OpenStack veröffentlicht zum Frühjahrs-Summit eine Anwenderbefragung

Vor allem zählen Standardisierung und Offenheit

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Fast alle Anwender verwenden den Nova-Kern von OpenStack. 90 bis 39 Prozent verwenden außerdem die Module Keystone (Identity), Glance (Image), Neutron (Networking) und Horizon (Dashboard). Es folgen Cinder (Block Storage, 68 Prozent), Heat (Orchestration, 68 Prozent), Ceilometer (Telemetry, 60 Prozent) und Swift (Object Storage, 53 Prozent). Wenig verbreitet sind Ironic (Bare Metal), Trove (Database), Sahara (Processing), Designate (DNS) und Magnum (Containers). Umgekehrt gilt aber das meiste Interesse gerade den letztgenannten, weniger verwendeten Module sowie auffälligerweise Manila (Shared File Systems) und Murano (Application Catalog).

Wozu OpenStack genutzt wird

Die meisten Anwender nutzen OpenStack in der Praxis für Softwareentwicklung und -tests (44 Prozent). 35 Prozent betreiben Infrastructure-as-a-Service. 29 Prozent nutzen es für Webservices und E-Commerce. Bei 20 Prozent und weniger liegen Verwendungen für NFV, Storage/Backup, Big-Data-Analysen/Data Mining/Hadoop und ERP/CRM.

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Mehr als ein Drittel der aktuelle OpenStack-Anwender zieht unmodifizierte Pakete direkt vom Projekt vor. Ein Viertel hat OpenStack aus einer Herstellerdistribution. Jeder fünfte hat modifizierte Pakete, vor allem aufgrund von eigenen Bugfixes und wegen Erweiterungen. Für die Installation von OpenStack hat Ansible auf Puppet aufgeholt, womit beide nun bei 30 Prozent liegen. Um den dritten Platz wetteifern Fuel und Juju. Kubernetes ist das beliebteste Tool zum Management von OpenStack-Anwendungen, gefolgt von Cloud Foundry und OpenShift.

Das Heimspiel für Open-Source-Datenbanken

Mit riesigem Vorsprung ist KVM der bevorzugte Virtualisierungs-Hypervisor. Bei den Datenbanken führt noch MySQL mit 35 Prozent, aber vor allem MariaDB hat um sechs Punkte aufgeholt und kommt jetzt auf 29 Prozent. Darauf folgen mit jeweils 24 Prozent MongoDB und MariaDB Galera Cluster.

Ubuntu Server ist bei 55 Prozent der fertigen OpenStack-Installationen das Betriebssystem. An zweiter Stelle liegt CentOS mit 27 Prozent vor Red Hat Enterprise Linux mit 20 Prozent. Alle anderen Betriebssysteme liegen im niedrigen einstelligen Bereich.

OpenStack ist keineswegs nur etwas für Großunternehmen

Fast die Hälfte der OpenStack-Umgebungen arbeitet mit zehn bis 99 Nodes. Mit weniger kommen 28 Prozent aus, und 18 Prozent haben 100 bis 999 Nodes. Sechs Prozent sind sogar noch größer. Ziemlich ähnlich verteilt, aber natürlich eine Nummer größer ist die Zahl der Prozessor-Cores. 26 Prozent haben zehn bis 99 Cores, 42 Prozent verfügen über 100 bis 999 Cores, und 21 Prozent arbeiten mit 1000 bis 9999 Cores. Fast genau so verteilt sich die Zahl der Instanzen.

Aufschlussreich sind Angaben zur Nutzung der einzelnen Module. So wird das Object Storage bei mehr als der Hälfte der Anwender für Backup, Container, VM-Images und Anwendungsdaten genutzt. Big Data nennen erst ein Drittel der Anwender. Das Networking-Modul Neutron findet vor allem Verwndung für Software-Lastverteilung, verteiltes virtuelles Routing, DNS-Auflösung und VRRP-basierendes HA-Routing.

OpenStack gilt als komplex, und es gibt, wie erwähnt Kritik an der Dokumentation. Wichtig ist sie zweifelsfrei: Zwei Drittel der Anwender verwenden die OpenStack-Dokumentation (docs.openstack.org) mindetens einmal pro Woche, ein Fünftel sogar täglich.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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