Reif für die Cloud - Enterprise-Anwendungen als SaaS

Welche Anwendungen eignen sich für ein Deployment in der Cloud?

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Standardisierter Funktionsumfang

SaaS ist eine exzellente Deployment-Art für Standalone-Anwendungen. Eine weitreichende Integration mit anderen Anwendungen spricht derzeit noch häufig für den Anwendungsbetrieb im eigenen Rechenzentrum. Viele Anbieter, darunter FrontRange, legen jedoch viel Wert darauf, dass die eigenen SaaS-Produkte leicht zu integrieren sind, unabhängig vom Deployment. Gleiches gilt für den Grad, in dem die Applikation an die Geschäftsprozesse des eigenen Unternehmens angepasst werden muss.

Der Grund: Beides macht den Umzug einer Anwendung in die Cloud technisch schwieriger und damit teurer. Viele Cloud-Provider bieten deswegen nur eine standardisierte Version der Anwendung an. Wenn der Service-Anbieter die Anpassungen im Rahmen eines Projektes vornimmt, kann die Lösung im eigenen Rechenzentrum inklusive der Startaufwendungen kostengünstiger sein.

Datenschutz

Da die Daten beim SaaS an Dritte ausgelagert werden, kommt diese Betriebsart in manchen Fällen nicht in Frage – weil beispielsweise Compliance-Anforderungen die Auslagerung von Kundendaten untersagen, oder unternehmensinterne Policies für vertrauliche Informationen wie Produktplanung und Unternehmensstrategien dagegen stehen.

Eventuell spielt es eine Rolle, ob die zur Auswahl stehenden Dienstanbieter innerhalb Deutschlands oder der EU sitzen und welches lokale Recht zur Anwendung kommt. Neben dem Datenschutz entscheidet das lokale Recht auch über Details, etwa die Verpflichtungen zur Datenherausgabe im Falle einer Insolvenz.

Einen guten Überblick über die technischen Aspekte hinaus geben Leitfäden wie der des Branchenverbands BITKOM „Cloud Computing – Was Entscheider wissen müssen“ (PDF) oder vom Cloud Industry Forum: „A Buyers Guide to Cloud Services“ (registrierungspflichtiger Download).

Zum Thema Compliance: Es ist nicht immer eindeutig geregelt, ob eine Anwendung oder Daten ausgelagert werden dürfen, hier müssen Unternehmen eine Einzelfallentscheidung treffen. Da der SaaS-Markt jedoch noch recht jung ist, sind in den kommenden Monaten und Jahren einige Konkretisierungen bei Standards und Compliance-Vorgaben zu erwarten.

IT-Sicherheit und Verfügbarkeit

Besonders wichtig bei der Auswahl des Cloud-Providers ist die Absicherung und die Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur. Diverse Zertifizierungen geben hier einen ersten Anhaltspunkt: etwa von EuroCloud Deutschland_eco oder Trusted Cloud von TÜV TRUST IT im Bereich Sicherheit. Die Verfügbarkeit sollte mindestens einer Tier IV-Infrastruktur (siehe auch BITKOM-Leitfaden „Betriebssichere Rechenzentren“ v2 entsprechen, schließlich legt jeder Ausfall der IT-Infrastruktur mittlerweile das ganze Unternehmen lahm.

Um einen detaillierten Anforderungskatalog zu erstellen, ist das Eckpunktepapier des BSI „Sicherheitsempfehlungen für Cloud Computing Anbieter“ (PDF) nützlich. Zusätzlich ist eine gesunde Portion Vorsicht bei der Prüfung von möglichen Partnern sicher ein guter Ratgeber, generelles Misstrauen bei vielen Anbietern dagegen fehl am Platz. Denn eventuell erreicht ein Cloud-Provider ein Schutzniveau, dass ein einzelnes Unternehmen kaum erreichen kann.

Marktsegment in Bewegung

Zusammenfassend lässt sich sagen: SaaS ist eine sehr gute Alternative zum Betrieb von Anwendungen im eigenen Rechenzentrum, wenn das Einführungsprojekt wegen fehlendem Startbudget oder Personal nicht gestemmt werden kann, wenn die Anwendung mittelfristig schnell ausgebaut werden soll und wenn es um eine Standalone-Anwendung geht.

Was datenschutzrechtliche Vorgaben betrifft, die das Speichern oder Verarbeiten der Daten durch Dritte verbieten, kann man festhalten: Hier ist der Markt in Bewegung, wie auch bei den Kosten. Das bedeutet: Auch wenn in diesem Jahr die Entscheidung gegen ein SaaS-Deployment fällt, kann die Lageeinschätzung im nächsten Jahr schon anders sein. Neues Spiel, neues Glück!

Anton Kreuzer, Geschäftsfüher bei der Frontrange Solutions GmbH.
Anton Kreuzer, Geschäftsfüher bei der Frontrange Solutions GmbH.
Der Autor: Anton Kreuzer ist Geschäftsführer der FrontRange Solutions Deutschland GmbH.

Frontrange Solutions mit Firmensitz im kalifornischen Pleasanton entwickelt seit über 20 Jahren Software und Dienstleistungen für wachsende, mittelständische Unternehmen und Firmen mit verteilten Standorten. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf IT Service Management (ITSM), CRM, Sales Force Management und IT Asset Management.

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