Serie: Neuerungen in vSphere 6.5

Teil 1: vSphere HA

| Autor: Thomas Drilling

vSphere 6.5 vereinfacht die Einstellungen in HA-Admission Control (Thomas Drilling, VMware)
vSphere 6.5 vereinfacht die Einstellungen in HA-Admission Control (Thomas Drilling, VMware) (vSphere 6.5 vereinfacht die Einstellungen in HA-Admission Control (Thomas Drilling, VMware))

VMware hat auf der traditionell im Oktober stattfindenden Europa-Version seiner Hausmesse VMworld in Barcelona unter anderem erste Einblicke in die kommende vSphere Version 6.5 gegeben, die noch in diesem Jahr erscheinen soll. Dieser und folgende Teile einer kleinen Blog-Serie stellen die wichtigsten neuen Features vor. Den Anfang macht das Thema High Availability.

VMware vSphere 6.5 soll laut Ankündigung auf der VMworld zum Ende des 4. Quartals erscheinen, erwartungsgemäß wird es aber wohl eher Ende bis Mitte nächsten Jahres werden; spätestens mit dem offiziellen Release der angekündigten Verfügbarkeit von VMwares kompletten Software-Defined-Datacenter-Stacks in Amazon Web Services.

Trotzdem lohnt es sich, bereits jetzt einen Blick auf die neuen Features zu werden. Wir beginnen mit dem Thema Hochverfügbarkeit, da die Neuerungen hier sehr umfangreich ausfallen.

vCenter Server High Availability

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass die kommende Version 6.5 des vCenter-Servers ein neues Feature namens  vCenter Server High Availability mitbringen wird.

Hierbei handelt es sich quasi um einem Ersatz für das ehemalige „vCenter Heartbeat“, das VMware aufgrund diverser Probleme seit einiger Zeit nicht mehr anbietet. Bei beiden Lösungen geht es darum, das vCenter selbst als Single Point of Failure möglichst hoch verfügbar zu halten.

Derzeit empfiehlt VMware, dazu das HA-Feature zu verwenden, was aber nur funktioniert, wenn das vCenter als virtuelle Maschine betrieben wird, etwa auf Basis der vCenter Server Appliance (VCSA). Da die Windows-Version strategisch in vSphere 6.5 aller Voraussicht nach keine Rolle mehr spielen wird, lohnt sich ein Umstieg auf die Appliance schon jetzt.

Der hier erwähnte neue Service "vCenter Server High Availability" wird nämlich nur mir der Linux-Appliance verfügbar und in Dieser im Web Client einfach als Dienst aktivierbar sein.

vSphere HA Admission control

Doch zurück zum klassischen HA-Feature. VMware vSphere 6.5 wird bringt einige Neuerungen im Bereich "Admission Control" mit. Hierbei geht es um Policies für das Berechnen der benötigten Failover-Kapazität (Admission Control).

Zwar hat VMware an den grundlegenden Algorithmen nicht viel verändert, wohl aber die zugehörigen GUI-Dialoge vereinfacht, weil es bei der Funktionsweise in der Praxis doch häufig Verständnisschwierigkeiten gab.

Mehr Automatik

Und zwar bietet der Dialog zur Cluster-Konfiguration im Bereich „vSphere HA” jetzt einen Link/Untermenü mit dem Titel “Admission Control", der sämtliche Einstellungen zur Failover-Kapazität in einem Dialog vereint. Diese unterteilen sich jetzt übersichtlich in die drei Sektionen “Host failures cluster tolerates”, “Define host failover capacity by” und “Performance degradation VMs tolerate”.

Die Default-Einstellung bei “Define host failover capacity by” ist dabei “Cluster resource percentage”. Optional stehen im entsprechenden Listenmenü “Disabled”, “Slot-Policy” oder “Dedicated Failover Host” zur Verfügung, während die erste und dritte Einstellungen lediglich einen numerischen Wert erfordert, wie die Anzahl der Hosts im ersten Fall oder der prozentuale Wert im dritten Fall.  Dies führt zu den bekannten Verhalten von Admission Control, also “Host failures cluster tolerates”=1 in einem 2-Node-Cluster. 

Allerdings wird der Wert für “Define host failover capacity by” von 50 % jetzt automatisch errechnet, was ein altbekanntes Problem löst: Hatte man nämlich „vor“ vSphere 6.5 den 2-Node-Cluster um einen 3. Host erweitert, dabei aber vergessen, die Prozent-Regel anzupassen, führte dies zu einer Verschwendung von Ressourcen.