Die IT-Konsolidierung der Unternehmen zeigt Wirkung

Zahl der Rechenzentren stagniert weltweit

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Erst im November 2014 hat Facebook ein riesiges und hochmodernes neues Rechenzentrum in Altoona, Iowa, in Betrieb genommen. Gleich daneben soll das nächste Datacenter entstehen. Es sind vor allem ausgewählte Cloud-Anbieter, die für RZ-Neubauten im großen Stil sorgen.
Erst im November 2014 hat Facebook ein riesiges und hochmodernes neues Rechenzentrum in Altoona, Iowa, in Betrieb genommen. Gleich daneben soll das nächste Datacenter entstehen. Es sind vor allem ausgewählte Cloud-Anbieter, die für RZ-Neubauten im großen Stil sorgen. (Bild: Facebook)

Der scheinbar unstillbare Hunger nach Rechenpower erfordert nicht unbedingt immer mehr Platz für Server und Speicher. Weltweit hat 2014 die Zahl der Rechenzentren nicht mehr zugenommen. Neu gebaut wurden vor allem extrem große Anlagen.

Ende 2014 gab es weltweit 4,3 Millionen Rechenzentren. Das hat jedenfalls 451 Research ausgerechnet. Und das entspräche ziemlich genau der Zahl des Vorjahres. Der Zuwachs betrug lediglich 0,2 Prozent. Damit bestätigt das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen eine andere hier berichtete Erhebung, wonach auch der Markt für Datacenter-Leasing in den USA stagniert.

Rückgang in Nordamerika und Europa

In den Industrieländern Nordamerikas und Europas ist laut 451Research die Zahl der Rechenzentren sogar um ein beziehungsweise zwei Prozent leicht zurückgegangen. Das hätten allerdings aufstrebende Wirtschaftsregionen wie der der asiatisch-pazifische Raum (APAC), Lateinamerika (LATAM) und der Nahe Osten mit Afrika (MEA) durch zwei Prozent Wachstum kompensiert.

Allerdings gibt es auch in Nordamerika und Europa spezifische Wachstumsgrößen. So wuchs die Zahl extrem großer („hyperscale“) Datacenter um vier Prozent, so die Marktforscher. Hier waren Cloud-Anbieter und Service-Provider die Auftraggeber. Deren Rechenzentren tragen aber nur zu fünf Prozent zur weltweiten Gesamtzahl bei. Die Server-Plants von Unternehmen beherrschen das Bild.

Die meisten Rechenzentren gehören Anwender-Unternehmen

Auch nach Fläche gerechnet gehört die überwältigende Mehrheit, nämlich 83 Prozent, Anwender-Unternehmen. Zwölf Prozent der RZ-Fläche nutzen mehrere Unternehmen gemeinsam, in der Regel geht es dabei um Leasing. Und wieder fünf Prozent gehören den Cloud-Anbietern.

Als Grund für die Stagnation nennt 451 Research die anhaltende weltweite IT-Konsolidierung. Dieser Trend habe auch dazu geführt, dass Firmen kleinere Rechenzentren schließen und ihre Leistung in ihre modernsten Facilities übernehmen. Eher würden solche ausgebaut.

Die Techniktrends deuten auf Stagnation im Jahr 2015 hin

„Die Investitionen traditioneller Unternehmen in neue Rechenzentren wird nur von der Kraft zunehmenden Bedarfs nach IT-Ressourcen getrieben“, erklärt Daniel Harrington, Forschungsdirektor Enterprise Datacenters bei 451 Research. „Fast alle übergreifenden Markttrends arbeiten gegen den Bedarf von Unternehmen, eigenen Rechenzentrumsraum weiter auszubauen.“

„Die Dinge werden sich nicht über Nacht ändern“, konstatiert 451 Research und prognostiziert weitere Stagnation. Die RZ-Betreiber würden fortfahren, ihre bestehenden Anlagen zu modernisieren und auszubauen. Darüber hinaus evaluierten sie die Alternativen am Markt, was auf Datacenter-Leasing oder Service-Provider hinauslaufen könnte.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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