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Gegen das Chaos im Verteilerschrank Was ist ODF? Was sind Optical Distribution Frames?

Ein Gastbeitrag von TDE – Trans Data Elektronik GmbH Lesedauer: 5 min |

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Netzwerktechniker haben die wichtige Aufgabe, Lösungen zur Bewältigung der explodierenden Datenmengen zu finden. Optical Distribution Frames (ODFs) erweisen sich als probates Mittel, um die optische Faserdichte in Glasfaser-Netzwerken zu erhöhen. Sie sorgen für Ordnung im Verteilerschrank und gewährleisten Investitionssicherheit sowie einfaches und flexibles Management.

Ordnung im Verteilerschrank: Ein ODF wie in diesem Fall von TDE sollte benutzerfreundlich sein und übersichtlich gestaltet.
Ordnung im Verteilerschrank: Ein ODF wie in diesem Fall von TDE sollte benutzerfreundlich sein und übersichtlich gestaltet.
(Bild: Westfalen Weser Netz)

ODFs sind integraler Bestandteil in Glasfaser-Management-Systemen (FMS) und spielen bei der Campus-Verkabelung eine zentrale Rolle: Wollen Netzwerktechniker die Verbindung über große Distanzen und zwischen verteilten Gebäuden oder Orten überbrücken, kommen sie zum Einsatz.

Kabel, die von außen in das Gebäude kommen, werden in einem speziellen ODF-Verteiler terminiert und lassen sich von dort aus weiter auf aktive Komponenten oder das nächste ODF patchen. Vor allem Carrier nutzen ODFs als Central-Office-System für die Hochverfügbarkeit. Neben dieser Kernanwendung finden ODFs in großen Rechenzentren Anwendung. Auch hier laufen Fasern von außerhalb im Rechenzentrum zusammen – sei es aufgrund von Internet-Anwendungen oder durch das Vorhandensein eines redundanten Rechenzentrums als Backup, das mit dem anderen Rechenzentrum über die Campus-Verkabelung verbunden ist.

Das ODF fungiert als Übergabepunkt: Es sorgt für die Verteilung der Verbindungen über Spleiße zwischen den ankommenden Glasfasern, sichert den Anschluss der Lichtwellenleiter mit entsprechenden Steckern an die verbundenen optischen Kommunikationseinheiten und schützt die Fasern.

Das „TDF“ (TDE Distribution Frame) von TDE bietet derzeit die branchenweit höchste Packungsdichte. Auf 46 Höheneinheiten können Netzwerktechniker bis zu 4032 Fasern mit LC terminieren.
Das „TDF“ (TDE Distribution Frame) von TDE bietet derzeit die branchenweit höchste Packungsdichte. Auf 46 Höheneinheiten können Netzwerktechniker bis zu 4032 Fasern mit LC terminieren.
(Bild: TDE – Trans Data Elektronik GmbH)

Um Montagekosten zu reduzieren, können Nutzer ihr ODF-System komplett vorkonfigurieren lassen. Der Vorteil: Einheiten mit vorkonfektionierten Kabeln und Steckern lassen sich wesentlich schneller installieren. Sie reduzieren die Bauzeit und garantieren hohe Qualität und Leistung.

Drei ODF-Varianten

ODFs erfüllen zwei wesentliche Funktionen für die Netzwerkinfrastruktur: Mit Hilfe des Verteilerschranks lassen sich möglichst viele Fasern auf geringem Raum terminieren. Zugleich bieten ODF-Verteiler dank ihrer Bauweise meistens auch eine Ebene, in der sich die Überlängen der Patch-Kabel ablegen lassen. Dies ist wichtig, um Kabel-Chaos zu vermeiden.

Je nach Anwendung lassen sich drei unterschiedliche ODF-Lösungen unterscheiden: Die klassische, die Spleiß-to-Spleiß- und die Patch-to-Patch-Lösung. Die klassische Lösung ist die Spleiß-to-Patch-Lösung. Hierbei terminieren Netzwerktechniker die Fasern durch Anspleißen von Pigtails. Die Anschlusstechnik befindet sich vorne, die Verbindung lässt sich über Patch-Kabel herstellen.

Die zweite Variante ist die Spleiß-to-Spleiß-Lösung: Hier kommen hochfaserige Kabel aus unterschiedlichen Gebäuden oder Orten im ODF-Verteiler an und werden dort zusammengespleißt. Möglich ist auch eine Aufteilung, wenn etwa Kabel von einem Hauptgebäude kommen und auf mehrere Fertigungshallen verteilt werden sollen.

Die Vor- und Nachteile

Das direkte Zusammenspleißen von Kabeln mit einer extrem hohen Faserzahl mit mehreren Kabeln mit einer geringeren Faserzahl ist hier möglich. Dadurch lassen sich zusätzliche Übergänge (Steckverbindungen) einsparen und Dämpfungen reduzieren.

Andererseits können Netzwerktechniker einmal gespleißte Verbindungen nachträglich nicht mehr ändern. Unternehmen sind somit nicht flexibel, wenn sie Änderungen im Netzwerk vornehmen wollen.

Bei der Patch-to-Patch-Variante entfällt das Spleißen. Diese kommt insbesondere innerhalb der Verteilerräume zur Vernetzung der Verteilerschränke untereinander zum Einsatz.

Patch und Trunk-Kabel

Netzwerktechniker verwenden Patch-Kabel oder auch Trunk-Kabel und nutzen zunehmend auch die MPO-Anschlusstechnik (Multipath Push-On) als Plug-and-play-Lösung. Der Vorteil liegt auf der Hand: Mehrfaser-Steckverbinder punkten durch ihre enorme Packungsdichte bei gleichzeitiger Vervielfachung der Performance.

Da sich im Gegensatz zu LC-Duplex-Steckverbindern, bei denen sich nur eine bis zwei Fasern anbinden lassen, bei MPO-Steckverbindern je nach Anwendung über Plug-and-play mindestens zwölf bis inzwischen sogar 32 Fasern anbinden lassen, können Netzwerktechniker Steckvorgänge deutlich vereinfachen und verkürzen.

Aktuell erfolgt die Terminierung überwiegend über die klassische Spleiß-to-Patch-Lösung. Gleichwohl sollten Planer, Ingenieure und Techniker Unternehmen bereits heute auf alternative Patch-to-Patch-Lösungen hinweisen und ODFs universeller nutzen. Welche der drei ODF-Lösungen Unternehmen einsetzen, hängt von der jeweiligen Anwendung ab und ist letztlich eine Frage der Philosophie. Klar ist, dass der steigende Bedarf nach FTTH (Fibre to the Home)-Anwendungen auch den Bedarf nach ODFs weiter erhöhen wird.

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ODFs in der Praxis

Für Unternehmen sind die Kleinteiligkeit der Netzwerkstruktur, die in der Regel eine aufwendige Handhabung vieler ODF-Systeme bedeutet, und sehr lange Lieferzeiten oftmals eine Herausforderung. Was können sie tun? Auf welche Lösungen können sie zurückgreifen, wenn sie für ihr umfangreiches Glasfaserkabelnetz passende Endstellen in Form von ODFs benötigen?

Generell sollte der Aufbau von ODF-Systemen modular und montagefreundlich sein und sich durch eine leichte Bauweise mit möglichst wenigen Teilen auszeichnen. Außerdem: benutzerfreundlich, übersichtlich konfiguriert, um die Patch-Kabel sauber verlegen zu können, und jederzeit einfach zerlegbar.

Hoher Benutzerkomfort im Innenraum lässt sich erreichen, wenn sich auf der linken Seite des Racks ein großzügig bemessener Platz mit Biegeradienbegrenzern befindet, wo sich die Überlängen der Patch-Kabel geordnet ablegen lassen. Auf der rechten Seite ist dann Platz für die Stammkabel. Von Vorteil sind abnehmbare Seitenwände und Türen sowie die Möglichkeit der Wandmontage oder des Aufstellens Rücken-an-Rücken.

Eine weitere Alternative ist die Anreihung der Racks über Schrankverbindersets. Lösungen mit 19-Zoll-Rasterholmen bieten hohe Flexibilität und ermöglichen es Netzwerktechnikern, auch andere 19-Zoll-Komponenten wie Switche zu montieren. Damit sind Anwender unabhängig von proprietären Systemen und ETSI-Racks.

Design und Packungsdichte

ODF-Systeme müssen künftigen Anforderungen des Netzwerks wie Fasererweiterungen oder Implementierung neuer Produkte wie Splitter- oder WDM-Module (Wavelength Division Multiplexing) gewachsen sein. Deshalb ist die Packungsdichte das zentrale Element von ODF-Systemen.

Am Markt sind bereits Rack-Systeme mit bis zu 4032 Fasern mit LC verfügbar, die sich auf 46 Höheneinheiten terminieren lassen. In diese passen bis zu 14 Baugruppen mit jeweils drei Höheneinheiten. Eine 19-Zoll-Baugruppe belegt drei Höheneinheiten und kann bis zu zwölf Spleißmodule aufnehmen. So lassen sich bis zu 288 Fasern pro Baugruppe und bis zu 24 Fasern mit LC-Steckern pro Spleißmodul terminieren.

Durchdachtes Design, hoher Bedienkomfort und benutzerfreundliche Montage sind zentrale Anforderungen an das Rack-System: Besonders praktisch ist ein Spleißtisch, auf dem Netztechniker das Spleißgerät abstellen und es so nahe an der Baugruppe betreiben können.
Durchdachtes Design, hoher Bedienkomfort und benutzerfreundliche Montage sind zentrale Anforderungen an das Rack-System: Besonders praktisch ist ein Spleißtisch, auf dem Netztechniker das Spleißgerät abstellen und es so nahe an der Baugruppe betreiben können.
(Bild: Westfalen Weser Netz)

Die Ablage der Spleiße erfolgt in Standard-Spleißkassetten. Empfehlenswert sind Lösungen, die über ein im Spleißmodul integriertes Bündelader-Überlängenmanagement verfügen. Da sie ohne zusätzliche Höheneinheit auskommen, sparen sie Platz. Installierte Flexschläuche schützen die Bündelader-Überlängen, so dass Netzwerktechniker sie sicher im Modul ablegen können. Außerdem lassen sich die Bündeladern in Flexschläuchen ordnen und fixiert zu den Spleißmodulen führen. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Montagefreundlichkeit des ODFs sind das Anbringen von Rangierbügeln und die Integration von Kabelaufteilern.

Alles in allem

Mit ODFs können Techniker große Faserzahlen strukturiert, flexibel und dauerhaft übersichtlich terminieren. Unternehmen profitieren von Hochverfügbarkeit und bleiben wettbewerbsfähig. Entscheidend dafür sind das modulare und montagefreundliche Design des ODF-Systems und eine hohe Packungsdichte.

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