Linux für den Mittelstand

Warum eigentlich nicht Open Source?

09.03.2007 | Autor / Redakteur: Dr. Petra Gulz / Andreas Donner

Linux ist in aller Munde. In den letzten acht Jahren hat sich das Open Source-Betriebssystem vom Entwickler-Spielzeug zur ernstzunehmenden Business Alternative gemausert. Doch auch die Zahl der Linux-Skeptiker ist immer noch hoch – zu Unrecht, sagt Collax, und tritt mit „Simply Linux“ auch gleich den Beweis für diese These an!

Begünstig wurde der Trend in Richtung Open Source Entwicklung durch so Aufsehen erregende Entscheidungen wie beispielsweise die der Stadt München, ihre Verwaltung auf Linux umzustellen. Die kurzfristige Anreise von Microsofts CEO Steve Ballmer, um die Entscheidungsträger umzustimmen, sorgte für großen Pressewirbel und – Popularität. Und so verwundert es nicht, dass sich die Themen Linux und Open Source nicht nur in der einschlägigen IT-Presse, sondern auch in der Wirtschaftspresse etabliert haben.

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass Linux der Softwareschmiede aus Redmond mit ihrem Betriebssystem Windows schon den Rang abgelaufen hat. Was natürlich nicht zutrifft, denn die öffentliche Popularität der von der finnischen Programmierer-Legende Linus Torvalds entwickelten Systemplattform steht im umgekehrten Verhältnis zu seiner Verbreitung. Die beschränkt sich – von der Szene der Computer-affinen Privatanwender einmal abgesehen – bisher im Wesentlichen auf Konzerne, Internet-Provider, Universitäten und Behörden; auf Institutionen also, in denen ausreichend fachkundiges IT-Personal vertreten ist, das ein komplexes Linux-Netzwerk einrichten und pflegen kann.

Der Linux-Alltag

Wer schon mal einen Linux-Server erfolgreich aufgesetzt hat weiß, wie viel Wissen und Erfahrung dazu nötig sind. Eine Linux Enterprise Distribution umfasst mehr als 2.000 Programm-Pakete, meist mit mehreren Komponenten für den gleichen Einsatzzweck. Aus all diesen Server-Anwendungen „bastelt“ sich der Linux-Fachmann Schritt für Schritt sein individuelles Netzwerk zusammen. Kein Linux-Netzwerk entspricht also dem anderen.

Woher aber weiß ein nicht Linux-geschulter IT-Administrator, welcher derzeit der beste Datei-, Mail- oder Web-Server ist? Nach welchen Kriterien soll er die Auswahl treffen? Wer nicht in der Open-Source-Szene zu Hause ist, scheitert meistens an folgenden drei Problemen: erstens, aus der Masse der verfügbaren Open Source-Projekte die richtigen auszuwählen, zweitens die Abhängigkeiten aller installierter Server-Komponenten zu durchschauen und drittens das Update-Management zu beherrschen. Geht das nicht einfacher?

Die Collax Strategie „Simply Linux“

Was IT-Abteilungen von Großkonzernen an Open-Source-Software schätzen – die Freiheit, diese Software optimal an die eigenen, firmeninternen Bedürfnisse anzupassen – ist für mittelständische Unternehmen eher ein Hemmschuh als ein Vorteil für den Einsatz von Linux und Open Source auf dem Server. Denn ohne fundiertes Linux-Wissen und ausgebildete Linux-Administratoren ist das nicht möglich.

Dem begegnet Collax mit seiner „Simply Linux“-Strategie und löst damit genau die drei Probleme, die kleine und mittelständische Unternehmen vor dem Einsatz von Linux zurück schrecken lässt: Collax wählt die besten in der Open-Source-Szene verfügbaren Server-Anwendungen aus, überprüft ihrer Abhängigkeiten und integriert die Server-Software in das Betriebssystem. Damit die Server-Software ohne Linux-Wissen bedient werden kann, hat Collax zudem ein einfaches Verwaltungswerkzeug entwickelt, über das die Server-Lösung eingerichtet und gewartet werden kann. Updates werden gebündelt zur Verfügung gestellt und garantieren immer das reibungslose Zusammenspiel aller integrierter Server-Anwendungen. Abgerundet wird der Service durch fachkundigen Support.

Darüber hinaus sind Collax Server offen für alle Systemwelten und lassen sich problemlos in schon bestehenden Windows-, Linux- und Macintosh-Netzwerke integrieren. Collax richtet sich mit seinen Produkten an kleine und mittelgroße Unternehmen, die Linux einsetzen möchten, aber nicht über das nötige Fachwissen verfügen. Aber auch an Großunternehmen, die in ihren Abteilungen und Filialen Serverlösungen benötigen, die von der Firmenzentrale aus aktualisiert und gewartet werden können, ist die Lösung gerichtet.

Auswahl der Server-Anwendungen

Während andere Enterprise-Distributionen durch die schiere Masse an Software beeindrucken, wählt Collax aus den verfügbaren Open Source-Anwendungen die besten Software-Pakete aus und integriert diese in seine Serverlösungen. Collax nennt dies „Managed Selection“. Daher sind im Collax Business Server, dem Allround-Produkt, auch „nur“ 220 Software-Pakete enthalten. Durch die geringe Anzahl sinkt nicht nur die Komplexität der Server-Lösung sondern auch ihr Verwaltungs- und Wartungsaufwand. Der Kunde gewinnt außerdem zusätzliche Sicherheit, da die Gefahr von fehlerhaften Konfigurationen oder nicht erfüllten Abhängigkeiten schrumpft. Dass es bei einer Distribution weniger auf die Masse als auf die Qualität der Programme ankommt, ist bei Collax Strategie.

Verwaltung per Mausklick

Die zweite Schwierigkeit, ein Linux-Netzwerk am Laufen zu halten, sind die komplexen Abhängigkeiten der installierten Server-Komponenten. Was fehlt, ist ein übersichtliches und simpel zu handhabende Verwaltungswerkzeug, mit dem sich die vielfältigen Server-Anwendungen einheitlich konfigurieren und administrieren lassen.

Collax hat dafür eine übersichtliche, einfache zu bedienende Web-basierte Benutzeroberfläche entwickelt. Diese Benutzeroberfläche, die Collax GUI (Graphical User Interface), ist die Schaltzentrale jeder Collax Serverlösung. Über sie werden alle Netzwerk- und Dienstekonfiguration per Checkboxen oder Drop-down-Menüs eingerichtet. Auf diese Weise verbirgt die Collax GUI die gesamte Komplexität von Linux und Open Source vor dem Anwender. Somit benötigt der Administrator weder spezielle Linux- respektive Open Source-Kenntnisse, noch muss er sich mit den Details der Rechtevergabe oder anderer Zugangsbeschränkungen plagen. Vornehmen muss er lediglich Standardeinstellungen, die er mit integrierten Installationsassistenten (Wizards) schnell und simpel einstellen kann.

Die kleinen Wizards helfen beispielsweise bei der Einrichtung des Internet-Zugangs, Intranets, Web-Proxys, Backups, oder des Mail- und Datei-Servers. Die einfache Bedienung der Serverlösung über die Collax GUI wird durch die feste Integration der Server-Anwendungen in das Betriebssystem und ihre Verzahnung untereinander („Managed Integration“) möglich. Auf diese Weise sind alle Abhängigkeiten, die für einen fehlerlosen Betrieb unerlässlich sind, gewährleistet. Dies ermöglicht die Automatisierung von Prozessen, die bei anderen Linux-Distributionen für jede Server-Anwendung einzeln eingestellt werden müssen, wie beispielsweise das Anlegen von neuen Nutzern oder die Integration eines neuen Druckers.

Sicherheit durch ein fertig geschnürtes Update-Paket

Auch bei der Wartung heißt es bei Collax „Simply Linux“. Während andere Linux-Anbieter Updates und Bugfixes für alle Komponenten einzeln bereitstellen, schnürt Collax diese in einem integrierten und gesicherten Update zusammen („Managed Maintenance“). Der Vorteil: Bevor Collax ein Update zur Verfügung stellt, überprüfen die Entwickler alle Abhängigkeiten zwischen den Server-Anwendungen und gewährleisten diese.

Ist ein neues Update verfügbar, werden die Kunden per E-Mail benachrichtigt. Zum Aktualisieren der Serverlösung muss der Administrator anschließend nur noch in der Collax GUI auf den Knopf „Update“ klicken und schon wird das Update-Release in das System eingespielt. Dies kann, auf Kundenwunsch, auch der Collax Vertriebs- und Service-Partner per Fernwartung übernehmen. Das System ermittelt dann automatisch, welche Server-Anwendungen gegebenenfalls neu gestartet oder in ihrer Konfiguration angepasst werden müssen und führt dies durch.

Der zweite Vorteil dieses Update-Managements ist die Möglichkeit, in einem Update ganze Anwendungen durch andere ersetzten zu können. Entscheidet die Entwicklungsmannschaft von Collax, dass beispielsweise der integrierte Mailserver nicht mehr der beste auf dem Markt verfügbare ist, wird diese Komponente komplett durch eine bessere ersetzt. Der Kunde merkt von diesem Austausch nichts, denn alle Dienste und Verknüpfungen, die an den Mailserver gekoppelt sind, aktualisieren sich nach dem Einspielen des Updates automatisch mit der neuen Server-Software.

Auch der Support ist gewährleistet, Level 1 und 2 übernehmen die von Collax ausgebildeten und zertifizierten Reseller oder Systemintegratoren, Level 3 Support stellen die Techniker von Collax sicher.

Das Allround-Produkt: Der Collax Business Server

Auf Basis flexibler und leistungsfähiger Open Source Server-Anwendungen bietet das Allround-Produkt von Collax, der Collax Business Server, alle Funktionen rund um Sicherheit, Netzwerkinfrastruktur und Kommunikation. Das Funktionsspektrum des Collax Business Servers reicht vom Datei-, Mail-, Fax-, Proxy- und Web-Server über Router und VPN (Virtual Private Network) bis hin zum Firewall- und Anti-Viren-Server sowie Anti-Spam- und Web-Content-Filter.

Möglich ist ein Betrieb aller Dienste auf ein und derselben Hardware, aufgrund von Sicherheitsaspekten wird allerdings die physische Trennung der Sicherheits-Anwendungen von den anderen Server-Anwendungen empfohlen. Der Collax Business Server ist als reine Software-Version, aber auch vorkonfiguriert auf einer Hardwareplattform erhältlich. Und wie es sich für Linux gehört, fühlt sich der Collax Business Server auf jeder x86-Hardware-Plattform zu Hause.

Das Fundament des Collax Business Server ist ein Linux-Betriebssystem, in dem die besten, so genannten „Best-of-Breed“, Open Source-Komponenten integriert sind. Das Betriebssystem selbst heißt Pynix und ist eine Collax-eigene Linux-Distribution. Die Benutzerdatenverwaltung basiert auf OpenLDAP (Lightweight Directory Access Protocol), das alle modernen Server-Betriebssysteme unterstützt und die Integration des Collax Business Servers in bereits bestehende Netzwerksverzeichnisse mit Active-Directory (Microsoft) ermöglicht.

Jede Server-Lösung ist so sicher wie ihre Firewall. Die Firewall des Collax Business Server baut auf dem Netfilter-Projekt auf und schützt mit Paketfiltern und Stateful-Inspection vor unbefugten Zugriffen und Hackerangriffen aus dem Internet. Oft wird der Collax Business Server als VPN-Gateway eingesetzt. Dazu muss ein VPN (Virtual Private Network), eine gesicherte Verbindung über das Internet, eingerichtet werden.

Über OpenSWAN, eine Open Source Software für die Einrichtung eines VPN, können Heimarbeitsplätze mit dem Zentral-Server verbunden werden. Dies ist auch für Server in Abteilungen und Filialbetrieben möglich, so dass Verzeichnisse beispielsweise automatisch synchronisiert werden können. Auch die mobile Anbindung von Außendienstmitarbeitern via Laptop, Smartphone oder PDA ist möglich. Und das alles sicher und zuverlässig, da die Datenübertragung auf IPSec (Internet Protocol Security), dem derzeitigen Standard für sichere VPN-Datenübertragung, beruht. Alternativ kann auch die gesamte Verschlüsselung des Datenverkehrs auf OpenSSL basieren, mit dessen Hilfe nach dem derzeitigen Stand der Technik ebenfalls die Authentifizierung, Identifizierung und Vertraulichkeit von elektronischen Daten sichergestellt wird.

Bei den Server-Anwendungen sind alle in der Open Source-Szene etablierten Open Source-Komponenten im Collax Business Server anzutreffen. Der Datei-Server läuft auf den Source-Codes von Samba, ProFTP bietet Up- und Download-Management von Dateien via FTP (File Transfer Protocol). Der Web-Server Apache fungiert als Middleware, die den Client Web-Browser plattformunabhängig mit den Intra- und Internet-Diensten des Collax Business Server verbindet.

Squid hat sich bei vielen Internet-Providern als Open Source-Server für Proxy-Funktionalität durchgesetzt und übernimmt im Collax Business Server folgende Aufgaben: Als Proxy-Server holt er alle Web-Seiten aus dem Internet über die „Firewall“-Funktion hinweg ab, filtert unerwünschte Seiten nach einem bestimmten Regelwerk aus und erlaubt oder sperrt definierten Rechnern den Zugang ins Internet. Besonders bei Web-Anwendungen werden so genannte LAMP-Applikationen, eine Kombination aus dem Betriebssystem Linux, dem Web-Server Apache, der Datenbank MySQL und der Programmiersprache PHP, immer populärer und sind innerhalb weniger Minuten auf dem Collax Business Server startklar.

Wer den Collax Business Server als Mail-Server nutzt, setzt auf die Technologie von Fetchmail, Cyrus und Postfix, ebenfalls bewährte Open Source-Projekte. HylaFax ermöglicht das Versenden von Mail zu Fax und Fax zu Mail. SpamAssassin ist standardmäßig integriert und schützt die Server-Lösung vor Spam.

Die Technologie von Collax ermöglicht es, Software-Anwendungen proprietärer Hersteller in Form von Modulen für den Collax Business Server bereit zu stellen. Zur Verfügung stehen derzeit Module für Virus-Protection, Web-Content-Filtering und Groupware.

Der Collax Open-Xchange Server

Obwohl der Collax Business Server ein All-in-one-Server ist, nutzen viele Unternehmen nur eine begrenzte Auswahl der enthaltenen Services, beispielsweise VPN oder Groupware. Collax hat auf die Kundenwünsche und -bedürfnisse reagiert und wird in Zukunft dedizierte Serverprodukte anbieten.

Die erste dedizierte Server-Lösung ist der Collax Open-Xchange Server. Bei der Entwicklung dieser Groupware-Lösung hat Collax besonderes Augenmerk auf die Anwenderfreundlichkeit gelegt. Auch hier führen Installations-Assistenten den Administrator durch den Konfigurationsprozess des gesamten Netzwerks – mit nur wenigen Mausklicks ist das komplette Betriebssystem aufgesetzt. Anschließend wird die Collaboration-Software, wie auch beim Collax Business Server, über die Collax GUI eingerichtet, so auch der Spam- und optionale Virenfilter, ebenso wie das Backup-System zur zuverlässigen Sicherung der E-Mails. Problemlos fügt sich der Collax Open-Xchange Server in sämtliche bestehenden Netzwerkinfrastrukturen ein.

Der Funktionsumfang der Groupware-Lösung umfasst neben den Grundfunktionen wie dem Austausch und der Verwaltung von E-Mails, Terminen und Kontakten auch weitergehende und voll integrierte Dienste zum Dokumentenaustausch, zur Aufgaben- sowie zur Projektsteuerung. Software-Module zum Aufbau einer Wissensdatenbank, ein Forum zur Diskussion, eine Pinnwand zur Veröffentlichung von Ideen sowie ein Werkzeug zur Weitergabe von nützlichen Bookmarks runden den Leistungsumfang ab. Alle Informationen können betriebssystemunabhängig über jeden beliebigen Webbrowser bearbeitet werden. Zusätzlich unterstützt der Collax Open-Xchange Server auch Standard-Clients wie Microsoft Outlook.

Fazit

Simply Linux heißt, die Vorteile der Open Source Software mit einer einfachen Verwaltungsschnittstelle zu kombinieren und die Komplexität einer Server-Lösung vor dem Anwender zu verbergen. Dies leistet die Technologie von Collax, die dem Administrator das Kopfzerbrechen über mögliche Abhängigkeiten oder einer bestimmten Reihenfolge bei der Konfiguration erspart. Somit ist Collax die erste auf Linux basierende Lösung für Unternehmen, die die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Robustheit von Open Source-Software mit einer hoch integrierten und einfach zu handhabenden Verwaltung verbindet. Die Komplexität bei der Bedienung und Wartung entfällt, was die Collax Systeme vor allem für den Einsatz in kleinen und mittelgroßen Unternehmen oder Abteilungen und Filialbetrieben von Großunternehmen ohne Linux Know-how prädestinieren.

Über die Autorin

Dr. Petra Gulz ist seit 1997 freie Autorin in München. Arbeitete sie zu Beginn als freie Redakteurin und Buchautorin für Weltbild und Ravensburger, berichtet die promovierte Umweltnaturwissenschaftlerin heute vor allem aus den Bereichen Linux und Open Source. Ihre Schwerpunkte dabei sind Fachartikel, Anwenderberichte aus dem IT- und Dienstleistungssektor sowie Unternehmensporträts.

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