Vitalität trotz aller Unkenrufe

Wie wunderbar sind Mainframes - dank Linux

| Autor / Redakteur: Meike Chabowski* / Ulrike Ostler

Meike Chabowski ist bei Suse Documentation Strategist und sie schreibt heute einen Meinungsartikel im Kampf gegen die ewigen Vorurteile zu Mainframes.
Meike Chabowski ist bei Suse Documentation Strategist und sie schreibt heute einen Meinungsartikel im Kampf gegen die ewigen Vorurteile zu Mainframes. (Bild: Suse Linux GmbH)

Entgegen aller Unkenrufe sind Mainframes nie wirklich „aus der Mode“ gekommen. Ihr dauerhafter Erfolg ist eng mit dem Siegeszug von Linux hin zum Quasi-Standard im Rechenzentrum verbunden.

Banken, Finanzdienstleister, Versicherungen, Versorgungsunternehmen, Regierungen, Krankenhäuser, Fluggesellschaften und eine Vielzahl anderer öffentlicher und privater Organisationen setzen auf die zuverlässigen und leistungsstarken Datenverarbeitungsfunktionen von „IBM z Systems“ Servern, die seit Jahrzehnten kontinuierlich im Einsatz sind. Viele dieser Unternehmen und Organisationen bieten kritische Dienstleistungen an, die täglich 24 Stunden verfügbar sein müssen.

Für sie undenkbar, dass es hier auch nur zu einer Minute Ausfallzeit kommt. Ihre Mainframes gehören deshalb zu den wichtigsten Anlagen in ihrem IT-Arsenal.

Der IBM Mainframe ist so aktuell wie nie zuvor und meistert unangefochten einen anspruchsvollen Balanceakt: Er holt ein Optimum an Leistung aus der – zugegebener Maßen anfänglich massiven - Investition in Hardware und Anwendungen. Zusätzlich liefert er im Laufe der Jahre immer wieder neue Ansätze für Enterprise Computing, indem er Konzepte und Technologien einführt, die unser Wirtschafts- und IT-System heute und künftig entscheidend mitgestalten.

Dem Mainframe kann man trauen

Mehr als 95 Prozent der Fortune 500-Unternehmen vertrauen heute auf IBM z Systems Server: Sie haben unternehmenskritische Anwendungen im Einsatz, die fehlertolerante Systeme erfordern. Diese Systeme laufen jahrelang ohne Unterbrechung und selbst ihre Wartung erfolgt weitgehend im laufenden Betrieb.

Das Konzept der „Business Continuity“ wurde mit der ersten Mainframe-Generation eingeführt und wird allgemein als „RAS“ bezeichnet – Zuverlässigkeit (Reliability), Verfügbarkeit (Availability), Wartungsfreundlichkeit (Serviceability):

  • Zuverlässigkeit bezieht sich auf Konstruktionsmerkmale, die Fehler in einem System erkennen, dann das System stoppen und Probleme melden, anstatt falsche Ergebnisse und Berechnungen zu liefern.
  • Verfügbarkeit bezieht sich auf Designmerkmale, die es dem System ermöglichen, trotz des Auftretens eines Systemfehlers weiter zu funktionieren.
  • Wartungsfreundlichkeit bezieht sich auf die Leichtigkeit, mit der ein System bei Störungen diagnostiziert werden kann; Früherkennung verringert oder verhindert Ausfallzeiten.

Darüber hinaus wurde der Mainframe mit höchsten Sicherheitsanforderungen konzipiert, um Unternehmen und staatlichen Institutionen maximalen Investitionsschutz zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem die Absicherung sensibler Daten durch Verschlüsselungsmechanismen, der Schutz der Privatsphäre der Nutzer sowie ein umfassender Audit Mechanismus mit Compliance-Berichten.

Der Mainframe als Festung

Da Resilienz und Sicherheit seit über 50 Jahren ein Markenzeichen für das Mainframe-Computing sind, haben viele Unternehmen die Vorteile von z Systems als „Enterprise-Security-Hub“ entdeckt. Nicht umsonst erhalten IBM z Systems Server mit dem von der International Standards Organisation vergebenen Common Criteria Evaluation Assurance Level 5 (EAL5) die höchste Sicherheitseinstufung für handelsübliche Server.

Aber Mainframes stehen auch für ein weiteres Konzept: Green-IT. Ein einziger Großrechner kann Dutzende oder Hunderte kleinerer Server ersetzen. Dadurch werden nicht nur Kosten für die Verwaltung, sondern auch Energie-, Kühlungs- und Platzbedarf gesenkt - und gleichzeitig wird Raum für weiteres Wachstum geschaffen.

Die extreme „Green-IT“-Fähigkeit von IBM z Systems basiert in großen Teilen auf einem Technologiekonzept, das die IT-Welt revolutionierte. Erstmals für IBM System/360 im Jahr 1964 entwickelt ist die Virtual Machine-Technologie heute unter dem Begriff Virtualisierung eine Voraussetzung für zeitgemäße IT.

Und grün ist Mainframe-Computing auch noch

Das führt uns zum „modernsten“ IT-Konzept, das schon vor vielen Jahren ansatzweise über den Mainframe realisiert wurde: das Cloud Computing. Bevor die Cloud zur „neuen Erfindung“ wurde, stand sie auf dem Mainframe schon seit einigen Jahren zur Verfügung. Das zugrundeliegende Konzept des Cloud Computing geht zurück auf das „Time-Sharing“, die Praxis der gemeinsamen Nutzung von Terminal-Computern und CPU-Zeit auf einem Mainframe. Dies beseitigte Perioden der Inaktivität auf dem Großrechner und erlaubte eine höhere Rendite für die Investition.

In vielen Organisationen nehmen Mainframes heute mehr Rechenleistung ein als je zuvor, denn IBM z Systems bietet eine Plattform für hocheffizientes Computing. Das liegt auch an einem der wichtigsten Meilensteine in den fünf Jahrzehnten seit Beginn der Mainframe Ära: Die Adaption des Open-Source-Betriebssystems Linux. Linux auf z Systems vereint alle bereits genannten Vorteile des IBM Mainframe mit der Flexibilität und den offenen Standards eines Open-Source-Betriebssystems.

Meike Chabowski: „Dank Linux ist der Mainframe up to date und vorbereitet für alle neuen IT-Themen von Containertechnologien wie Docker, Virtualisierungstechnologien wie KVM und Projekte wie das Hyperledger Blockchain Projekt der Linux Foundation.“
Meike Chabowski: „Dank Linux ist der Mainframe up to date und vorbereitet für alle neuen IT-Themen von Containertechnologien wie Docker, Virtualisierungstechnologien wie KVM und Projekte wie das Hyperledger Blockchain Projekt der Linux Foundation.“ (Bild: Suse Linux GmbH)

Die Bedeutung von Linux auf dem Mainframe

Heute ist Linux der Treiber für Innovationen auf z Systems, denn es ermöglicht schnell neue Lösungsansätze und verkürzt die „Time to Market“ für viele Anwendungen.Noch wichtiger jedoch ist, dass Linux generell der Motor für das Mainframe-Revival geworden ist.

Linux eröffnet einer großen Zahl von IT-Experten, die mit Linux aufgewachsen sind, überhaupt erst die Möglichkeit, sich mit dem Mainframe zu befassen. Warum? Ganz einfach: Im Prinzip gilt „Linux ist Linux ist Linux“ – unabhängig von der darunterliegenden Plattform.

Ein Beispiel dafür ist einmal mehr Virtualisierung, denn IBM z Systems eignet sich zum Beispiel hervorragend als Plattform für Konsolidierung via Virtualisierung. Für viele IT-Spezialisten, die im Umgang mit Mainframes oder mit z/VM, der Hypervisor Technologie von IBM auf dem Mainframe, keine Erfahrung besitzen, war das Thema Großrechner oft tabu.

Linux ist Linux ist Linux

Seit einiger Zeit kann man auf z Systems aber auch mit der Linux Virtualisierungstechnologie „KVM“ virtuelle Maschinen aufsetzen (Suse zum Beispiel bietet neuerdings vollen Support für KVM auf z Systems mit „Suse Linux Enterprise Server 12 SP2“). Das erleichtert Linux Administratoren den Zugang zum Mainframe ganz ungemein, denn Linux – und KVM - auf dem Mainframe verhält sich genauso wie Linux auf x86.

In den vergangenen 17 Jahren hat Linux auf dem Mainframe eine Erfolgsgeschichte in den größten Unternehmen auf der ganzen Welt geschrieben. Dank Linux wird sich das in Zukunft auch nicht ändern. Containertechnologien wie Docker, Virtualisierungstechnologien wie KVM, Projekte wie das Hyperledger Blockchain Projekt der Linux Foundation, werden dafür sorgen, dass IBM z Systems - mit seiner extremen Skalierbarkeit und Rechenleistung – auch weiterhin bei hochaktuellen Themen wie Internet of Things, Micro-Services oder Digitaler Datentransformation ganz vorne mitspielen wird.

* Meike Chabowski ist Documentation Strategist bei Suse.

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