gesponsertIT-Awards 2025 Die beliebtesten Anbieter von grünem Co-Location 2025

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Nachhaltige Rechenzentrumsinfrastrukturen gewinnen weiter an Bedeutung, und Co-Location-Anbieter nehmen in diesem Wandel eine zentrale Rolle ein. Unternehmen, die ihre IT nicht mehr im eigenen Serverraum betreiben, profitieren in professionellen Rechenzentren nicht nur von Skalierbarkeit und Sicherheitsstandards, sondern zunehmend auch von belastbaren Nachhaltigkeitsstrategien.

Die Anforderungen an Energieeffizienz und CO₂-Reduktion steigen, während sich regulatorische Rahmenbedingungen in Europa verschärfen.(Bild:  © TommyNa – stock.adobe.com / KI-generiert)
Die Anforderungen an Energieeffizienz und CO₂-Reduktion steigen, während sich regulatorische Rahmenbedingungen in Europa verschärfen.
(Bild: © TommyNa – stock.adobe.com / KI-generiert)

Moderne Co-Location-Rechenzentren sind darauf ausgelegt, Energie möglichst verlustarm in Rechenleistung zu verwandeln. Zentral bleibt der PUE-Wert („Power Usage Effectiveness“), doch sie gilt längst nicht mehr als alleiniger Maßstab. Betreiber berichten heute zusätzlich Werte zu Wasserverbrauch (WUE), CO₂-Intensität (CUE) und teilweise Nachhaltigkeitsbewertungen gemäß Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB) oder ISO-Standards.

Hintergrund sind die europäischen Vorgaben der überarbeiteten Energy Efficiency Directive (EED), die 2023 in Kraft trat. Diese Richtlinie verschärft Berichtspflichten für Rechenzentren ab einer bestimmten Leistungsschwelle – häufig werden 500 Kilowatt (kW) genannt – wobei die konkrete Umsetzung, Fristen und Meldepflichten auf Mitgliedstaatsebene erfolgen und entsprechend variieren.

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Die technische Umsetzung reicht von modernen Kühlsystemen über Lastmanagement bis hin zur möglichst direkten Nutzung von erneuerbarem Strom. An mehreren Standorten in Deutschland wird zudem aktiv geprüft, wie sich die gleichmäßig entstehende Rechenzentrums-Abwärme in Fernwärmenetze einspeisen lässt. Was noch vor wenigen Jahren Pilotprojekten vorbehalten war, wird derzeit zunehmend in die Planung neuer Standorte integriert – wenngleich noch nicht flächendeckend realisiert. Städte wie Berlin, Frankfurt oder Hamburg binden Rechenzentren punktuell in kommunale Wärme- und Infrastrukturkonzepte ein, abhängig von lokalen Infrastrukturbedingungen und politischen Initiativen.

KI verändert Leistungs- und Kühlanforderungen

Einer der stärksten Treiber für das Wachstum von Co-Location ist der massive Anstieg von KI- und HPC-Lasten. Entsprechend verändern sich technische Anforderungen im Rechenzentrum. Die Leistungsdichte pro Rack steigt, da GPU-basierte Workloads deutlich höhere Leistungs- und Kühlbedarfe erzeugen. Klassische Luftkühlung stößt in vielen Bereichen an Grenzen; Flüssigkühlungsverfahren wie Direct-to-Chip oder Immersion gewinnen besonders in Neubauten rasch an Bedeutung. Co-Location-Anbieter reagieren mit modularen Kühlzonen, skalierbaren Energieverteilungen und leistungsstarken Netzwerkanbindungen. Der Umbau bestehender Anlagen bleibt technisch und wirtschaftlich anspruchsvoll, ist aber durchaus möglich.

Damit tritt ein neuer Aspekt in den Vordergrund: Nachhaltigkeit wird nicht nur durch effiziente Grundausstattung bestimmt, sondern auch durch die Fähigkeit, moderne Workloads mit minimalem Energie- und Wasseraufwand zu betreiben. In der Praxis bedeutet dies, dass Betreiber und Kunden enger zusammenarbeiten. Unternehmen, die KI-Modelle trainieren oder Echtzeitanalysen durchführen, fragen heute nach Standorten, bei denen Effizienzmetriken nachweisbar dokumentiert und in den Betrieb vertraglich verankert werden können.

Nachhaltigkeit als Vertragsbestandteil

Für viele Unternehmen hat Co-Location inzwischen direkten Bezug zu ihren Nachhaltigkeits- und Berichtspflichten. Scope-2- und Scope-3-Emissionen fließen in ESG- und CSRD-Reportings ein, weshalb Herkunftsnachweise für Strom, CO₂-Bilanzen der Infrastruktur und definierte Effizienzkennzahlen zunehmend in die Vertragsgestaltung einziehen. Die CSRD verpflichtet stufenweise bestimmte Unternehmensgrößen und -typen zur erweiterten Nachhaltigkeitsberichterstattung, wobei die konkrete Relevanz je nach Kundenprofil variiert.

Co-Location muss heute nicht nur wirtschaftlich sein, sondern nachvollziehbar klimawirksam betrieben werden. Zertifizierungen wie ISO 14001 oder ISO 50001 helfen dabei, Transparenz gegenüber Kunden und Investoren herzustellen. Wie messbar Nachhaltigkeit in der Praxis tatsächlich ist, hängt dabei von Vertragsformulierungen und unabhängigen Audits ab.

Neben der Privatwirtschaft rückt auch die öffentliche Hand stärker in den Fokus. Smart-City-Konzepte, sensorbasierte Verkehrssteuerungen oder vernetzte Umweltdaten erfordern zentrale IT-Plattformen. Co-Location-Standorte bieten dafür eine energie- und flächeneffiziente Option, zumal kommunale Einrichtungen zunehmend dazu angehalten werden, ihre digitalen Infrastrukturen klimaverträglicher zu gestalten. Allerdings spielen bei öffentlichen Projekten auch Datenschutz, digitale Souveränität und Budgetfragen eine Rolle, sodass die Entscheidung für Co-Location nicht automatisch erfolgt, sondern projektspezifisch abgewogen wird.

Markt wächst weiter, Standortdynamik verändert sich

Der deutsche Co-Location-Markt wächst weiterhin stabil. Die steigende Nachfrage nach Rechenleistung durch KI und digitale Geschäftsprozesse sorgt für neue Investitionen. Gleichzeitig verschiebt sich die Standortlandschaft. Während Frankfurt als größter Hub in Deutschland und Europa weiterhin eine zentrale Rolle spielt, expandiert der Standort aufgrund von Strom- und Flächenrestriktionen langsamer als in der Vergangenheit.

Regionen mit guten Energie-Anbindungen, verfügbaren Flächen und integrierten Fernwärmekonzepten gewinnen an Bedeutung. Berlin, Hamburg und NRW profitieren von dieser Diversifizierung, ebenso einige mittelgroße Städte, in denen Neubauflächen verfügbar sind und Investoren sekundäre Märkte erschließen.

Co-Location ist damit zu einem wichtigen Baustein einer nachhaltigen digitalen Infrastrukturstrategie geworden. Die Branche verbindet Kostenvorteile, Sicherheit und Skalierbarkeit mit messbaren Nachhaltigkeitskennzahlen, deren Aussagekraft vom jeweiligen Anbieter, den vertraglichen Regelungen und der Qualität unabhängiger Prüfungen abhängt. Unternehmen, die ihre IT-Architekturen modernisieren und gleichzeitig Klimaziele erreichen wollen, finden hier zunehmend einen geeigneten Rahmen – sofern die spezifischen Anforderungen an Compliance, Latenz und Datenschutz mit dem Co-Location-Modell vereinbar sind.

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