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Modularität ist das Zauberwort der RZ-Infrastruktur Wie man ein Rechenzentrum ohne Russisches Roulette baut

Autor / Redakteur: Heiko Schrader* / Ulrike Ostler

Unternehmen müssen sich die Frage stellen, wie IT-Infrastrukturen und Rechenzentren für die riesigen Datenmengen, die die fortgesetzte Digitalisierung der Geschäftsaufgaben mit sich bringt, geplant, gebaut, gewartet und finanziert werden können. Einfach mehr Rechenzentren zu errichten löst das Problem des finanziellen Risikos nicht.

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Modell eines integrierten modularen Rechenzentrums von ICTroom mit Kühltürmen
Modell eines integrierten modularen Rechenzentrums von ICTroom mit Kühltürmen
(Bild: ICTroom)

Nach dem Cyber-Angriff auf den Deutschen Bundestag musste dessen IT-Infrastruktur völlig neu aufgebaut werden. Der Angriff löste eine öffentliche Diskussion über die Frage aus, wie sich die digitale Integration bewältigen lässt.

Immer mehr Netzwerke werden miteinander verbunden und sind voneinander abhängig. Während in diesem Fall der Steuerzahler für die kostspielige Neuinstallation aufkam, hätte in einem Privatunternehmen die komplette Neuinstallation nach einem Zusammenbruch der IT-Infrastruktur zum Konkurs führen können und wäre somit keine Option gewesen.

Laut 451 Research sind Pauschallösungen nicht in der Lage, speziellen Gegebenheiten gerecht zu werden. Wer ein eigenes Rechenzentrum baut, kann sich möglicherweise einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, benötigt aber in der Regel Zugang zu Kapital und eine langfristige Planung. Hinzu kommen die wachsenden Anforderungen aufgrund von Umweltstandards, steigenden Energiekosten und eines größeren, aber schwankenden Datenbedarfs. Deshalb wird in diesem Zusammenhang meist von einer großen Herausforderung gesprochen, die Unternehmen zu bewältigen haben.

Innovation auf der Höhe der Zeit

Angesichts aller Zahlen und Statistiken, die auf den Ernst der Lage verweisen, gerät leicht in Vergessenheit, dass solche Herausforderungen immer auch eine Chance auf Fortschritt und technische Innovation mit sich bringen. Die Standard-Antwort, nämlich Mega-Rechenzentren in besonders kalten Regionen zu errichten, lässt die Möglichkeiten außer Acht, die moderne Lösungen eröffnen können.

Außerdem vermag Verlagerung von Daten in weit entferntes Niemandsland mit besseren klimatischen Bedingungen vielleicht das Richtige für eine Handvoll von Großunternehmen zu sein, bedarf aber einer exzellenten Kapitalausstattung. Zusätzlich muss die zukünftige Datennutzung genau einschätzt werden können. Die meisten Unternehmen sehen in der Speicherung ihrer Daten in einem solchen Rechenzentrum jedoch keine Option und müssen daher andere Wege finden.

Die IT-Infrastruktur bietet ein gutes Beispiel dafür, wie sich mit Know-how und Innovation ein Problem lösen lässt. Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen stellt individuelle Anforderungen an ein Rechenzentrum, die standardisierte Lösungen nicht erfüllen können. Konnektivität, Sicherheit, Latenz, Zugänglichkeit und Risikomanagement sind heute wichtigere Faktoren denn je.

Integrierte modulare Rechenzentren

Größere Entfernung bedeutet weniger Kontrollmöglichkeiten und schlechtere Latenzwerte. Rechenzentren sind für viele Unternehmen wichtiger und zu einem zentralen Asset geworden, weil eine bessere Infrastruktur höhere Produktivität bedeutet. Doch wenn auf einer so grundlegenden Ebene eine Fehlentscheidung getroffen wird, ist das Risiko finanzieller Verluste hoch.

DCIM Monitoring: Übersichtsansicht des Dashboards zeigt die Ressourcenauslastung
DCIM Monitoring: Übersichtsansicht des Dashboards zeigt die Ressourcenauslastung
(Bild: ICTroom)

„Integrated Modular Datacenters“ (IMD) sind mittlerweile so weit entwickelt, dass sie die Herausforderung in einen Vorteil verwandeln können. Unternehmen können sich Wettbewerbsvorteile verschaffen, wenn sie zur Anpassung bereit sind.

Ein IMD bietet eine komplette Day-One-Anlage, lässt sich aber auch erweitern und an künftige Entwicklungen anpassen. Für IMDs spricht, dass sie eine präzise Kostenkalkulation für die Planung, den Bau, die Wartung und die Finanzierung eines Rechenzentrums ermöglichen. Zudem sind sie umweltfreundlich und führend im Hinblick auf Power Usage Efficiency (PUE), Preis pro Kilowatt Leistung sowie Investitionsrentabilität.

Individuelle IT-Infrastruktur als Rückgrat des Unternehmenserfolgs

IMDs beruhen auf langjähriger, technischer Erfahrung und bestehen großenteils aus vorgefertigten Elementen, lassen sich aber trotzdem auf jeden Kunden individuell zuschneiden. Anbieter von modularen Konzepten können neben der nötigen Ingenieureerfahrung eine Reihe vorteilhafter Finanzierungsoptionen anbieten.

Planungsentwurf eines realisierten Rechenzentrums in Holland
Planungsentwurf eines realisierten Rechenzentrums in Holland
(Bild: Cegeka Impression)

Opex-basierte Modelle garantieren eine risikofreie Finanzierung und verringern den Invest für den Kunden. Auch Hybridmodelle mit einem Mix aus Opex- und Capex-Finanzierung werden angeboten. Außerdem können die Überwachung und Wartung des Rechenzentrums in die Vereinbarungen aufgenommen werden, um Verfügbarkeit und Sicherheit jederzeit zu gewährleisten. Dies ist der Punkt, an dem Know-how und Technologie den Kreis schließen und IMDs die Ausschöpfung des komparativen Vorteils ermöglichen, die sonst nur mit hohem Kapitalaufwand zu erzielen wäre.

IMDs werden aber nicht nur durch ihre Flexibilität zu Business-Enablern, sondern auch durch ihre energie-Effiziente Leistung. Moderne IMD-Lösungen bieten ausgezeichnete Werte im Hinblick auf die PUE (Power Usage Effectiveness) und andere Indikatoren für Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz. Untersuchungen zeigen, dass modulare Rechenzentren Ressourcen sparen und zur Unterbringung von Racks mit hohem Kühlbedarf auch in anspruchsvollen Umgebungen geeignet sind. Multimodale Kühlsysteme und bereits im Entwurf angelegte aerodynamische Optimierungen gewährleisten Skalierbarkeit und ermöglichen es, Racks mit hoher Leistungsdichte zu betreiben.

Auch Gartner sieht das Potenzial der modularen Bauweise und konstatiert, dass sich bereits die ersten Unternehmen diese Innovation zunutze machen. Die wichtigsten Vorteile sind nach Ansicht von Gartner die schnelle Reaktionszeit und die Energie-/Kühleffizienz.

Das Fazit des Autors

Über die Veränderungen der IT-Landschaft und die Anforderungen an die IT-Infrastruktur wird viel geredet. Es stand aber nur wenig Zeit zur Verfügung, um Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, was funktioniert und was nicht. IMDs sind eine zuverlässige und anerkannte Lösung und haben das Potenzial, den Rechenzentrumsmarkt zu revolutionieren, weil sie sowohl den heutigen Anforderungen gerecht werden als auch jederzeit granulare Anpassungen an künftige Bedürfnisse ermöglichen.

Der Autor, Heiko Schrader, ist Sales Director DACH von ICTroom.
Der Autor, Heiko Schrader, ist Sales Director DACH von ICTroom.
(Bild: Kees Krick Media)

Die Anwender haben sehr individuelle Ansprüche und befinden sich an Marktstandorten mit unterschiedlichen Bedingungen. Deshalb sind IMDs die Best-Practice-Lösung. Klassische Bauer von Rechenzentren können häufig keine Beratungsfunktionen bieten, und die Integration von Branchenstandards passt nicht in ihre Pauschalkalkulation. IMDs, die von Ingenieuren bereitgestellt werden, können Vorteile akkumulieren, die sich aus einer Reihe von Faktoren ergeben. Individuelle Anforderungen in verschiedenen Bereichen können berücksichtigt werden, von der Latenz bis zur Zugangskontrolle, sodass der Kunde am Ende von einer maßgeschneiderten Lösung profitiert, die seinen Bedürfnissen genau entspricht.

Der Autor:

Heiko Schrader ist Sales Director DACH bei ICTroom Company BV.

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