Kommentar von Ulf Schitkowsky, Computacenter

Wie das Software-defined Datacenter die Storage-Welt verändert

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Variante zwei ist die Virtualisierung von Speichern, indem Ressourcen verschiedener Systeme und Hersteller in einem Storage-Pool zusammengefasst werden. Der Nachteil ist hier, dass das Storage Area Network in seiner Komplexität nicht reduziert wird.

Das Software-defined Datacenter (SDDC) dehnt die Idee der Server-Virtualisierung auf alle Infrastrukturebenen im Rechenzentrum aus und stellt Netzwerk, Storage und Server als Service bereit. Die Service-Orientierung sorgt für eine logische Trennung der operationalen von der physischen Infrastrukturebene und legt so den Grundstein für eine durchgängige Automatisierung des gesamten IT-Betriebs.
Das Software-defined Datacenter (SDDC) dehnt die Idee der Server-Virtualisierung auf alle Infrastrukturebenen im Rechenzentrum aus und stellt Netzwerk, Storage und Server als Service bereit. Die Service-Orientierung sorgt für eine logische Trennung der operationalen von der physischen Infrastrukturebene und legt so den Grundstein für eine durchgängige Automatisierung des gesamten IT-Betriebs.
(Bild: Computacenter)

Die dritte SDS-Alternative fügt zusätzlich zur Abstraktionsebene, die die Speicher verwaltet, eine weitere Kontrollinstanz zur Bereitstellung der Kapazität ein. Die Ressourcenanfrage stützt sich hierbei auf Service Level Agreements.

Die vierte mögliche SDS-Umsetzung basiert auf Standard-Hardware und Betriebssystemen und bildet die Storage-Services Software-seitig ab. Eine Untervariante besteht darin, anstelle von Software-Services lokale Serverkapazitäten zu verwenden. Für alle vier Konzepte gibt es einige Anbieter, noch ist aber nicht absehbar, welcher Ansatz sich langfristig durchsetzen wird. Deshalb zögern viele Unternehmen derzeit noch, SDS einzuführen, weil sie das Investitionsrisiko als zu hoch einschätzen.

Jetzt die Weichen stellen – technisch und organisatorisch

Dennoch sollten Unternehmen keinesfalls tatenlos abwarten, bis sich ein SDS-Standard herauskristallisiert und sich SDN-Konzepte zur Marktreife weiterentwickelt haben.

Sie können jetzt schon drei wichtige Maßnahmen angehen, um in wenigen Jahren, wenn alle SDDC-Technologien einsatzbereit sind, vorbereitet zu sein: Erstens sollten neue Storage-Lösungen über Element-Manager und Standardschnittstellen wie Web-Services verfügen, um in die Automation eingebunden werden zu können.

Zweitens können Unternehmen jetzt schon einzelne Aufgaben identifizieren, die sie testweise virtuell betreiben und anschließend in die Produktionsumgebung überführen. Und drittens sollten sie ihre IT-Organisation auf die technische Umstellung vorbereiten. Denn die Einführung eines SDDC ist nicht allein ein technologisches Thema, sondern vor allem ein Paradigmenwechsel – sowohl bei der Zusammenarbeit innerhalb der IT als auch zwischen IT und den Fachabteilungen.

Innerhalb der IT müssen die Aufgaben über die einzelnen „Technologie-Silos“ Server, Storage und Netzwerk hinweg bereichsübergreifend organisiert werden. In der Vergangenheit lag der Fokus immer innerhalb der Silos, sodass hier neue Arten der Abstimmung und Zusammenarbeit etabliert werden müssen. Dadurch erfordern die neuen Technologien auch die Einrichtung eines übergeordneten Orchestrierungsteams, das sich aus Netzwerk-, Storage- und Computing-Spezialisten zusammensetzt. Neu entsteht auch die Rolle des SDDC-Architekten, der dieses Team leitet.

Fazit: Wandel aktiv mitgestalten

Auf diese neuen Rollen sollten Unternehmen sich rechtzeitig vorbereiten, indem sie beispielsweise Storage-Admins auch in den anderen Technologiedisziplinen bereichsübergreifend weiterbilden. Storage-Experten könnten im Rahmen eines Job-Rotating-Modells Know-how im Netzwerk- und Computing-Bereich sammeln und auf diese Weise die Transformation hin zum virtuellen RZ aktiv mitgestalten.

Sie bilden so die Basis dafür, dass die Unternehmens-IT sich zum Service-Provider entwickeln kann, der in der Lage ist, den Fachabteilungen schnell, kosteneffizient und flexibel die erforderlichen Dienste zur Verfügung zu stellen. Durch diese Dynamik erreichen Unternehmen die nötige Agilität, um sich zukunftsfähig aufzustellen und den sich in vielen Branchen rasant verändernden Anforderungen begegnen zu können.

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