Amazon bietet das bessere Preis-Leistungsverhältnis Windows Azure und Amazon EC2: Cloud Computing im Vergleich

Autor / Redakteur: Jonathan Hassell* / Ulrich Roderer

Zwei große Cloud-Anbieter beherrschen derzeit den Markt: Microsoft und Amazon. Amazon ist schon länger im Business und sein Angebot übertrifft derzeit noch Microsoft, doch auch Redmont hat einiges Ansprechendes zu bieten. Ein genereller Vergleich.

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Microsoft Azure zeichnet sich durch ein klares und durchdachtes Interface aus.
Microsoft Azure zeichnet sich durch ein klares und durchdachtes Interface aus.

Der Amazon Cloud Service ist leistungsstärker als Windows Azure. Amazon bietet die besseren Firewall-Optionen und Verschlüsselungsmechanismen. Darüber hinaus offeriert Amazon Integration zu weiteren Services wie Simple Storage Service (S3) oder Abrechnung. Für manche Firmen ein weiterer Vorteil: Amazon unterstützt mehr Betriebssysteme als Azure. Amazon EC2 skaliert besser und schneller und bietet Load Balancing sowie Online-Dokumentation.

Das soll nicht heißen, dass Azure sich nicht gut für einige Anwendungsfälle eignet. Die Integration zwischen Visual Studio und Azure ist unübertroffen, um neue Services zu entwickeln. Mit dem Windows Server 2012 stellt Microsoft zudem die Möglichkeit bereit, Hyper-V-Maschinen mit minimalem Aufwand auf die Azure-Cloud zu migrieren. Aber solange dieses Feature noch nicht verfügbar ist, bleibt EC2 die leistungsstärkere Plattform.

Administration

Das administrative Interface von Windows Azure gehört eindeutig zu den überzeugendsten Portalen und Control Panels der letzten Zeit. Mit dem klaren und wohldurchdachten Redesign im Microsoft Metro-Look leitet das Control Panel intuitiv zu den Aufgaben, die man ausführen will: Erstellen neuer Services, neue Endpoints zuweisen, Services transferieren, VMs starten und anhalten.

Das Amazon-Interface dagegen ist zwar funktional aber ein kompliziertes Durcheinander mit vielen Tabs für jeden Service. Zudem ist die Terminologie verwirrend und die Kontextmenüs sind versteckt in einer komplexen Tabelle. Nach einer Einarbeitungsphase lässt sich auch mit EC2 schnell arbeiten, aber Windows Azure hat sicherlich die Messlatte für ein effektives Control Panel gesetzt.

Kosten im Vergleich

Amazon hat kontinuierlich seine Preise reduziert und das Free Tier-Angebot ausgeweitet. Damit bleibt Amazon für die gleichen Services insgesamt kostengünstiger als Windows Azure.

Microsoft bietet kostenloses Testen für zwei bis drei Monate für Windows Azure Services. Auf der Amazon Elastic Compute Cloud ist es möglich, kleinere Lasten schon für unter einem Dollar pro Monat zu hosten.

Windows Azure dagegen startet mit höheren Basispreisen und berechnet eingehende Bandbreiten (bei Amazon kostenlos) und verlangt höhere Tarife für nach außen gehende Bandbreite als Amazon. Amazons Basisangebot verfügt über weniger Speicher und Storage als Azure, aber zusätzlichen Speicherplatz zu mieten ist kostengünstiger als bei Azure.

Fazit

Derzeit hat Amazons Elastic Compute Cloud Vorteile gegenüber Azure. Mehr Plattformen werden unterstützt, die Kosten sind geringer und es besteht eine Integration zu anderen Amazon-Services. Unternehmen, die voll auf Microsoft setzen, und eine hybride Infrastruktur aus Cloud und eigener IT aufbauen wollen, sind mit Azure wahrscheinlich besser beraten als mit Amazon.

*Jonathan Hassell ist ein Fachbuchautor und Consultant

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