Bühnenbildner des Internet verdienen ganz gut mit Kleinprojekten

Webdesigner: Mehrheit mit ihrem Job zufrieden

| Autor: Ludger Schmitz

Der Beruf des Webdesigners ist erst gut 25 Jahre alt
Der Beruf des Webdesigners ist erst gut 25 Jahre alt (britaseifert_Pixabay 1045994 gemeinfrei / CC0)

Im noch jungen Beruf der Webdesigner gibt es bei viel Arbeit mit kleinen und sehr kleinen Projekten kein leichtes Geld mit Traumgagen. Weiterbildung und Spezialisierung sind gefragt. Trotzdem sind die meisten ganz zufrieden.

Host Europe hat eine internationale Umfrage unter 1500 Freiberuflern, Agenturen und IT-Unternehmen, die Webdesign anbieten, durchführen lassen. Über die Ergebnisse eines Teil der Umfrage, nämlich der von 284 Antwortenden aus Deutschland, gibt es eine spezifische Untersuchung.

Die meisten sind Einzelkämpfer

Webdesigner ist offenbar ein Männerberuf; denn nur zu elf Prozent waren Frauen an der Umfrage beteiligt. Und es sind zu fast 60 Prozent Leute zwischen 25 und 44 Jahren., was zu einem neuen Beruf passt, den es seit etwa 25 Jahren gibt. Zwei Drittel nennen sich Webdesigner und jeweils elf Prozent machen den Job wohl eher nebenher, denn sie bezeichnen sich entweder als Privatpersonen oder als Software- beziehungsweise Hardware-Professionals ein. Nur wenige sind bei Unternehmen angestellt.

Ihre Projekte, also ihre Aufträge, sind überschaubar. Etwas mehr als ein Drittel von ihnen braucht pro Projekt weniger als einen Monat. Ein Drittel der Webdesigner vereinbart mit den Auftraggebern eine projektbezogene Pauschale. Etwa genau so viele arbeiten mit Stundenpauschalen. Fast die Hälfte ist ein bis drei Monate mit einem Auftrag beschäftigt. 31 Prozent berechnet eine Stundenpauschale von 40 bis 60 Euro; 38 Prozent verlangen 60 bis 80 Euro. Darüber kommen nur 12 Prozent. Auf dem unteren Ende der Preisskala gibt es aber auch 19 Prozent Billiganbieter mit Stundensätzen unter 40 Euro.

Die Einkommensspitze ist dünn

Dem entspricht, dass 15 Prozent von einem verringerten Einkommen berichten. Bei fast jedem Vierten liegt das Jahreseinkommen unter 20.000 Euro. In der nächst höheren Gruppe bis 40.000 Euro sind es 38 Prozent, noch einmal höher bis 60.000 Euro liegen 23 Prozent. Und über 60.000 Euro im Jahr kommen 16 Prozent. 46 Prozent berichten von stabilem Einkommen. Aber der Trend zeigt leicht nach oben: Immerhin 40 Prozent verdienten zuletzt mehr.

Mehr als die Hälfte der Webdesigner verlangt von den Auftraggebern keinerlei Vorauszahlung. Jeder Vierte will vorab mindestens 20 Prozent der kalkulierten Kosten überwiesen haben. 15 Prozent wollen immerhin nur einen Betrag unter 20 Prozent. Nur fünf Prozent arbeiten mit fixen Vorab-Beiträgen. Mit ihrem Abrechnungsverfahren (auch mit der Zahlungsmoral der Auftraggeber?) sind mehr als die Hälfte der Befragten ziemlich zufrieden, jeder fünfte sogar sehr.

Auftraggeber und "Pain Points"

Eine besonders „Web-hungrige“ Branche ist der Einzelhandel. 42 Prozent der Befragten berichten von Kunden aus diesem Segment. Es folgen die Kreativindustrie mit 29 Prozent, der Food-Sektor mit 29, Reiseanbieter mit 28 und Immobilienanbieter mit 24 Prozent.

Ein Selbstläufer ist das Webdesign nicht. 38 Prozent der Befragten bezeichnen die Neukundenakquise als „Pain Point“. 26 Prozent nennen das Schritthalten mit technischen Entwicklungen, 34 Prozent die Preisgestaltung, 33 Prozent die Notwendigkeit, eine Spezialisierung zu finden, und 28 Prozent die Wahl der richtigen Tools für Kunden- und Projektmanagement.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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