Umweltfreundlich, neu, innovativ - der Datacenter-Chiller aus Feldkirchen

"Wir kochen Wasser bei 5 Grad Celsius!"

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Chiller nutzt Wasser als Kältemittel

In einer zylindrischen Grundeinheit des Systems sind die verschiedenen Stufen des Carnot-Prozesses kombiniert: Zuerst wird das Kältemittel in einem Grobvakuum und dadurch schon bei Temperaturen ab 5 Grad Celsius verdampft. Der Dampf steigt nach oben in eine Art Trichter, der in den Verdichter, eine Einheit mit zirka 13 Zentimeter Durchmesser, führt.

Der eigens entwickelte Verdichter mit CFK-Rotor.
Der eigens entwickelte Verdichter mit CFK-Rotor. (Bild: Efficient Energy)

Dort dreht sich der schmiermittelfrei betriebene Rotor aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK). Er komprimiert den Dampf auf rund das Dreifache seiner Eingangsdichte und erhitzt ihn dadurch auf rund 70 Grad Celsius.

Anschließend wird der Dampf abgeleitet und kondensiert, indem er mit kälterem Wasser beregnet wird, Das nunmehr erwärmte Wasser gibt am Wärmetauscher nach außen seine Wärme an ein Rückkühlmedium ab, der Kreislauf beginnt von Neuem. Die warme und die kalte Seite innerhalb der Maschine sind durch die Druckkammern (Grobvakuum/Verdichter) voneinander getrennt.

Das erste kommerzielle Produkt

Praktisch schlägt sich die Erfindung im „E-Chiller45“ nieder, einem Kühl/Wärmerückgewinnungsaggregat mit einer Leistung von 45 Kilowatt, 500 Kilo Gewicht und 1 Quadartmeter Standfläche bei 2,50 m Höhe. Darin stecken drei der oben beschriebenen Grundeinheiten in einer speziellen, patentierten Verschaltung.

Mehrere E-Chiller können parallel oder seriell geschaltet werden, um beliebige Leistungen zu realisieren. Kleinere Ausgaben des Produkts sind geplant, die minimale Leistung wird aus technischen Gründen bei 5 Kilowatt liegen.

Eine Einheit verbraucht einmalig 65 Liter Leitungswasser, die bei Betriebsbeginn eingefüllt werden. Kalk fällt bei der erstmaligen Verdampfung einfach heraus und bleibt am Boden des Wasserbereichs liegen.

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Solche Systeme gibt es eigentlich schon lange -- Prof. Joachim Paul sei Dank! Sabroe (DK) und...  lesen
posted am 17.09.2014 um 16:12 von Unregistriert

Sehr interessantes System, ich bin auf die ersten Erfahrungen im Live Betrieb gespannt.  lesen
posted am 15.09.2014 um 21:34 von Unregistriert


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