Feintuning

Erster Meilenstein UCS 4.2

| Autor: Thomas Drilling

UCS 4.2 kommt mit Debian 8, LTS-Kernel 1.9 und überarbeitetem Portal (Thomas Drilling).
UCS 4.2 kommt mit Debian 8, LTS-Kernel 1.9 und überarbeitetem Portal (Thomas Drilling). (UCS 4.2 kommt mit Debian 8, LTS-Kernel 1.9 und überarbeitetem Portal (Thomas Drilling).)

Der Bremer Linux-Dienstleister hat einen ersten Meilenstein von Univention Corporate Server (UCS) 4.2 vorgestellt. Systemhäuser, Univention-Technologiepartner, App-Anbieter und interessierte Nutzer können jetzt einen Blick auf die kommende Version der einzigen deutschen Unternehmens-Distribution werfen.

Neben der aktualisierten Debian-Paket-Basis der Distribution enthält der Meilenstein auch eine Vorabversion der kommenden Samba 4.6 Version, die nach der Finalisierung in UCS zur Verfügung stehen wird.

Neues Portal

Das neue Portal in UCS 4.2 bietet einen zentralen Zugriff auf sämtliche Anwendungen der Umgebung und erlaubt das Verwalten unterschiedlicher UCS-Instanzen, sodass Nutzer einfacher auf freigeschaltete Anwendungen zugreifen können. Es soll im UCS 4.2 Release zudem individuell konfigurierbar sein.

Verbesserungen planen die Entwickler zudem beim Design und der Usability, etwa dass Nutzer für das Anzeigen von Suchergebnissen zwischen einer Galerie- und einer Listenansicht umschalten können. Trotzdem bleibt das grundlegende Designkonzept aus den bisherigen UCS 4 Versionen erhalten.

Docker-basierte Apps im App Center

Im Fokus der Weiterentwicklung des UCS 4.2 App Centers steht die Portierung dort verfügbarer Apps zu Container-Apps auf Basis von Docker.

Wie App-Anbieter die Docker-Integration in UCS nutzen, bleibt ihnen überlassen. Sie können ihre Container als spezielle Form einer virtuellen Maschine mitsamt eines Großteil des Betriebssystemstacks von UCS betreiben oder so, dass Container nur einen bestimmten Prozess oder Service beinhalten. Ersteres erleichtert App-Anbieten die Integration ihrer Apps für/in UCS, da dann kaum Anpassungen an der App erforderlich sind. Zweiteres begünstigt dafür eine Microservice-Architektur .

Samba 4.6

Der erste Meilenstein von UCS 4.2 enthält außerdem bereits den zweiten Release Candidate von Samba 4.6, dessen finale Samba 4.6 Version für Anfang März erwartet wird.

Samba 4.6 bringt Verbesserungen in der Rolle von UCS als Domänencontroller in Active Directory Domänen sowie bei der Bereitstellung von Datei- und Druckdiensten.

Fundament

Darüber hinaus haben die UCS-Entwickler ihre Appstream-Distribution von Debian 7 (Wheezy) auf Debian 8 (Jessie) aktualisiert.

Damit verwendet UCS nun ebenfalls systemd als Standard-Startsystem anstelle des veralteten SysV-Init. Da alle bisherigen Init-Skripte weiterhin gestartet werden, kann die Migration von Apps sukzessive erfolgen.

Der Linux-Kernel klettert in der Release-Version auf die letzte Long-Term-Support (LTS)-Version 4.9, was der Hardwareunterstützung und der Performance zugute kommt. Der Meilenstein arbeitet aber noch mit einer Vorabversion des Kernel 4.9.

UCS 4.2 soll außerdem die erste UCS-Version sein, bei der Univention nicht mehr die gesamte Debian-Distribution im eigenen Buildsystem neu baut. So ist es in Zukunft möglich, Security-Updates schneller zu veröffentlichen. Das gilt auch für Pakete aus dem unmaintained-Repository von UCS.

Außerdem erhöht Univention damit die Binär-Kompatibilität, was eine nette Umschreibung dafür ist, dass man künftig eher weniger Arbeit in die Fundament-Pflege investiert, was schade ist, denn Unternehmens-Distributionen, die sich mehr oder weniger direkt aus einem Upstream-Provider ableiten gibt es Viele.

Für UCS aber immer noch einzigartig ist das integrierte Identity-Management auf Basis von LDAP (UCS) UND ADDS, das Speichern und Verwalten der gesamten Konfiguration im LDAP, die grafische Managementschnittstelle und das API-Store-Konzept mi zugehöriger API.

Download und Roadmap

Der zweite Meilenstein soll am 7. März 2017 erscheinen, der Release Candidate ist für den 21. März geplant, sodass die neue Version 4.2 am diesjährigen CeBIT-Stand von Univention gezeigt werden kann. Erscheinen soll das finale Release dann Anfang April.

Aktuelle ISO- und VMware-Images stehen wie üblich im Download-Bereich zur Verfügung. UCS ist im Rahmen der  Core-Edition frei verfügbar. Unternehmen können aber optional kostenpflichtige Support-Subskriptionen erwerben.