung von Feinstaub beitragen soll.

Infrastruktur für datenintensive Forschung

Das Rechenzentrum wird von der Max Planck Computing and Data Facility (MPCDF) betrieben, die bereits leistungsstarke Systeme wie „Raven“ und „Viper“ in Garching verwaltet. Die geplante Einrichtung in Martinsried ergänzt die dortige Infrastruktur und soll die Verarbeitung großer Datenmengen beschleunigen, unter anderem bei der Auswertung genetischer Informationen, der Analyse molekularer Strukturen und der Simulation biologischer Prozesse.

Die geteilte Nutzung durch alle Institute der Max-Planck-Gesellschaft am Standort ermöglicht eine konsolidierte, leistungsfähige IT-Versorgung. Der Bau verbessert nicht nur die lokale Forschungskapazität, sondern entlastet auch das bestehende Rechenzentrum in Garching, das künftig parallel betrieben wird.

Nachhaltigkeit als Planungskriterium

Ein wesentlicher Kritikpunkt im ursprünglichen Bauantrag betraf den Energieverbrauch. Die überarbeiteten Pläne beinhalten eine Abwärmenutzung, und zwar zur Beheizung des Campus. Darüber hinaus komme die Abwärme auch externen Nutzern zugunsten. Außerdem werde zertifizierter Ökostrom verwendet.

Fünf neue Mittelspannungsstationen sichern die Energieverteilung innerhalb des künftigen Forschungscampus, dessen komplette Erneuerung bis spätestens 2037 abgeschlossen sein soll. Die erste Betriebsphase des Rechenzentrums ist für 2027 vorgesehen, ein Teilausbau könnte bereits 2029 in Betrieb gehen.

Das Rechenzentrum ist Teil eines umfassenden Investitionsvorhabens: Der Freistaat Bayern stellt insgesamt 500 Millionen Euro für die Modernisierung des Max-Planck-Campus Martinsried zur Verfügung.

Bereits seit den 1970er-Jahren zählt der Standort zu den führenden biowissenschaftlichen Forschungsclustern in Europa. Die Neustrukturierung umfasst den kompletten Neubau sämtlicher Institute sowie die infrastrukturelle Aufwertung des Campus, etwa durch neue Mobilitätskonzepte und die Integration von Start-up-Strukturen aus dem Biotechnologie-Umfeld.

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