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Geschichte des Microsoft-Betriebssystems

Windows Historie, Teil 2: Das Plug-and-Play-Betriebssystem

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Windows 98: Neuer Schwerpunkt Internet

Wie es der Name schon andeutete, folgte im Jahr 1998 der nominelle Nachfolger zum populären Windows 95. Bis dato war dies die längste Pause, die Microsoft zwischen zwei Betriebssystemen eingelegt hatte (sieht man einmal von neuen Releases in der NT-Familie ab).

Windows 98 präsentierte sich optisch sehr ähnlich zu seinem Vorgänger, führte aber neue Hardwareunterstützung und einen schärferen Fokus auf Internet-Anwendungen ein.
Windows 98 präsentierte sich optisch sehr ähnlich zu seinem Vorgänger, führte aber neue Hardwareunterstützung und einen schärferen Fokus auf Internet-Anwendungen ein.
(Bild: Microsoft)

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Rein optisch gesehen änderte sich im Vergleich zum Vorgänger recht wenig – wer die Service-Releases schon kannte, war auch mit den meisten wesentlichen Neuerungen von Windows 98 vertraut. Tatsächlich lief quasi unter der Haube ein nur leicht aktualisierter Kernel.

Trug Windows 95C noch die Versionsnummer 4.00.1214c, war Windows 98 bei Release Version 4.10.1998. Allerdings verlief der Verkaufsstart von Windows 98 zunächst noch etwas holprig. Ein Video von der Produktpräsentation auf der CES 1998 wurde bald weltweit bekannt, als das Betriebssystem bei der Vorstellung der verbesserten Plug & Play – Eigenschaften vor den Augen von Firmengründer Bill Gates mit einem Blue Screen abstürzte.

Eine wesentliche Neuerung in Windows 98, die damals seiner Zeit allerdings wohl noch zu weit voraus war, war der sogenannte „Active Desktop“. Anstelle einer Bilddatei konnte man Windows 98 für den Desktop-Hintergrund auch eine HTML Webseite festlegen, die auch Links und andere aktive Elemente enthalten durfte.

Seiner Zeit voraus: Der "Active Desktop" versorgte Nutzer live mit Angeboten und "Push"-Nachrichten aus dem Internet. Der zusätzliche Speicherbedarf und die Notwendigkeit einer permanenten Internetverbindung war den meisten Nutzern im Jahr 1998 allerdings noch zu viel.
Seiner Zeit voraus: Der "Active Desktop" versorgte Nutzer live mit Angeboten und "Push"-Nachrichten aus dem Internet. Der zusätzliche Speicherbedarf und die Notwendigkeit einer permanenten Internetverbindung war den meisten Nutzern im Jahr 1998 allerdings noch zu viel.
(Bild: Screenshot/Microsoft)

Zudem enthielt das Betriebssystem eine Channel-Leiste, die permanent mit dem Internet verbunden war und so den Nutzer durchgehend mit Nachrichten versorgen konnte. Was heutzutage mit Smartphones und Widgets recht gängig ist, hatte 1998 allerdings noch mit zwei schwerwiegenden Problemen zu kämpfen.

Zum einen waren durchgängige Internet-Flatrates in dieser Zeit nicht weit verbreitet. Internetverbindungen waren noch recht teuer, viele Nutzer gingen noch mit Dial-Up-Verbindungen online, so dass jede Minute Geld kostete. Zum anderen kosteten die Features zusätzliche Rechenleistung und Arbeitsspeicherbedarf. In der Regel wurden diese Elemente daher wenig genutzt.

Mit der Mitte 1999 veröffentlichen zweiten Edition, „Windows 98SE“ (für „Second Edition“), sorgte Microsoft dann allerdings für den bislang stabilsten Windows-Release, der eine Reihe wesentlicher Verbesserungen mit sich brachte. DSL-Modems und Firewire-Geräte wurden standardmäßig unterstützt, Schlüssel-Features wie „DirectX“, der Media Player oder der Internet Explorer (jetzt in Version 5.0) erhielten umfangreiche Upgrades. Als einzig echte neue Funktion trat allerdings das Internet Connection Sharing auf, das es Windows-Nutzern erstmals erlaubte, die Internet-Verbindung des Rechners mit anderen PCs im gleichen Netzwerk zu teilen.

Windows 98 war das letzte Microsoft-Betriebssystem, das noch auf Disketten ausgeliefert wurde. Spätestens ab Windows 98SE war das OS so umfangreich geworden, dass es von 1999 an nur noch als CD bzw. DVD erschien.

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