Neue Microsoft-Betriebssysteme kurz vor der Veröffentlichung Windows 8 und Windows Server 2012 Editionen und Lizenzen

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Geht es nach Microsoft sollen Anfang August die finalen Versionen Windows 8 und Windows Server 2012 fertig sein. Ab Ende Oktober sind die Betriebssysteme dann offiziell für alle erhältlich. Bei den verfügbaren Lizenzen beider Betriebssysteme ändert sich dann einiges.

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Laut offiziellen Angaben von Microsoft stehen die RTM-Versionen (Release to Manufacturing) von Windows 8 und Windows Server 2012 Anfang August den Testern zur Verfügung.
Laut offiziellen Angaben von Microsoft stehen die RTM-Versionen (Release to Manufacturing) von Windows 8 und Windows Server 2012 Anfang August den Testern zur Verfügung.

Windows 8 ist die Bezeichnung des neuen Clientbetriebssystems, also der Nachfolger von Windows 7. Die Serverversion Windows 8 Server trägt die offizielle Bezeichnung Windows Server 2012. Hierbei handelt es sich um den direkten Nachfolger von Windows Server 2008 R2 mit Service Pack 1.

Microsoft veröffentlicht Windows 8 in vier Editionen. Außerdem gibt es weiterhin 32-Bit und 64-Bit-Versionen der verschiedenen Windows 8-Editionen. Käuflich über den Handel sind nur die beiden Editionen Windows 8 und Windows 8 Professional.

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Abschied von Ultimate und Home

Windows 8 ist das System für Privathaushalte, während sich Windows 8 Professional an Unternehmen richtet. Windows 8 Professional erbt die Funktionen von Windows 7 Ultimate und ist damit die Version die so gut wie alle Features von Windows 8 enthalten wird, außer Funktionen für sehr große Unternehmen. Für sehr große Unternehmen mit Software Assurance-Verträgen gibt es noch die Enterprise-Edition.

Windows 8 Professional lässt sich an Domänen anbinden und per virtuelle Festplatte (VHD) booten. Außerdem verfügt die Professional Edition über die Verschlüsselungstechnologien Bitlocker und Encrypted File System. Ebenfalls dabei ist die Virtualisierungstechnologie Hyper-V. Alle diese Funktionen fehlen in der normalen Version Windows 8. Diese ist der Nachfolger von Windows 7 Home Premium. Windows 8 und Windows 8 Professional wird es als 32-Bit und als 64-Bit-Version geben, das gilt auch für Windows 8 Enterprise.

Für Nutzer des Media Center in Windows 7 oder Vista ist interessant zu wissen, dass wahrscheinlich keine Edition mit dem Media Center ausgeliefert wird, sondern diese Multimedia-Erweiterung durch ein eigenes Paket nachgereicht werden soll. Dieses ist natürlich kostenpflichtig.

Windows 8 für Tablet PCs

Windows RT ist nicht zu erwerben, sondern wird ausschließlich an OEMs vergeben, die Tablet-PCs für Windows 8 bauen. Die offizielle Bezeichnung dieser Edition ist Windows RT, auch bekannt geworden unter dem Entwicklernamen Windows on Arm (WoA). Die Edition ist für ARM-Prozessoren kompiliert, die zum größten Teil in Tablet-PCs verbaut sind. Der Nachteil dieser Edition ist zunächst, dass sich keine herkömmlichen Windows-Programme (x86 oder x64) auf dem System installieren lassen, sondern nur Metro-Apps aus dem Microsoft App-Store oder selbst entwickelte Anwendungen auf Metro-Basis. Microsoft wird aber sein neues Office-System für Windows RT portieren und damit auch lauffähig für Windows RT machen. Im Lieferumfang von Windows RT sind daher Word, Excel, PowerPoint und OneNote bereits vorinstalliert. Ein sehr großer Nachteil von Windows RT ist die fehlende Unterstützung von Windows-Domänen und damit den Vorteilen einer zentralen Steuerung wie Gruppenrichtlinien. Windows 8 RT bringt eine eigene Verschlüsselung für Tablets mit. Diese ist nicht in den anderen Editionen enthalten.

PCs auf denen Windows 7 Starter, Home Basic oder Home Premium installiert sind, lassen sich zu Windows 8 und Windows 8 Professional aktualisieren. Computer mit Windows 7 Professional und Windows 7 Ultimate erlauben eine Aktualisierung zu Windows 8 Professional, aber keine Aktualisierung zur kleinen Windows 8-Version. Bei den Systemvoraussetzungen hat sich im Vergleich zu Windows 7 nicht viel verändert.

Alles Wichtige zu den Editionen und Lizenzen des Windows Server 2012 lesen Sie auf der nächsten Seite.

Windows Server 2012-Editionen und Lizenzen

Windows Server 2012 wird mit vier Editionen veröffentlicht. Diese tragen die Bezeichnung Standard, Essentials, Datacenter und Foundation.

Die beiden Editionen Standard und Datacenter sind vom Umfang her identisch, beide verfügen über die gleichen Serverfeatures. Das heißt die Standard Edition beherrscht jetzt auch alle Funktionen die bisher nur den Enterprise Editionen von Windows Server vorbehalten waren. Das sind zum Beispiel Failover-Clustering, BranchCache Hosted Cache-Server, ADFS und mehr.

Nur die erlaubten virtuellen Maschinen auf diesen Editionen sind unterschiedlich. Die Standard-Edition erlaubt bis zu zwei virtuelle Server, bei der Datacenter-Edition sind die Anzahl der virtuellen Server nicht begrenzt. Die Standard Edition soll etwa 800 Dollar kosten, die Datacenter-Edition kommt auf etwa 4.900 Dollar. Die Editionen Webserver und Enterprise Server gibt es nicht mehr.

Prozessor-basierte Lizensierung

Microsoft ändern die Lizenzierung in ein prozessorbasiertes Modell ab. Eine Lizenz deckt immer zwei physische Prozessoren ab. Für einen physischen Server lassen sich auch mehrere Lizenzen erwerben. Wollen Unternehmen daher auf einem Server mit zwei Prozessoren vier virtuelle Maschinen betreiben, ist entweder eine Datacenter-Edition oder zwei Standard-Editionen notwendig. Setzen Sie Server mit vier Prozessoren ein, müssen Sie zwei Lizenzen erwerben, allerdings die gleichen. Es ist nicht erlaubt auf einem Server mehrere Editionen zu lizenzieren, oder Lizenzen auf mehrere Server zu splitten.

Die Editionen berücksichtigen daher nur noch die Anzahl der physischen Prozessoren und die Anzahl virtueller Server die Unternehmen auf dem Host betreiben. Die Betriebssystem-Installationen auf den virtuellen Servern müssen nicht mehr lizenziert werden, da diese bereits durch die Lizenzierung der Hyper-V-Hosts abgedeckt sind. Nur die Anzahl der installierten virtuellen Server spielt noch eine Rolle, sowie die Anzahl der physischen Prozessoren auf dem Host.

Windows Server 2012 Foundation ist im Grunde genommen der Nachfolger der gleichen Edition in Windows Server 2008 R2 und für OEMs gedacht. Server mit dieser Edition unterstützen maximal 15 angebundene Benutzer, CALs sind keine notwendig.

Alles Wichtige zum Schicksal des Small Business Server lesen Sie auf der nächsten Seite.

Kein Small Business Server mehr

Windows Server 2012 Essentials wird der Nachfolger des Windows Small Business Server 2011 Essentials und Standard. Es wird keine Standard oder Essentials Edition mehr von SBS geben, SBS 2011 Standard, war die letzte Version dieses Servers, der auch noch Exchange enthalten hat.

Auch das Premium-Add-On für SBS wird es nicht mehr geben. In diesem Zug stellt Microsoft auch die Entwicklung des Windows Home Servers ein. Dessen Funktionalität wird ebenfalls von Windows Server 2012 Essentials übernommen.

Der Server soll etwa 430 Dollar kosten. Unternehmen die einen Software Assurance-Vertrag haben und SBS 2011 Standard lizenzieren, dürfen Windows Server 2012 Standard Edition und Exchange Server 2010 Standard installieren. Wer noch das Premium-Add-on in den Vertrag integriert hat, darf zusätzlich auf SQL Server 2012 Standard auf einer weiteren Lizenz mit Windows Server 2012 Standard setzen. Windows Server 2012 Essentials lässt sich außerdem nicht virtualisieren.

Anwender und Clients die auf Server zugreifen, benötigen weiter Clientzugrifflizenzen (CALs). Hier sind allerdings nur CALs für Windows Server 2012 erlaubt, mit Windows Server 2008 R2-CALs ist kein Zugriff auf Server mit Windows Server 2012 gestattet.

Die Serverdienste Remote Desktop und Active Directory Rights Management Services sind noch mit Windows Server 2008 R2 identisch. Das heißt Unternehmen müssen diesen Zugriff getrennt lizenzieren.

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