Cloud Computing mit Open Source auf virtualisierter Standard-Hardware Vor dem Start in die Cloud erst die Hausaufgaben machen

Autor / Redakteur: Malcolm Herbert * / Florian Karlstetter

Bei jeder Unterhaltung mit einem IT-Experten kommt heutzutage unweigerlich das Thema Cloud Computing zur Sprache. Cloud Computing ist eine der großen Wellen, die vieles in der IT-Branche durcheinanderwirbeln. Die wichtigsten Antriebskräfte in diesem Fall sind Open-Source-Software und virtualisierte Standard-Hardware.

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Malcolm Herbert, Director, Strategy & Solutions bei Red Hat: Sorgfältige Planung und durchdachtes Vorgehen sind Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung einer Cloud-Strategie.
Malcolm Herbert, Director, Strategy & Solutions bei Red Hat: Sorgfältige Planung und durchdachtes Vorgehen sind Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung einer Cloud-Strategie.

Cloud Computing eröffnet Unternehmen attraktive Möglichkeiten, ihre IT-Betriebskosten zu senken und Business-Lösungen zu nutzen, die zuvor nicht erschwinglich waren. Wichtig ist jedoch, sich nicht von der allgemeinen Euphorie anstecken zu lassen und voreilige Entscheidungen zu treffen.

Wie jede andere Neuerung in der IT-Branche, ist auch Cloud Computing kein Selbstläufer. Neue Lösungen sollten so eingeführt werden, dass Anwender sie akzeptieren und die bereits genutzte IT-Infrastruktur weiterhin vollständig funktionsfähig und verwaltbar bleibt. Die Cloud-Strategie muss die vorhandenen Investitionen schützen und den Unternehmen die Freiheit lassen, bei Bedarf neue Technologien einzubinden, um die Infrastruktur erweitern zu können. Für diesen evolutionären Ansatz bietet die Flexibilität von Open-Source-Lösungen sehr gute Voraussetzungen.

Cloud Computing ist hochdynamisch und flexibel genug, um den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden zu können. Auch eine mobile Nutzung mit den unterschiedlichsten Endgeräten ist problemlos möglich.

Letztlich geht es bei Cloud Computing um das Management einer Vielzahl virtueller Images – sie werden angelegt, gespeichert, ihre Versionsstände überwacht und vieles mehr. Dabei den Überblick über die unterschiedlichen Versionen, die Patches und Konfigurationseinstellungen zu behalten, ist alles andere als trivial.

Der Vorteil von Standards

In Anbetracht derart komplexer Systemmanagement-Anforderungen sind Standards, unterstützt durch eine standardisierte Open-Source-Betriebssystemumgebung, von größter Bedeutung. Sie trägt entscheidend dazu bei, dass Unternehmen die maximalen Vorteile von Cloud Computing nutzen können. Damit lässt sich die unvermeidliche Komplexität unter Kontrolle bringen, wenn sich die Zahl der Konfigurationsvarianten auf den unterschiedlichsten Systemen vervielfacht hat.

Je komplexer die Infrastruktur wird, desto weniger führt am Einsatz eines standardisierten Betriebssystems für Cloud Computing ein Weg vorbei. Steigt die Zahl der eingesetzten heterogenen Plattformen, lohnt sich ein Audit und die Migration auf eine standardisierte Betriebssystemumgebung. Es macht keinen Sinn, eine inhomogene IT-Landschaft und ineffektive Prozesse in die Cloud zu verlagern.

Fakt ist, dass die meisten IT-Infrastrukturen über die Jahre ad hoc entstanden sind, indem hier einige Server und dort zusätzliche Speichersysteme hinzukamen. Ein Beispiel dafür sind Unternehmen mit einer langen Unix-Historie, die zudem oft noch unterschiedliche Derivate in den verschiedenen Fachabteilungen nutzen. Gerade solche Szenarien mit stark fragmentierten Konstellationen, die umfangreiche Management-Ressourcen beanspruchen, profitieren am stärksten von standardisierten, durchgängigen Betriebssystemumgebungen wie Red Hat Enterprise Linux. Durch die Möglichkeiten, viele Tätigkeiten zu automatisieren, vereinfachen sie den Verwaltungsaufwand erheblich.

Offene Betriebssysteme fördern die Standardisierung und vereinfachen eine Migration in die Cloud. Im Vorteil sind Unternehmen, die ihre Server- und Storage-Umgebungen weitgehend virtualisiert und die ersten Self-Service- und Abrechnungsmodelle für Fachabteilungen implementiert haben. Von hier ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Cloud Computing.

* Malcolm Herbert ist Director, Strategy & Solutions bei Red Hat

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