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Reif für die Cloud - Enterprise-Anwendungen als SaaS Welche Anwendungen eignen sich für ein Deployment in der Cloud?

| Autor / Redakteur: Anton Kreuzer * / Florian Karlstetter

Software as a Service etabliert sich im Markt für Enterprise-Anwendungen: Gartner prognostiziert bis 2014 ein kräftiges Wachstum um 8,5 Prozent. Gleichzeitig bringen etablierte Hersteller 2012 geschätzte zwei von drei neuen Produkten und Angeboten (auch) als SaaS-Version auf den Markt. Alles nur ein Goldrausch?

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Nicht jeder Anwendungsfall eignet sich für ein Cloud-Deployment. Der Artikel beschreibt, welche Kriterien bei der Entscheidungsfindung wichtig sind.
Nicht jeder Anwendungsfall eignet sich für ein Cloud-Deployment. Der Artikel beschreibt, welche Kriterien bei der Entscheidungsfindung wichtig sind.
(© red150770 - Fotolia.com)

Die Entscheidung, ob eine Applikation in der Cloud oder On-Premise, also im eigenen Rechenzentrum, gehostet wird oder ob eine Mischform aus Fremd- und Eigenbetrieb den ganz konkreten Anforderungen am besten gerecht wird, muss für jede Anwendung im Unternehmen neu getroffen werden. Die Verantwortlichen müssen dabei je nach Anwendungsfall verschiedene Faktoren gewichten. Der folgende Artikel diskutiert die wichtigsten Kriterien.

Schnelles Wachstum inklusive ...

SaaS hat einen großen Vorteil: Anwendungen sind einfach skalierbar, in der Regel über ein Update der Lizenzen. Deswegen lohnen sich „as-a-Service“-Anwendungen besonders für Unternehmen, die beispielsweise ein starkes Mitarbeiterwachstum erwarten oder eine Applikation einführen, die eventuell weiteren Nutzergruppen zugänglich gemacht werden soll.

Ein Beispiel wäre eine ITSM-Lösung, die zunächst nur das Service Management nach ITIL abdeckt. Erst nach erfolgreicher Einführung soll ein Service-Katalog nach ITILv3 hinzukommen, den alle Mitarbeiter nutzen. Um die höhere Zugriffsrate zu bewältigen, muss je nach Anzahl der User bei einer Inhouse-Lösung entweder das System überdimensioniert werden oder eine leistungsfähigere Maschine her. Bei einer SaaS-Anwendung kann das Unternehmen dagegen die notwendigen Lizenzen nachordern, die Performanz des Systems gewährleistet der Dienstanbieter.

Personalknappheit in der IT-Abteilung – und nun?

Der Betrieb von Anwendungen als SaaS ist auch dann lohnend, wenn eine Anwendung schnell eingeführt werden soll oder muss, die interne IT-Abteilung aber zu klein oder zu stark ausgelastet ist, um das Projekt zu stemmen: Zeitaufwändige Vorarbeiten im Einführungsprojekt, wie das Bereitstellen und Einbinden der Server-Infrastruktur oder die Installation der Anwendung, werden damit an den Service-Provider ausgelagert. Zudem entfallen klassische Wartungsaufgaben im laufenden Betrieb, beispielsweise um Versions-Updates oder Patches des Server-Betriebssystems einzuspielen.

Doch auch bei einer SaaS-Lösung muss das Anwenderunternehmen interne Ressourcen bereithalten: Die Evaluation verschiedener Service-Anbieter braucht mindestens genauso viel Zeit wie bei einer On-Premise-Lösung. Hinzu kommt die Definition der Pflichtenhefte und Service Levels inklusive ihrer vertraglichen Fixierung. Auch für die Implementierung und das Customizing muss der Auftraggeber Zeit einplanen, geht es doch um Entscheidungen, die der Cloud-Provider nicht treffen kann – selbst wenn es sich um einen langjährigen Partner handelt.

Apropos Kosten

Werden Anwendungen im eigenen Rechenzentrum gehostet, steht immer eine Startfinanzierung für Hardware- und Software-Anschaffungen an. Hinzu kommen interne und externe Projektkosten, um die Applikation in Betrieb zu nehmen. Bei SaaS ist die Anfangsinvestition dagegen deutlich niedriger, da zumindest die Anschaffungskosten entfallen. Damit ist ein Cloud-Service besonders lohnenswert, wenn das Einführungsprojekt mit dem vorhandenen Budget nicht finanzierbar ist.

Allerdings: Die monatlichen Nutzungsgebühren summieren sich über eine längere Laufzeit häufig auf eine TCO (Total Cost of Ownership), die über dem Wert für den On-Premise-Betrieb liegt. Als Faustregel kann man festhalten: Ab einer Laufzeit von zwei Jahren ist ein SaaS-Deployment meist teurer.

SaaS ist also nicht per se günstiger, aber es bringt unter finanziellen Gesichtspunkten Flexibilität – besonders falls die Alternative wäre, eine neue Anwendung wegen fehlendem Budget oder Personal nicht einzuführen.

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