SDN mit Network Function Virtualization – ein Traumpaar Wann macht Software-Defined Networking Sinn? Für jeden?

Autor / Redakteur: Johannes Weingart / Ulrike Ostler

Software-Defined Networking (SDN) zusammen mit Ethernet Fabrics-Lösungen stellen zweifelsohne Technologien dar, die Unternehmen dabei helfen, die Herausforderungen unserer Zeit zu realisieren.

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Die Virtualisierung greift um sich. Laut Brocade hat das viele gute Gründe.
Die Virtualisierung greift um sich. Laut Brocade hat das viele gute Gründe.
(Bild: Brocade)

Wachstum und Wettbewerb, Big Data und Cloud Computing, Mobile Carrier und Datenverkehr – die Liste lässt sich an dieser Stelle beliebig fortführen. Unternehmen müssen sich den extremen Bedingungen, die den Markt heute maßgeblich beeinflussen, stellen und reagieren. Klassische Netzwerk-Architekturen können aber Innovationen bei Anwendungen und Dienstleistungen nicht länger optimal unterstützen.

Doch ist Software Defined Networking (SDN) die richtige Richtung? Für jeden?

Bei SDN geht es um mehrere, unterschiedliche Themen. Zum einen wird das eigentliche Netz virtualisiert wodurch voneinander getrennte Sub-Netze gebildet werden können. Dies ist an sich keine neue Technik, vorhandene Lösungen (VLAN) werden aber durch SDN deutlich erweitert.

Neues Flow-Management

Zum anderen geht es um neue Ansätze im Bereich Flow Management. Mit SDN (OpenFlow) können die Wege der Datenpakete von der Quelle bis zum Ziel zentral gesteuert werden. Durch die so genannte Ende-zu-Ende-Sicht lassen sich die Verkehrsflüsse deutlich besser steuern.

Des Weiteren beinhaltet SDN das Thema Orchestrierung – die gesamte Steuerung der IT-Infrastruktur (Server, Storage und Netz) aus einem zentralen System heraus. Auch hier lassen sich durch Automatisierung und Programmierbarkeit Lösungen finden, ohne die flexible Cloud Infrastrukturen nicht denkbar wären.

Benutzerfreundlichkeit und Effizienz

SDN erlaubt neue, flexible und kostengünstige Lösungen im Bereich der IT-Infrastruktur, die bisher nicht für möglich gehalten wurden. Es lassen sich selbst komplexe Topologien und Datacenter-Cluster über einfach zu handhabende, grafische Oberflächen steuern und überwachen.

Dies kann bis zum Kundenportal gehen, über das der Endkunde Rechenzentrums-Funktionen abruft. Diese lassen sich dann automatisch implementieren und deren Bereitschaft online anzeigen.

Netzwerke selbst werden durch Anwendungen programmierbar und können unmittelbar den geschäftlichen Anforderungen angepasst werden. Dadurch entstehen auch Vorteile in Sachen Effizienz, da Betriebskosten verringert und der Energieverbrauch reduziert werden.

Der beste Weg

Allerdings ist es sinnvoll SDN mit NFV (Network Function Virtualization) zu kombinieren. Bei NFV handelt es sich um den Ersatz von dezidierter Hardware durch spezialisierte Software-Lösungen. Damit kann zum Beispiel ein physischer Load Balancer durch eine entsprechende Software (Virtual Load Balancer) ausgetauscht werden. Diese läuft dann auf einer eigenen Virtual Maschine oder auf einem dedizierten Server.

Mit NFV und SDN sind zukunftsorientierte Unternehmen auf der richtigen Fahrspur, sagt Johannes Weingart von Brocade.
Mit NFV und SDN sind zukunftsorientierte Unternehmen auf der richtigen Fahrspur, sagt Johannes Weingart von Brocade.
(Bild: Brocade)

Die Vorteile von SDN in Kombination mit NFV sind klar, darüber wurde schon zu genüge diskutiert. Wann aber sollten Unternehmen SDN und NFV implementieren? Gibt es Vorschriften oder Regeln, an denen sich Unternehmen orientieren können?

SDN rechnet sich

Spätestens aber wenn Unternehmensnetzwerke an ihre Grenzen stoßen und Betriebskosten explodieren, wird klar, dass neue technologische Lösungen notwendig werden. Zweifelsohne: Das Netzwerk wird durch SDN skalierbarer, flexibler und anpassungsfähiger.

Für Unternehmen, die Virtualisierung und Cloud Computing anstreben, stellt SDN die optimale Grundlage dar, um die Vorteile für ihr Unternehmensnetzwerk voll und ganz auszuschöpfen. Das bedeutet: einfachere Verwaltung, keine manuelle Konfiguration der Hardware mehr und zentrale Steuerung des Datenverkehrs im Netzwerk. Damit rechnet sich die Implementierung von Software-Defined Networking alleine schon, da erheblich Geld und vor allem auch Zeit eingespart werden.

Das zukunftsorientierte Netzwerk

Unternehmen befinden sich in einem konkurrierenden Wettbewerb und müssen ihre geschäftlichen Anforderungen im Auge behalten, um am Markt mithalten zu können. Die Bedeutung, die dem Netzwerk dabei zukommt, ist hoch.

Zudem lässt sich die IT von heute längst nicht mehr mit jener von vor 10 Jahren vergleichen. Der Grund sind die geänderten Anforderungen. Statt einzelner, spezialisierter Aufgaben im Rahmen der Unternehmensabläufe müssen heutige Cloud-Rechenzentren höchst unterschiedliche Einzelaufgaben für eine große Anzahl an Kunden erfüllen.

Zusätzlich muss die Servicebereitstellung in Minuten/Stunden und nicht in Wochen/Monaten erfolgen. Software-Defined Networking ist die Antwort auf diese Herausforderungen und erlaubt neue Dienste und Anwendungen zuverlässig und schnell bereitzustellen. Durch den Fokus auf ein Cloud-optimiertes, skalierbares und adaptives Netzwerk können Netzwerkbetreiber die Hürden ihres Alltags überwinden.

Der Autor:

Johannes Weingart ist Senior Product Manager bei Brocade.

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