Ulrich Terrahes Rechenzentrum-Blog hx-Diagramm – Klimatisierungsprozess im Rechenzentrum sichtbar machen

Redakteur: Ulrich Roderer

Wie verhalten sich die relative und die absolute Luftfeuchtigkeit zur Temperatur? Was ist die latente und die sensible Kühlleistung und welche davon ist im RZ nutzbar? Warum und wann müssen Dampfbefeuchter eingesetzt werden?

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Mit diesen Anforderungen müssen sich mehr und mehr IT-Leiter oder RZ-Manager auseinander setzten. Dafür ist aber ein gewisses Grundwissen über Klimatechnik notwendig, insbesondere wenn man sich nicht 100prozentig auf die Aussagen der Produktlieferanten verlassen will und möchte. Denn nicht jeder Lieferant ist unabhängig bzw. objektiv, was in der Natur der Sache liegt.

Ein wesentliches Hilfsinstrument zur Sichtbarmachung von Klimaprozessen ist das hx-Diagramm, welches vor langer Zeit von einem gewissen Herrn Mollier entwickelt wurde. Wenn man die vielen Linien und Kurven einmal verstanden hat, lassen sich klimatechnische Ereignisse im Rechenzentrum einfach erklären und im nächsten Stepp auch berechnen.

Das hx-Diagramm visualisiert das Zusammenspiel zwischen der Temperatur der Luft und der Feuchtigkeit, die sie aufnehmen kann.

Die einfachste Ableitung ist sicherlich das Ablesen folgenden Sachverhaltes: 0 Grad kalte Luft kann etwa 4 g Wasser je kg Luft (ca. 1,2 Kubikmeter) aufnehmen, während 20 Grad Luft schon mehr als 16 g, also etwa die 4 fache Wassermenge aufnehmen kann. Das erklärt, warum es im Sommer schwere Gewitter mit viel Regen gibt und im Winter nicht.

Weiterhin kann man ablesen, dass 15 Grad warme Luft mit 80prozentiger relativer Luftfeuchtigkeit bei 26 Grad nur 40 Prozent relative Luftfeuchtigkeit hat. Und schließlich ist ablesbar, dass man jedem Kubikmeter Luft mit 20 Grad und 30prozentiger relative Luftfeuchtigkeit ca. 3 g Wasser zufügen muss, damit bei gleichbleibender Temperatur die relative Luftfeuchtigkeit auf 50 Prozent steigt.

Wozu braucht man diese Informationen? Es geht dabei um bares Geld, dass man verschleudert, wenn diese Zusammenhänge nicht verstanden und interpretiert werden!

Bares Geld sparen

Nehmen wir z.B. an, wir klimatisieren einen Serverraum mit einem simplen Splitgerät, das den Wärmetauscher auf 3 Grad kühlt und die Regeltemperatur im Raum beträgt 24 Grad, 45prozentige relative Feuchte. Bei dieser Temperatur wird kontinuierlich der Taupunkt unterschritten und Wasser (Kondensat) ausgeschieden.

Dieser Effekt kostet doppelt Geld, da sowohl das Ausscheiden von Wasser Energie kostet als auch das Nachführen des ausgeschiedenen Wassers durch Dampfbefeuchter. Das vermeintliche Investitionsschnäppchen für das günstige Klimagerät wird zu einer Betriebskostenfalle.

Mit Hilfe eines kleinen Gegenchecks auf dem hx-Diagramm hätte man es sofort gesehen und schnell berechnen können.

Was hier mit einem relativ plastischen Beispiel dargestellt wurde, gilt natürlich für alle klimatechnischen Prozesse. Man versteht sofort, warum eine Temperaturanhebung oder weitere Feuchtefenster eine Energieeinsparung bringen und warum ein Klimaschrank besser ist als ein anderer.

Deshalb kann ich nur jedem, der für die Klimatechnik von Rechenzentren verantwortlich ist, empfehlen, sich das hx-Diagramm zu Gemüte führen. Es ist ein faszinierendes und äußerst hilfreiches Arbeitsmittel.

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