Lithium-Ionen-Akkus sind aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit nicht mehr wegzudenken, doch ihre hohe Energiedichte birgt auch Risiken mit sich. Brandschutzexperte Daniel Brucker gibt Tipps zur Unfallvermeidung bei dieser Akkuvariante.
Muss die Löschanlage ein Feuer tilgen, ist Schaden entstanden. Besser ist, jeder weiß, wie mit Lithium-Ionen-Batterien umzugehen ist.
In deutschen Unternehmen kommen Lithium-Ionen-Akkus in zahlreichen Einsatzfeldern im Unternehmensalltag vor – angefangen bei tragbaren Werkzeugen und Maschinen, insbesondere im Robotik-Umfeld, aber auch in elektrischen Fahrzeugen, autonomen Transportsystemen und Drohnen oder im Rechenzentrum. Oftmals handelt es sich dabei um Gerätschaften, die im Außenbereich und somit in unterschiedlichen Witterungsumfeldern verwendet werden – und um Akkus, die aufgrund des Einsatzes in der Produktion nicht immer sanft behandelt werden.
Lithium-Ionen-Akkus werden wegen ihrer hohen Energiedichte geschätzt. Sie können über längere Zeit große Energiemengen speichern.
Doch gerade diese Energiedichte bringt auch einen Nachteil in Form einer Brand- und Explosionsgefahr mit sich. Denn Lithium reagiert mit Sauerstoff. Weist die Batterie einen Defekt auf, kann in kurzer Zeit viel Energie freigesetzt werden, wobei es im schlimmsten Fall zur Explosion kommt.
400 Fälle
Mittlerweile haben Akkubrände einen erheblichen Anteil an den Schadenfeuern durch Elektrizität. Laut dem Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) sind Lithium-Ionen-Akkus für viele Brandfälle verantwortlich. Die Vorfälle nehmen zu, und Feuerwehren erleben regelmäßig Brände, die durch defekte oder falsch geladene Akkus verursacht wurden.
2023 wurden in Deutschland über 400 Vorfälle gemeldet, bei denen Lithium-Ionen-Akkus involviert waren. Ein signifikanter Anteil dieser Brände trat in Lager- und Produktionsstätten auf - nicht in Rechenzentren.
Daniel Brucker ist ein Feuerwehrmann und Fachberater im Bereich Brandschutz, der seit über 20 Jahren in der Branche tätig ist. Seit der Gründung seines Unternehmens Brucker Brandschutz im Jahr 2010 bietet er umfassende Dienstleistungen an, die sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen abdecken. Zu seinen Leistungen gehören die Installation von Brandschutzanlagen, regelmäßige Wartungen und Schulungen zur Brandvermeidung und -bekämpfung. Brucker arbeitet von seinem Hauptsitz in St. Wendel aus und betreut Kunden im Saarland, Rheinland-Pfalz und darüber hinaus.
(Bild: Brucker Brandschutz)
Nichtsdestotrotz: Um Unfälle im Unternehmensumfeld zu vermeiden, gibt der erfahrene Brandschutzexperte Daniel Brucker fünf wesentliche Tipps:
1. Lagerung: Lithium-Ionen-Batterien sollten in gut belüfteten, kühlen Räumen bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad gelagert werden. Ein Mindestabstand von 2,5 Metern zu brennbaren Materialien ist essenziell. Spezielle Lagerschränke bieten insbesondere bei größeren Tauschakkus zusätzlichen Schutz und sind besonders empfehlenswert, um das Risiko von Bränden zu minimieren.
2. Ladeprozess Batterien sollten ausschließlich mit den vom Hersteller empfohlenen und gegebenenfalls zertifizierten Ladegeräten geladen und während des Ladevorgangs niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. Der Ladebereich sollte gut belüftet und frei von brennbaren Materialien sein, um die Gefahr von Überhitzung und Kurzschlüssen zu minimieren.
Ein unbeaufsichtigter Ladevorgang kann in Sekunden eskalieren und große Schäden verursachen. Wird ein Akku beim Aufladen auffällig heiß, sollte er ausgetauscht werden. Soweit möglich können hier zusätzlich auch Brandschutzsensoren zum Einsatz kommen.
3. Wartung: Sicherheit durch Kontrolle Batterien sollten regelmäßig auf sichtbare Schäden wie Risse, Dellen oder Beulen überprüft werden. Mechanische Belastungen durch Stöße und Herunterfallen sind zu vermeiden. Bei längerer Lagerung sollten die Batterien auf etwa 50 Prozent bis 70 Prozent geladen werden, um sowohl Tiefentladung als auch Überladung zu verhindern.
Eine regelmäßige Inspektion der Batterien ist wie ein Gesundheitscheck für Geräte unerlässlich und lebensverlängernd. Entscheidend ist auch, alle beteiligten Mitarbeitenden im Rahmen von Arbeitsschutzschulungen entsprechend zu sensibilisieren.
4. Entsorgung: Lithium-Ionen-Batterien dürfen nicht im 'normalen' Müll entsorgt werden. Alte Batterien sollten zu speziellen Sammelstellen gebracht oder die Rücknahme-Angebote der Händler genutzt werden. Dies schützt die Umwelt und gewährleistet eine sichere Entsorgung. Eine unsachgemäße Entsorgung kann schwerwiegende Umweltschäden verursachen. Hierbei sind die im Unternehmen geltenden Richtlinien zu Arbeitsschutz und Compliance zu beachten.
5. Akkutaschen: Zusätzlicher Schutz für unterwegs Akkutaschen bieten einen zusätzlichen Schutz für Batterien. Sie schützen vor Feuchtigkeit, Stößen und Korrosion an den elektrischen Kontakten. Besonders praktisch sind sie für den Transport. Im Falle eines Akkubrands kann die Tasche die Umgebung vor Schäden bewahren. Eine Akkutasche ist eine kleine Investition, die große Schäden verhindern kann.
Durch die Beachtung dieser Sicherheitstipps können Unternehmen nicht nur die Lebensdauer ihrer Geräte erhöhen, sondern auch erheblich zur Vermeidung von Brandrisiken beitragen. Eine umsichtige Handhabung von Lithium-Ionen-Akkus ist unerlässlich, um die Risiken zu minimieren und ein sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten.
Stand: 08.12.2025
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