Das Zweiwegesystem für die zentrale Speicherung und dezentrale Bearbeitung großer Dateien Wie man fast ohne IT-Infrastruktur in Außenstellen zügig arbeiten kann

Autor / Redakteur: Christian Lorentz, Riverbed / Rainer Graefen

Terminals, Virtual Desktop Infrastructure oder WAN-Optimierung gelten als Werkzeuge, um IT in Zweigstellen zu zentralisieren. Mit Granite will Riverbed nun die letzte Zentralisierungs-Lücke schließen, wenn in der Dependance große Datenmengen verarbeitet werden müssen.

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Riverbed Granite für den Zweigstellen-Betrieb mit den notwendigen Funktionsblöcken, die auch das Echtzeit-Bearbeiten großer, zentral gespeicherter Datenmengen erlauben.
Riverbed Granite für den Zweigstellen-Betrieb mit den notwendigen Funktionsblöcken, die auch das Echtzeit-Bearbeiten großer, zentral gespeicherter Datenmengen erlauben.
(Bild: Riverbed)

Viele Unternehmen haben bereits einen hohen Konsolidierungsgrad ihrer IT-Infrastruktur erreicht, indem sie Server und Storage in Teilen virtualisiert und ihr Wide Area Network (WAN) optimiert haben. Dennoch gibt es gerade in Zweigstellen immer noch viel Infrastruktur, die den Konsolidierungsbemühungen weitestgehend trotzt.

Hier sind neue Ansätze nötig, mit denen IT aus Zweigstellen herausgesaugt werden kann und dennoch so zur Verfügung steht, als wäre sie vor Ort. Gründe für das Vorhalten von IT-Infrastruktur in Zweigstellen gibt es viele: Die hohen Kapazitätsanforderungen vieler Anwendungen und die Sorge um die Produktivität der Nutzer, wenn das WAN einmal nicht verfügbar ist, sind nur zwei davon.

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Zweigstellen sind nicht nachrangig

Es besteht damit die Notwendigkeit, große Datenmengen, die jeder WAN-Beschleunigungs- oder Remote-Lösung trotzen, lokal bearbeiten zu können. Bisher konnten diese Herausforderungen an Verfügbarkeit und Performance nur gelöst werden, indem sich Storage und Server in unmittelbarer Nähe der Nutzer befunden haben.

Dies birgt jedoch große Risiken, besonders in Anbetracht der Datensicherheit. Gibt es auch in Außenstellen und Filialbüros IT-Infrastruktur, dann werden offensichtlich wichtige Informationen außerhalb des zentralen Rechenzentrums aufbewahrt, was entsprechende Sicherheitsgefahren und Compliance-Probleme mit sich bringt.

Zudem ist eine solche externe Infrastruktur kostspielig, da physische Hardware erworben werden muss. Auch IT-Support muss zuweilen vor Ort sein, um sich darum zu kümmern – ein weiterer Kostenfaktor. Nach wie vor erscheint eine allumfassende Konsolidierung in das zentrale Rechenzentrum also schwierig.

Lösungsmöglichkeit: VDI-Vorteile kopieren

Ein Lösungsansatz rund um die Storage Delivery beschäftigt sich mit der Virtualisierung von Servern und Storage-Kapazitäten in der Zweigstelle und hat das Ziel, Kosten zu senken, Sicherheit zu verbessern, Anordnungen einzuhalten und Flexibilität sowie Produktivität zu steigern.

Vom Prinzip her entspricht der neue architektonische Ansatz der Virtual Desktop Infrastruktur (VDI) für Desktops: Er ermöglicht der IT-Abteilung, alle Zweigstellen-Server im Rechenzentrum zu konsolidieren und zu verwalten, indem Speicherkapazitäten über tausende von Kilometern vom Server entkoppelt und trotzdem so genutzt werden, als ob sie lokal auf dem Server liegen.

Der Anwender profitiert von einer uneingeschränkten Performance, während die IT die Daten eines dezentral aufgestellten Unternehmens innerhalb des Rechenzentrums verwalten, sichern, bereitstellen, reparieren, erweitern und schützen kann.

Datenstaubsauger für die Zweigstelle

Prinzipiell kann dieser Ansatz mit einem Staubsauger verglichen werden, der alle Daten, die sich nicht zwingend in der Zweigstelle befinden müssen, aus dieser sprichwörtlich heraussaugt und im zentralen Rechenzentrum ausleert. Dort werden sie aber trotzdem verfügbar gehalten, so dass jeder überall auf der Welt nach Bedarf darauf zugreifen kann – und zwar so schnell, als wären sie noch vor Ort. Das Ganze funktioniert völlig unkompliziert: Ein Unternehmen beginnt damit, die Server in den entfernten Zweigstellen zu virtualisieren und die Daten zurück ins Rechenzentrum zu migrieren, also aus der Außenstelle herauszusaugen. Eine Appliance im Rechenzentrum projiziert diese zentralisierten Daten zurück in die Zweigstelle, wo diese dann von einer lokalen Appliance bereitgestellt werden, so dass sie ohne Verzögerung verwendet werden können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, über das WAN zu booten. So können Unternehmen ihre IT-Ressourcen effizienter ausnutzen – darunter auch Storage, Back-Up und Recovery sowie Management-Tools. Gleichzeitig profitiert der Endnutzer in Außenstellen von der Anwendungsperformance, die er dort gerade braucht.

Cache und Dateisystem kooperieren

Ein Beispiel: Interagiert ein Nutzer in einer Zweigstelle mit einer Anwendung und erzeugt dabei neue Daten, werden diese Daten lokal in einem Cache geschrieben und über das WAN zurück ins Rechenzentrum transferiert. Während dieses Vorgangs werden also ganze Storage-Blöcke vom Rechenzentrum in die Zweigstellen transferiert, so dass eine nahtlose Performance möglich wird.

Damit werden etwaige Bandbreiten- und Latenzprobleme gelöst, da globale Speicher- und Serverinfrastrukturen vom Rechenzentrum aus über das WAN bereitgestellt werden. Interaktionen zwischen Server und Speicher, die normalerweise nacheinander ablaufen, finden gleichzeitig statt, indem die Intelligenz des Dateisystems zum Block-Level hinzugefügt wird.

Selbst wenn die Verbindung unterbrochen wird oder das WAN nicht verfügbar sein sollte, können die Daten zuerst lokal abgespeichert, und dann weiter übermittelt werden, sobald die Verbindung wiederhergestellt ist.

Leerlaufzeiten gegen Null

Unternehmen können Zweigstellen-Server, Anwendungen und Daten so vollständig zentralisieren und lokal dennoch die Performance liefern, die benötigt wird. Zudem bekommt die IT-Abteilung die Kontrolle über wertvolle Unternehmens-Ressourcen, die vorher weit verstreut waren und somit ein Risiko dargestellt haben, zurück.

Support und Management für Zweigstellen können reduziert werden, indem Server- und Datenmanagement im Rechenzentrum stattfinden. Damit wird vor Ort kein IT-Personal mehr benötigt. Auch Reisen zu Reparaturzwecken müssen nicht mehr stattfinden.

Daten aus Außenstellen werden weiterhin im Rechenzentrum gesichert, in dem die IT-Abteilung für alle Unternehmensdaten die gleichen Tools und Handlungen nutzen kann. IT-Verantwortliche müssen so keine spezifische Back-Up-Lösung mehr kaufen, installieren und verwalten. Daten werden auch häufiger gesichert, so dass zeitnahe Recovery-Punkte zur Verfügung stehen.

Vorteile im Überblick

Gleichzeitig sorgt das Konzept für beschleunigte Recovery-Zeiten, indem ein schneller Zugang über das WAN besteht und es nicht länger notwendig ist, komplexe und zeitaufwendige Datenwiederherstellungen durchzuführen, um Dienste in Zweigstellen wieder nutzbar zu machen.

Die Daten, die sicher im Rechenzentrum verfügbar sind, können dann nach Bedarf in die Zweigstelle gespiegelt werden. Insgesamt lassen sich die Gesamtbetriebskosten verglichen mit anderen Prozessen für das Management einer IT-Infrastruktur in Zweigstellen um 20 bis 50 Prozent senken.

So können Unternehmen ihre globale Infrastruktur kosteneffizient bündeln und dem Idealbild einer komplett konsolidierten Zweigstelle einen Schritt näher kommen. Und das nur, indem sie Daten und Anwendungen aus der Zweigstelle saugen, im Rechenzentrum ausleeren und dann dahin zurück projizieren, wo sie benötigt werden.

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