Hürden für das „Internet der Dinge“

Wo landen die Sensordaten - bei lokalen Hoster, fremden Datacenter oder in der Cloud?

| Redakteur: Ulrike Ostler

Digitale Vorreiter nutzen hybrid clouds, um im Wettlauf um mehr Flexibilität und höhere Leistung bessere Ergebnisse zu erzielen. Darüber hinaus planen viele Unternehmen, ihre IT-Infrastruktur in den kommenden drei Jahren aus ihren eigenen Rechenzentren in Co-Location-Sites zu verlagern.
Digitale Vorreiter nutzen hybrid clouds, um im Wettlauf um mehr Flexibilität und höhere Leistung bessere Ergebnisse zu erzielen. Darüber hinaus planen viele Unternehmen, ihre IT-Infrastruktur in den kommenden drei Jahren aus ihren eigenen Rechenzentren in Co-Location-Sites zu verlagern. (Bild: IDC/Interxion)

Die europäischen Unternehmen beschäftigen sich mit dem Internet der Dinge (IoT), doch viele haben noch erhebliche Startschwierigkeiten, so eine Studie, die die Interxion Holding NV 2017 beim Marktforschungsinstitut IDC in Auftrag gegeben hatte. Erst 26 Prozent der Befragten verfügen überhaupt über praktische Erfahrung mit dem Internet of Things (IoT).

Die Hauptgründe für die Einführung der Technologie bei den IoT-Pionieren waren zu jeweils jeweils 58 Prozent eine Erhöhung der Servicequalität und eine Steigerung der internen Effizienz, gefolgt von der Erzeugung neuer Umsatzpotenziale (41 Prozent), Integration der Lieferkette (38 Prozent) und Nutzung vorhandener Datenquellen (31 Prozent). Die Mehrheit der Befragten zögert jedoch.

Sie hat für sich noch keine Einsatzszenarien erkannt oder die Komplexität des Themas durchdrungen. Als Hauptgründe für ihre Zurückhaltung nennen diese Befragten zu 41 Prozent, dass sie keine Anwendung für IoT sehen, zu 37 Prozent kein Kundenbedarf existiert, und ihnen zu je 11 Prozent die Kapitalrendite unklar ist oder ihnen Kenntnisse und Partner fehlen (10 Prozent).

„Bei IDC ist man davon überzeugt, dass beide Gruppen Unterstützung benötigen, damit IoT in ihrem Unternehmen umgesetzt werden kann“, heißt es in der Studie. „Diejenigen, bei denen bereits eine Lösung existiert, müssen sicherstellen, dass die angestrebten Ziele erreicht werden. Andere, die kurz vor einer IoT-Umsetzung stehen, müssen mögliche Probleme reduzieren.“

Was bieten Co-Locator?

Und diejenigen, die noch keine IoT-Projekte planen wollen, müssten sicherstellen, dass sie keine wichtigen Chancen verpassen.“ In der Studie wurden 553 Entscheider aus europäischen Unternehmen befragt, um die Hauptgründe für die Einführung von IoT-Lösungen und deren Anforderungen an die IT-Infrastruktur und Netzwerke besser zu verstehen.

Dienstleister wie Interxion, die als Co-Location-Provider große Rechenzentrumskapazitäten zur Bearbeitung der entstehenden riesigen Datenmengen sowie ein umfangreiches Partner-Netzwerk aus Cloud- und Netzwerk-Anbietern zur umfassenden Vernetzung mitbringen, könnten helfen, die Komplexität in den Griff zu bekommen. So sind gemäß der Umfrage die größten Herausforderungen für Unternehmen Bedenken zu Sicherheit und Datenschutz (55 Prozent), Komplexität der Implementierung (44 Prozent) sowie Beschränkungen durch die bestehende Infrastruktur (39 Prozent).

Doch abgesehen davon hat das disruptive Modell jedoch – abhängig vom grundlegenden Geschäftsmodell – unterschiedlich hohe Relevanz für Unternehmen. So stufen 66 Prozent der Pioniere das IoT als kritisch oder sehr wichtig für ihr Business ein, im Vergleich zu 30 Prozent bei den übrigen Unternehmen.

Unterschiedliche Sichtweisen

Diese Diskrepanz setzt sich bei der Beurteilung der wichtigsten IT-bezogenen Komponenten für die IoT-Programme fort. Bei den Pionieren sind dies Big Data/Analytics (45 Prozent), Sicherheit (41 Prozent), Integration mit bestehender IT (35 Prozent) und Daten-Management/Software (26 Prozent).

Unternehmen ohne praktische IoT-Erfahrung setzen dagegen Sicherheit an die erste Stelle (54 Prozent), gefolgt von Integration mit bestehender IT (45 Prozent), Daten-Management/Software (39 Prozent) und Big Data/Analytics (26 Prozent). Damit sinken mit zunehmender praktischer Erfahrung die Sicherheitsbedenken deutlich, während die Bewältigung der enormen Datenmengen in den Fokus rückt.

Das Herzstück von IoT-Anwendungen ist die Infrastruktur

Die Studie zeigt auch, dass Verantwortliche mit praktischer IoT-Erfahrung der Technologieinfrastruktur eine größere Bedeutung zumessen. So ist es in vielen Fällen die aus Sensoren, Konnektivität, Cloud und Datenverarbeitung im Rechenzentrum bestehende Infrastruktur, die zu Verzögerungen oder gar zum Scheitern dieser Projekte führt. Hier liegt nämlich das Fundament, auf dem die IoT-Anwendungen aufgebaut werden.

Was ist der wesentliche Grund dafür, dass Ihr Unternehmen noch keine Pläne für eine IoT-Einführung hat?
Was ist der wesentliche Grund dafür, dass Ihr Unternehmen noch keine Pläne für eine IoT-Einführung hat? (Bild: IDC)

Daher sollten Unternehmen genau wissen, wo, wie und wie schnell sie die von Sensoren gelieferten Daten verarbeiten können. Dies hat nämlich Auswirkungen auf die Entscheidung, wo sie die IoT-Plattform hosten. Dabei bevorzugen 51 Prozent der Befragten ein lokales Hosting, 31 Prozent ein Rechenzentrum, betrieben durch einen Dritten, und lediglich 18 Prozent eine Cloud.

Doch die Cloud sollte für IoT-Projekte nicht unterschätzt werden, selbst wenn sie nur als Teillösung in hybriden Szenarien eingesetzt wird. So sehen 56 Prozent der IoT-Pioniere Cloud Computing als essenziell für ihre IoT-Aktivitäten an, während es bei den anderen Unternehmen nur 29 Prozent sind.

Tatsächlich kann das IoT zum Motor für den digitalen Wandel im Unternehmen werden, indem es Cloud-Anwendungen eine sehr praktische Ausrichtung verleiht. Den möglichen Einsatz verschiedener Cloud-Lösungen gilt es dabei mit dem richtigen Partner zu eruieren. Dabei betrachten die Studienteilnehmer als ihre wichtigsten Partner die IT-Service-Provider (56 Prozent), Software-Anbieter (43 Prozent), Berater (36 Prozent) und Connectivity-Anbieter (26 Prozent). Doch gerade für Big Data/Analytics und Multi-Cloud spielen Konnektivitätsanbieter eine wichtige Rolle.

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posted am 15.01.2018 um 11:41 von Unregistriert


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