IoT entert das Rechenzentrum

Wertschöpfende IoT-Anwendungen im Kommen

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Wider den Protokollwirrwarr

Dem großen Problem fehlender Standards und Protokolle widmen sich ebenfalls eine ganze Reihe von Unternehmen.

„Daten- und Kundenhoheit bleiben wo sie sind, wir machen den Rest“, sagt Dr. Dirk Schlesinger, CEO Mozaiq Operations GmbH.
„Daten- und Kundenhoheit bleiben wo sie sind, wir machen den Rest“, sagt Dr. Dirk Schlesinger, CEO Mozaiq Operations GmbH. (Bild: Rüdiger)

  • Ein Beispiel ist der Startup Mozaiq. Anteilseigner sind Cisco, ABB und Bosch. Mozaiq möchte den Anbietern von IoT-Services eine Rundum-Glücklich-Plattform für ihre Dienste bereitstellen.
    Dazu gehört nicht nur Middleware, die beliebige Geräte mit beiliebigen Services der unterschiedlichen Provider verbindet, sondern auch der Betrieb entsprechender Serviceumgebungen. „Die Serviceprovider behalten ihre Kunden- und Datenhoheit, um alles andere kümmern wir uns“, beschreibt Dr. Dirk Schlesinger, CEO von Mozaiq Operations, das Geschäftsmodell des Unternehmens.
    Es sieht sich als eine Art Clearinghouse für IoT-Services, zuständig für alles vom Betrieb der Umgebung bis zur Abrechnung. Eine Minimalvariante der Lösung ist bereits erhältlich, in vollständigem Funktionsumfang gibt es Mozaiq ab dem ersten Quartal 2016. Zudem wird das Unternehmen einen zweiten, als eingetragenen Verein strukturierten Bereich haben, wo Mozaiq zusammen mit beliebigen Partnern gleichberechtigt neuartige Technologien und Applikationen entwickeln will.
  • Auch das polnische Unternehmen Oort hat sich mehr Vereinheitlichung zum Ziel gesetzt und ermöglicht es mit seiner Software, beliebige Geräte IoT-ready zu machen, ohne dass der Hersteller dafür das Design ändern muss. Das könnte vielen Produzenten zukünftig intelligenter Geräte viel Arbeit ersparen.

Die Architektur des Nomos-Systems trennt die Endkundensphäre sicher von der Third-Party-Service-Anbieter und vereinheitlicht gleichzeitig den Protokollwirrwarr.
Die Architektur des Nomos-Systems trennt die Endkundensphäre sicher von der Third-Party-Service-Anbieter und vereinheitlicht gleichzeitig den Protokollwirrwarr. (Bild: Nomos)

  • Als Dritter im Bunde der Middleware-Anbieter sei noch die Schweizer Firma Nomos genannt. Sie beschäftigt sich damit, über ihr System nOS Geräte, die auf Basis der unterschiedlichsten Protokollstapel arbeiten, in eine einheitliche IoT-Umgebung zu integrieren. „Wir haben derzeit über 25.000 Protokoll-Stacks im Angebot“, sagt Mitgründer Bernhard Hüssy.
    Die Daten aus den Endgeräten werden dabei über die „Nomos IoT Engine“, eine Applikation auf Linux oder OSX, über ein spezielles Messaging-Protokoll an die Benutzerschnittstelle, das Administrationsportal der Geräte und einen Cloud-Server geleitet. Nur über diesen Cloud-Server sind die Daten für externe Serviceprovider zugänglich, die auf ihrer Basis Dienstleistungen anbieten können.
    Direkte Zugriffe der Serviceprovider auf Daten und Endgeräte von Kunden sind nicht vorgesehen. Der Clou der Lösung ist eine für den Anwender unsichtbare Protokoll-Engine, die unterschiedliche Protokolle in ein systemweit einheitliches Protokoll umsetzt.

IoT in der Öffentlichen Hand

Auch der öffentliche Sektor kann von IoT profitieren, wie der israelische Startup Hipark beweist. Er will den Parksuchverkehr minimieren, der einen großen Teil des innerstädtischen Verkehrsaufkommens ausmacht. Die Idee: Einige hundert Taxifahrer pro Ort werden mit einem speziellen Kamera-Smartphone ausgerüstet oder verwenden ihre eigene Smartphone-Kamera samt Hipark-App, um gewissermaßen automatisch im Vorüberfahren jeglichen freien Parkplatz zu lokalisieren.

Alle freien Parkplätze werden in einer über die Cloud zugänglichen Karte der jeweiligen Gegend in Echtzeit gespeichert und können von den Teilnehmern des Service sofort angesteuert werden. Gründer Ronan Korman: „Parkplätze sind erst der Anfang, wir können uns für diese Lösung noch viele andere Anwendungsfelder vorstellen.“

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