Ein Plädoyer für Managed Services

Wie entsorgen Service-Provider IT-Altlasten schnell, am schnellsten?

| Autor / Redakteur: Arno Brausch* / Ulrike Ostler

IT und TK-Technik, die veraltet, verschwindet nicht so einfach; sie belastet.
IT und TK-Technik, die veraltet, verschwindet nicht so einfach; sie belastet. (Bild: © alphaspirit - Fotolia)

Der rasante Fortschritt in der Mobilfunk- und Telekommunikationsbranche bringt neue Möglichkeiten – seien es neue Netzwerkstandards, Endgeräte oder Services, wenn dafür nicht große Umstellungen in der technischen Voraussetzungen notwendig wären. Wie werden die Provider ihre IT-Altlasten am schnellsten los? Ein Plädoyer.

Die Telekommunikationsbranche entwickelt sich schneller als alle anderen Branchen. In immer kürzeren Abständen werden neue, interessante Technologien, Endgeräte und Services für Nutzer vorgestellt.

Deshalb ist es eigentlich verwunderlich, dass Service Provider bei der Umsetzung dieser neuen Technologien noch immer auf alte, über einen langen Zeitraum hin gewachsene Netzwerke und Systeme setzen. Zwar ist sich die Mehrheit über negative Folgen für ihr Unternehmen im Klaren, doch nur ein kleiner Prozentsatz hat bereits damit begonnen, Verbesserungen vorzunehmen.

Laut einer Studie, die im Februar und März 2015 von der Forschungsfirma Coleman Parkes für Amdocs durchgeführt wurde, arbeiten 45 Prozent der Service-Anbieter auf dem europäischen Markt mit teilweise veralteten IT-Systemen. Bei 70 Prozent betrifft dies sogar zentrale Bereiche der IT-Umgebung. Die Studie zeigt auch, dass 55 Prozent dieser Anbieter bereits mit der Umsetzung eines Verbesserungsprogramms begonnen haben, während 25 Prozent diesen Schritt innerhalb der nächsten zwei Jahre einplanen.

Die Outsourcing-Pläne für die nächsten Jahre sind groß

Service-Provider gehen unterschiedliche Wege, um das Problem veralteter Netzwerke zu lösen. Einige wählen Software- und Service-basierte Lösungen, um eine vollkommene Überarbeitung oder Optimierung ihrer existierenden Systeme umzusetzen.

Dabei setzen sie auf interne oder externe Ressourcen wie Managed-Service-Anbieter. Laut Studie planen Anbieter vor allem im zentralen Bereich der Business Support Systems (BSS) wie Rechnungsstellung, Customer Relations Management (CMS) und dem Bestellprozess externe Software-Anbieter zu beauftragen.

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Durchschnittlich 35 Prozent der Studienteilnehmer aus dem europäischen Markt gaben an, dass ihr Unternehmen Prozesse in diesem Bereich teilweise oder vollständig auslagert. Weitere 25 Prozent planen, dies in Zukunft zu tun. Interessant ist, dass 63 Prozent der Befragten für dieses Vorhaben denselben Managed-Services-Anbieter beauftragen wollen, der auch schon ihre neue Netzwerkumgebung betreut.

Neue IT durch Managed Services

Die neuesten Fortschritte bei IT-Services für die Optimierung alter Systeme setzen multi-dimensionale Datenanalysen um. Diese innovative Technologie kann über verschiedene Software- und Hardware-Komponenten sowie Geschäfts- und Organisationsprozesse hinweg Daten zusammenführen und analysieren. So helfen sie dabei, im Vorfeld festgelegte Unternehmensziele und KPIs zu erreichen.

Um Risiken bei der Implementierung zu vermeiden und während der Umstellung dennoch geschäftlich und finanziell agil bleiben zu können, werden die Veränderungen Schritt für Schritt eingeführt. Das ermöglicht eine sukzessive Implementierung von System- und Prozessverbesserungen. Schritt für Schritt werden Lösungen zur Datenrationalisierung und Automatisierung eingeführt, bevor alte Systeme endgültig stillgelegt werden.

Anwendungen von Providern, die diese Herangehensweise gewählt haben, zeigen eine Einsparung der Betriebskosten um bis zu 30 Prozent und einen deutlichen Anstieg der Service-Qualität. So konnten etwa Probleme bei der Rechnungsstellung um 70 Prozent reduziert und der Abrechnungszeitraum um 60 Prozent verkürzt werden.

Die größten Risiken

Je mehr veraltete Systeme im Einsatz sind, umso höher ist das Risiko für Probleme bei der Integration neuer Systeme. Darin waren sich 70 Prozent der Befragten einig. Aus geschäftlicher Sicht sind die größten Herausforderungen die Fähigkeit, neue Trends wie Social-Media-Nutzung und mobiles Surfen aufzunehmen (90 Prozent der Befragten) und hohe Instandhaltungskosten zu tragen (70 Prozent der Befragten).

Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen die CIOs der Service Provider, das Problem veralteter Netzwerkstrukturen zügig angehen. Eine Strategie, die IT-Services zu ihren Vorteilen nutzt, vor allem, wenn die Anbieter dieser Services über weitreichende Erfahrung im Kommunikationssektor verfügen und zusätzlich die neuesten technischen Standards mit klar definierten SLAs und KPIs liefern können, kann zu unmittelbaren Erfolgen und einem Wettbewerbsvorteil angesichts der steigenden Konkurrenz führen.

* Arno Brausch ist Director Development bei Amdocs.

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