CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference „Wir stehen am Beginn einer industriellen Revolution der IT“

Redakteur: Florian Karlstetter

Die Konkurrenz durch Cloud-Angebote zwingt IT-Abteilungen dazu, den Automatisierungsgrad zu erhöhen. Davon ist der Marktanalyst Bernhard Tritsch überzeugt. Der frühere Appsense-Manager hält eine Keynote auf der CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2013.

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Beim Cloud Computing spielt Performance eine wichtige Rolle. Welche Anforderungen sollten Cloud-Services erfüllen?

Tritsch: Verglichen mit der lokalen Ausführung von Anwendungen ist das ultimative Ziel für Anwendungen aus der Cloud, die gleiche oder gar eine bessere Performance zu erreichen. Kriterien sind dabei genügend schnelle Startzeit, rasches Injizieren von Personalisierungsinformationen, geringe Wartezeiten bei der Interaktion und korrekte Darstellung aller benötigten Grafik- und Multimediaformate.

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CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2013

  • 10.09.2013 Darmstadt
  • 12.09.2013 Hamburg
  • 24.09.2013 Düsseldorf
  • 02.10.2013 München

Teilnahmegebühr: 289 Euro (zzgl. MwSt.)

Tipp: Für Endkunden, die bei einem der Insider-Portale registriert sind, ist die Teilnahme an der Veranstaltung kostenlos (Registrierungscode CCV-CCI-EK). Für Reseller (Code: CCV-CCI-RES) gilt die ermäßigte Teilnehmergebühr in Höhe von 149 Euro (zzgl. MwSt.).

Weitere Informationen und die Möglichkeit, sich zu registrieren erhalten Sie auf www.cloudcomputing-conference.de.

Wie lässt sich dieses ambitionierte Ziel erreichen? Welche Lösungsansätze halten Sie für vielversprechend?

Tritsch: Um dem Ziel näherzukommen, arbeiten die Hersteller von Cloud-Infrastruktur an verschiedenen Lösungen. Neue Techniken zur zentral gesteuerten Daten-Deduplizierung erlauben es, Anwendungen und Benutzerdaten sehr schnell in den Hauptspeicher eines Cloud-Servers zu laden und dort zu halten. Das führt zu einer signifikanten Beschleunigung.

Bei den Netzwerkprotokollen zur Anbindung der Endgeräte wurden ebenfalls große Fortschritte hinsichtlich der Kompressionsalgorithmen gemacht. In diesem Kontext entwickeln die Hersteller von Grafikkarten neue Varianten ihrer Produkte, die speziell für den Einsatz im Cloud-Rechenzentrum gedacht sind. Damit lassen sich komplexe Grafik- und Multimediaausgaben in Echtzeit in eine Form bringen, die wie ein Video übertragen und an verschiedensten Endgeräten effizient dargestellt werden kann. Diese Technologien profitieren von Skaleneffekten in Cloud-Rechenzentren, die man auf einzelnen lokalen Geräten nicht erreichen kann.

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Mit zunehmender Verbreitung von Smartphones und Tablets sind Apps immer beliebter geworden. Wird sich dieses Modell auch bei Cloud-Services im Business-Umfeld durchsetzen, sprich immer mehr kleine Einzelanwendungen anstelle großer Gesamtpakete?

Tritsch: Es ist richtig, dass auch im Business-Umfeld der Kampf zwischen traditionellen Produkt-Suiten und Punktlösungen ausgebrochen ist. Der Ausgang ist aber noch ungewiss. Auf der einen Seite stellen IT-Verantwortliche die provokante Frage, warum man eine ganze Bäckerei kaufen soll, wenn man nur ein Brötchen möchte. Bei nur wenigen Brötchen spricht das für die Punktlösung. Wenn es aber um Zehntausende von Benutzern geht, dann ist die eigene Bäckerei vielleicht doch sinnvoll – auch wenn man dort mit industriell vorgefertigtem Teig arbeitet. Punktlösungen bieten mir zwar zu einem günstigen Preis exakt die Funktionalität, die ich aktuell benötige – aber auch nicht mehr. Die spätere Erweiterung und Integration in ein bestehendes Umfeld ist aber möglicherweise nicht trivial. Daher wird es meiner nach Meinung noch für eine lange Zeit beide Modelle geben, manchmal sogar von ein und demselben Hersteller.

Wie die IT-Industrie den Anwender bei Innovationen besser einbeziehen könnte, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Der IT-Industrie wird oft nachgesagt, am Anwender vorbei zu programmieren. Welche Ansätze gibt es, den Anwender im Sinne einer User-Experience bei künftigen Entwicklungen besser einzubeziehen?

Tritsch: So lustig es sich anhört, aber Benutzer verhalten sich in vielerlei Hinsicht wie Elementarteilchen in der Physik. Je mehr man versucht, das Verhalten einzelner Benutzer zu beobachten, desto verschwommener wird das Muster. Unter Beobachtung verhalten sie sich fast immer anders, als wenn sie unbeobachtet sind. Schließlich ist die Beobachtung ein signifikanter Eingriff in die Privatsphäre, was Einfluss auf das Verhalten hat.

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  • 10.09.2013 Darmstadt
  • 12.09.2013 Hamburg
  • 24.09.2013 Düsseldorf
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Teilnahmegebühr: 289 Euro (zzgl. MwSt.)

Tipp: Für Endkunden, die bei einem der Insider-Portale registriert sind, ist die Teilnahme an der Veranstaltung kostenlos (Registrierungscode CCV-CCI-EK). Für Reseller (Code: CCV-CCI-RES) gilt die ermäßigte Teilnehmergebühr in Höhe von 149 Euro (zzgl. MwSt.).

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Erschwerend kommt hinzu, dass fast jeder Benutzer ganz individuelle Bedienmuster zeigt und somit die Vergleichbarkeit sehr schwierig wird. Die Ergebnisse solcher aufwändiger Beobachtungen sind somit fast wertlos für Produktmanager und lassen sich nur sehr bedingt für die Verbesserung oder Neuentwicklungen von Produkten nutzen. Und wenn man die Benutzer fragt, wie sie sich eine optimale Anwendung vorstellen, bekommt man selten eine wirklich hilfreiche Antwort, die über individuelle Detailverbesserungen hinausgeht. Die zukünftige Lösung besteht wohl eher in einer benutzerübergreifenden Erkennung von Verhaltensmustern, aus denen sich neue Produktfunktionen und Bedienkonzepte ableiten lassen.

Woran kann die benutzerübergreifende Erkennung von Verhaltensmustern ansetzen?

Tritsch: Schon heute protokollieren moderne Betriebssysteme, Geschäftsanwendungen und Web-Umgebungen eine große Zahl von Systemereignissen. Das betrifft auch Benutzeraktionen, die manchmal personalisiert und manchmal anonym in eine Vielzahl von Protokolldateien und Systemdatenbanken geschrieben werden. Gerade in Cloud-Rechenzentren mit vielen Benutzern liegen diese Rohdaten noch brach, obwohl aus ihnen interessante Erkenntnisse gewonnen werden könnten.

Klickverhalten, Verweildauer in einer bestimmten Funktionsgruppe, Reihenfolge bei der Nutzung mehrerer Funktionsgruppen und gekoppelter Anwendungen oder zwischenzeitlicher Einsatz von Drittanwendungen sind Beispiele für relevante Aspekte. Dabei steht nicht das Verhalten des Einzelnen im Vordergrund, sondern das Verhalten bestimmter Gruppen. Die Erkennung von präferierten Verhaltensmustern im „Benutzerschwarm“ erlaubt es, sinnvolle und manchmal revolutionäre Änderungen im Bedienkonzept von Anwendungen einzuführen. Zugehörige Analyseprogramme werden immer populärer, lassen sie sich doch zur gezielten Auswertung umfangreicher Logdaten verwenden.

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Können Sie dafür konkrete Beispiele nennen?

Tritsch: Ein Bespiel für den Einsatz solcher Techniken ist die Anordnung der Klickelemente im Menüband von Microsoft Office, dem „Ribbon“. Das Design orientiert sich strikt an den statistischen Erhebungen über die Verwendung von Office-Funktionen durch zahlreiche Benutzer, die Microsoft Zugriff auf ihr Klickverhalten gestatteten. Als Konsequenz wurde das Bedienkonzept von Office 2007 radikal verändert, was bei der Einführung zu kontroversen Reaktionen führte. Die aktuelle Akzeptanzrate zeigt jedoch, dass die Änderung äußerst erfolgreich war.

Ohne das Hilfsmittel zur Mustererkennung hätten höchstwahrscheinlich weder Produktarchitekten noch User-Interface-Designer die Anordnung der Interaktionselemente so gewählt. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass die sinnvolle Auswahl von Funktionen und das Design der grafischen Benutzerschnittstelle von entsprechend mutigen Produktherstellern verantwortet werden muss. Die Analyse von Mustern ist kein Garant für den Erfolg, sie kann aber den Bedienkomfort von Anwendungen Schritt für Schritt verbessern helfen.

Lesen Sie, warum sich Cloud-Services in den kommenden Jahren durchsetzen werden.

Noch ein Blick in die Kristallkugel: Innovationen haben ihren Ursprung meist im Consumer-Umfeld. Welche Neuerung dürfen wir in naher Zukunft für Business-Anwender erwarten?

Tritsch: Ich habe eine Reihe von Favoriten. Zunächst wird der klassische Desktop irrelevant für die meisten Benutzer. Interessant werden für sie nur noch die Anwendungen sein. Diese werden sich auf einem breiteren Spektrum von Endgeräten verwenden lassen. Ähnlich verhält es sich heute schon bei Anwendungen im Consumer-Umfeld, nur dass Geschäftsanwendungen oftmals höhere Anforderungen an die Hosting-Plattform stellen. Außerdem werden die Preise für die Bereitstellung von Infrastruktur aus der Cloud wegen der Skaleneffekte weiter fallen.

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Somit erhöht sich der kommerzielle Druck auf klassische Rechenzentren in Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung drastisch – mit entsprechenden Auswirkungen auf die IT-Abteilungen. Der Automatisierungsgrad bei der Installation von Backend-Infrastrukturen in der Cloud und auch im lokalen Rechenzentrum wird selbst bei kleineren Umgebungen steigen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Unternehmen werden also aus Kostengründen immer stärker auf Angebote aus der Cloud setzen?

Tritsch: Der Zusammenschluss, die „Federation“, von mehreren Identitäten, die zu einem Benutzer gehören, und die Lösung von aktuellen Problemen rund um Sicherheit und Privatsphäre sind notwendige Voraussetzungen für die Akzeptanz der kostengünstigen Cloud-Dienste. Die zugehörigen Produkte und Dienste werden nicht lange auf sich warten lassen. Im Grunde stehen wir am Beginn einer industriellen Revolution der IT-Branche: Manuelle Arbeit verliert massiv an Wert, während hochskalierbare, vollautomatische Prozesse für möglichst viele Individuen weiter an Relevanz gewinnen. Nur noch in Nischen oder gesetzlich vorgegebenen Bereichen werden teure Einzel- oder Speziallösungen ihre Daseinsberechtigung haben.

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