Datacenter-Revolution im Kellerloch

Von CoreOS kommt das Betriebssystem für Cloud-Rechenzentren

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Die Docker-Alternative

Ein weiteres Open-Produkt, an dem CoreOS kontinuierlich arbeitet, ist „rkt“ (sprich: Rock it), laut Polvi das erste Containerformat, das der Application Content Specification des Open Container Project entspricht. Es ist eine Alternative zur gegenwärtig gehypten, proprietären Containertechnik Docker.

Die einzelnen Komponenten sollen sich dank sauberer Schnittstellen einfach zu einem Ganzen zusammenfügen lassen.
Die einzelnen Komponenten sollen sich dank sauberer Schnittstellen einfach zu einem Ganzen zusammenfügen lassen. (Bild: CoreOS)

Mit rkt-Containern lassen sich flexibel Mikroservices bereitstellen und zu immer neuen Services für Kunden zusammensetzen. Das entspreche der Philosophie des Cloud-Zeitalters, in der es nicht mehr um die Compute-Leistung gehe, sondern vor allem um die der Applikationen, sagt Polvi.

Entscheidungsmechanismen für unsichere Situationen

Schließlich steckt CoreOS maßgeblich hinter dem Open-Source-Projekt „etcd“, einem verteilten Key-Value-Speicher , der in der Sprache „Go“ geschrieben ist und mit dem sich verteilte Systeme konsistent halten lassen. Ziel von etcd ist es, möglichst kleine Datenbits extrem hochverfügbar zu machen.

Das andere Zookeeper

etcd steckt in „Pivotal Cloud Foundry“ genau wie in Googles Container-Management-Software „Kubernetes“. Die Anwendung verwendet so genannte Kohäsionsalgorithmen. Diese ermöglichen bessere, sicherere Entscheidungen bei unsicheren Entscheidungssituationen, wie sie etwa in der Echtzeitsteuerung von Maschinen auftauchen können.

Rund 500 auf GitHub gelistete Projekte nutzen etcd bereits. Eine Alternative zu etcd ist das Apache-Projekt „Zookeeper“, das allerdings auf Hadoop-Umgebungen beschränkt ist.

Sein bisheriger Erfolg scheint CEO Polvi nicht sonderlich zu kümmern. Gefragt, warum man in einem, nun ja, Rattenloch residiere, beantwortet der Manager mit überzeugender Schlichtheit: In dem frühen Stadium, in dem sich sein Unternehmen befinde, sei es ganz einfach angemessen, auf Luxus zu verzichten und alle Mittel in die Produktentwicklung zu stecken.

Wer weiß, was geschähe, wenn sich die heutigen Giganten der IT-Branche einmal auf diese Devise zurückbesinnen würden. Doch damit ist wohl kaum zu rechnen.

* Ariane Rüdiger ist freie Journalsitin in München.

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