Open-Source-Verband zur Digitalen Agenda der Bundesregierung

Zugang zum Sourcecode fördert die IT-Wirtschaft

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Mit Steuergeldern entwickelte Software muss nach Ansicht der OSB Alliance Open Source sein. Denn das versetzt andere Bereiche der Gesellschaft in die Lage, diese Software zu nutzen und weiterzuentwickeln. Insbesondere aber hätten staatliche Institutionen etwas von dieser Ausrichtung. „Sie macht ihn als IT-Anwender unabhängiger von den Entscheidungen der Hersteller, ob und wie sie ihre Lösungen weiterentwickeln wollen, da er über den Sourcecode verfügt.“ Das würde dem Staat wieder „digitale Souveränität“ geben.

Nur Offenes lässt sich prüfen

Dieser Aspekt adressiert auch die seit den Snowden-Enthüllungen verbreitete Angst vor Hintertürchen in der Software und Industriespionage. Gegen mangelndes Vertrauen kann es kaum einen Erfolg bei der digitalen Modernisierung des Landes geben. Einer missbräuchlichen Nutzung von Software und den in ihr immer möglichen Fehlern „lässt sich nur mit Review-Prozessen begegnen“, so die OSB Alliance. „Die aber haben den uneingeschränkten Zugriff auf den Quellcode zur Voraussetzung.“

Das Wissen der IT zugänglich machen

Die digitale Agenda möchte, dass alle gesellschaftlichen Gruppen aktiv die Digitalisierung mitgestalten, und benennt als wesentliche Voraussetzung den Zugang zu Wissen. Die Open Source Business Alliance betont, dass „Open-Source-Software Barrieren abbaut, indem sie es ermöglicht, das im Quellcode liegende Wissen der IT zu analysieren, zu verändern und ohne Lizenzkosten zu nutzen“. Auch in diesem Punkt argumentiert der Verband wirtschaftlich: „Die freie Verwendung von Open Source in Lehre und Forschung verschafft ein Wissen, dass sich danach unmittelbar praktisch in Unternehmen einsetzen lässt.“

In Europa ins Hintertreffen geraten

Die Open Source Business Alliance verweist darauf, dass zahlreiche andere europäische Staaten gezielt die Nutzung von Open Source Software vorantreiben. „Deutschland befindet sich diesbezüglich bereits erheblich im Hintertreffen und wird den Anschluss verlieren, wenn nicht bald eine umfangreiche Open Source Strategie entwickelt und umgesetzt wird.“

Die mit vier Seiten außergewöhnlich umfangreiche Stellungnahme der Open Source Business Alliance lässt sich hier als PDF herunterladen: http://www.osb-alliance.de/fileadmin/Downloads/150612-OSBA_Stellungnahme_DigitAgenda.pdf

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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 Ludger Schmitz

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