Very british – Geschichte der ARM-CPU

Was ist eine ARM-CPU?

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

ARM überlebt als Chip

HP will im Rahmen des Projekts "Moonshot" Server auch mit ARM-Prozessoren ausstatten.
HP will im Rahmen des Projekts "Moonshot" Server auch mit ARM-Prozessoren ausstatten. (Bild: Socram8888/ Wikipedia)

1989 war ein wichtiges Jahr für den englischen Prozessorlieferant. Man stellte den „ARM3“ vor, der mit 25 Megaherzt getaktet war – wie Intels Pendant „486“ und ebenso wie dieser über einen L1-Chache-Speicher verfügte. Dank des neuen Kernels zeichnete sich der ARM3 aber dadurch aus, dass er wenig Energie aufnahm und auch dank der kleinen Die-Größe ein wunderbarer Chip für Embedded-Anwendungen war. Chip-Produzent VLSI überzeugte einige Kunden, diesen Prozessor auszuprobieren, darunter auch Apple.

Apple wollte den Chip in Mobilgeräten einsetzen, der Handheld „Newton“ wurde gerade entworfen, sich aber nicht von einem Desktop-Rivalen beliefern lassen. Die Amerikaner überzeugten Acorn, die Prozessorabteilung auszugegliedern.

1990 wurde die ARM Ltd. gegründet, die nun als „Advanced RISC Machines Ltd.“ firmierte. Acorn/Olivetti hielten 40 Prozent Anteil an der neuen Company ebenso wie Apple, der Rest ging an VLSI Technology. Neuer Firmenchef wurde Robin Saxby, der bis 2001 als CEO, danach bis 2006 als Chairman der Firma verbunden blieb.

Apple wird Kunde

Saxby begann mit der systematischen Vermarktung ausschließlich der Rechte (Intellectual Property) an den ARM-Prozessoren, verkaufte also keine Hardware mehr. Kunden war neben Apple auch die ehemalige Mutter Acorn, die weiter Systeme herstellte, unter anderem für Oracle die Client-Rechner „Netsurfer“ und „Netstation“.

Auch der zukunftsträchtige Markt für Video on Demand wurde schon getestet: In Cambridge startete ein Feldversuch bei dem sich die Teilnehmer ihre Video-Inhalte über ein Netzwerk selbst aussuchen und ansehen konnten. Abonnenten konnten so auch Home-Shopping, Weiterbildung und sogar das Internet nutzen. Acorn lieferte die dazu notwendige Settop-Box.

Allerdings war man seiner Zeit voraus, das Projekt floppte. Als dann auch noch Olivetti in finanzielle Schwierigkeiten geriet, bedeutet das das Ende von Acorn. Morgan Stanley wurde neuer Eigentümer der Acorn-Gruppe, die schließlich Ende 2000 bei Broadcom landete.

ARM, still going strong

„StrongARM“ nannte sich der erfolgreiche Prozessor der ARM Ltd., der von Digital gefertigt wurde und den Apple im Newton einsetzte. Allerdings geriet Apple selbst in dieser Zeit in finanzielle Schwierigkeiten, auch weil Newton kein Verkaufsschlager wurde.

Als Steve Jobs erneut das Ruder bei Apple übernahm, verkaufte er bis 2001 Zug um Zug alle ARM-Anteile. Dabei wuchs die Liste der ARM-Lizenznehmer seit Mitte der 90er Jahre stetig und zählte bald alle namhaften Halbleiterhersteller zur Kundschaft.

2001 hielt man im Markt für Embedded 32-Bit-Risc-Chips einen Anteil von über 75 Prozent. 2002 feierte man die Auslieferung von einer Milliarde Mikroprozessorkerne, 2007 waren es bereits fünf Milliarden, ein Jahr später zehn Milliarden.

2010 wurde Microsoft Lizenznehmer der ARM-Architektur und brachte ein Jahr später Windows für ARM auf den Markt. Heute zählen 300 Lizenznehmer zur Kundschaft, die über 30 Milliarden ARM-basierende Chips geliefert haben.

Die Autorin:

Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Coach in München.

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