Neue Architektur mit schlankerer Domain Zero XenServer: von Tampa nach Windsor

Autor / Redakteur: Beth Pariseau / Ulrich Roderer

Citrix hat jetzt eine Roadmap für den XenServer veröffentlicht. Noch dieses Quartal soll die neue, "Tampa" genannte, Version des Xenserver auf den Markt kommen. Sie enthält Funktionen enthalten wie shared-nothing und Storage Live Migration, ein Konversionstool für VMware, Netzwerk-Updates sowie Support für ein neues Storage Array über das StorageLink-Programm.

Citrix hat für Xenserver eine neue Roadmap: von Tampa nach Windsor.
Citrix hat für Xenserver eine neue Roadmap: von Tampa nach Windsor.

Der XenServer hat nach Meinung einiger Experten keine Zukunft in Anbetracht von Citrix Unterstützung des Hyper-V von Microsoft, zudem fehlen ihm wichtige Funktionen. Dennoch scheint der Hersteller seinen Anteil am Virtualisierungsmarkt verteidigen zu wollen.

“Der XenServer und das Cloud Business bei Citrix haben nur noch ein begrenztes Zeitfenster um ihre Relevanz auf dem Markt zu demonstrieren.”, sagt Chris Wolf, Vice President bei Gartner.

Storage XenMotion, die Storage Live Migration von Citrix, war auf der Wunschliste vieler Anwender und eigentlich schon für die Version 6.0 erwartet. VMware hat diese Funktion schon länger, auch Microsoft bietet sie an. Auch Citrix benötigt sie, um sich gegen die Konkurrenz positionieren zu können.

Roadmap des XenServer

Citrix will ab 2013 zwei neue Releases pro Jahr auf den Markt bringen, dies über eine Spanne von zweieinhalb Jahren. Die Updates sollen auf der neuen “Windsor"-Architektur basieren, die sich durch eine schlankere Domain Zero auszeichnet und ebenfalls speicheroptimierte Domains für Storage und Networking besitzen soll. Darüber hinaus strebt Citrix bessere Sicherheit, Skalierbarkeit und Kompatibilität mit Technologien wie NUMA (Non-Uniform Memory Access) an.

Das wichtigste Feature in Windsor wird Support für 64-Bit-Hardwaretreiber in den neuen parallelen Domains sein. Damit unterstützt XenServer in Zukunft Flashspeichergeräte. Bisher mussten Anwender auf Hyper-V oder VMware ausweichen, falls sie diese Technologie einsetzen wollten.

Citrix überlässt Microsoft Hyper-V die Vorherrschaft

Viele Beobachter der Virtualisierungsszene fragten sich bisher, ob Citrix den eigenen XenServer überhaupt weiterentwickeln würde oder das Terrain Microsoft mit Hyper-V überlassen würde. Analysten und Vertriebspartners sagen, Citrix hätte bereits Boden an Hyper-V verloren als Backend für XenApp und XenDesktop.

Obwohl das Marktforschungsunternehmen Gartner den XenServer als einen Führer in seinem Magic Quadrant-Report auszeichnete, befanden die Analysten Citrix Strategie verwirrend für Kunden und Partner.

"Es ist offensichtlich, dass Citrix seine Serverplattform opfert zugunsten Microsoft und Hyper-V, um sein Geschäft mit der Desktop Virtualisierung auszubauen", wie es im Gartner-Report heisst

Projekt Windsor

Tampa wird die letzte Version auf der Basis der alten XenServer-Architektur sein, die von Citrix als Generation 2 bezeichnet wird. Für das Folgeprojekt Windsor hat Citrix sein Entwicklungsteam in England um 20 Prozent in der ersten Hälfte 2012 aufgestockt und plant auch seine Entwicklungskapazitäten in Indien nächstes Jahr zu verdoppeln. "Die Generation-2-Architektur ist schwierig für uns weiterzuentwickeln. Da ist viel zuviel Code in der Domain Zero”, sagt Richard Sharp, Senior Director of XenServer Engineering.

Die neue Architektur wird eine kleinere Domain Zero erhalten und Dienste wie Networking, Loggin, Konsolen, APIs und Storage in eigene Domains auslagern, die direkt auf dem Hypervisor laufen. Damit erhöht sich die Wartbarkeit, weil sich Domains einzeln starten oder upgraden lassen. Darüber hinaus soll sich die I/O-Performance verbessern und Xenserver kompatibler zu NUMA-Architekturen werden. Mehrere Domain Backends sollen dann verschiedenen Gebieten der NUMA-Architektur zugewiesen werden können. Die verschlankte Domain Zero verbessert auch die horizontale Skalierbarkeit, weil kleinere Blocks von VMs/Console Domain/NIC/Storage Domain repliziert werden können.

Tampa im Fokus

Storage XenMotion arbeitet wie VMwares Storage vMotion und Microsofts Storage Live Migration. Citrix betont dagegen, dass die neue Version Alleinstellungsmerkmale hat wie Live-Migration von Volumes zwischen Storage-Pools und Speicherformaten, wie beispielsweise von iSCSI zu NFS.

Admins können ein Transfer- sowie Endnetzwerk auswählen, so dass die Live-Migration die VMs nicht belastet, auch ein VPN lässt sich nutzen, falls Datensicherheit im Vordergrund steht. Bis zu drei gleichzeitige Storage XenMotions pro Host sind möglich. Storage XenMotion wird auch die Migration von VMs ohne Shared Storage ermöglichen.

Die erste Version von Storage XenMotion wird nicht kompatibel sein mit dem XenServer Workload Balancer (WLB); nur ein Snapshot einer VM-Image kann bewegt werden und es fehlt noch Support für PCI Pass Through für NICs bzw. GPUs.

Mit Tampa erhält der XenServer den Conversion Manager, der VM-Images von VMwares vSphere 4 und 4.1 auf den XenServer konvertiert. Citrix hat angedeutet, dass daraus in Zukunft eine Live Migration zwischen Hypervisoren erwachsen könnte.

Verbesserungen im Netzwerk: Das Link Aggregation Control Protocol (LACP) erlaubt das Zusammenschalten von bis zu vier NICs. Dies ermöglicht automatisches Load Balancing von Pipes zwischen VMs und EthernetSwitches.

Eine neue Integration mit CloudStack ist geplant, mit Support für bis 800 virtuellen LANs (VLAN) in 10 Sekunden. XenServers WLB kann jetzt auch CloudStack-Empfehlungen darüber senden, wo eine Workload innerhalb der Infrastruktur laufen soll. Tampa wird auch das VNX Array von EMC über den StorageLink unterstützen.

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