Ciscos Rechenzentrums-Strategie

Vom Router-König des Internets zurück ins Wachstumsfeld Rechenzentrum

24.06.2009 | Autor / Redakteur: Thorsten Riedl / Rainer Graefen

Cisco will durch gute Kommunikations-Dienste wachsen.
Cisco will durch gute Kommunikations-Dienste wachsen.

Der Marktanteil eines Unternehmens lässt sich immer verbessern. Cisco-Chef John Chambers kennt auch nach 14 Jahren im Amt noch 26 Wachstumsfelder. Für die Konkurrenten stellt sich allerdings die Frage, ob er in ihren Revieren wildern will.

Um ein Haar hätte Cisco-Chef John Chambers seine Rolle gewechselt: Er stand kurz davor vom Klempner des Internet zum Klempner der ganzen Nation zu werden. Chambers kämpfte im vergangenen Jahr Seite an Seite mit US-Präsidentschaftskandidat John McCain.

Im Fall eines Sieges des Republikaners hätte er Finanzminister werden sollen. Daraus wurde nichts. Barack Obama ist neuer Präsident der Vereinigten Staaten – finanziert auch von Spenden Chambers, wie es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten üblich ist.

Nun bleibt der 59-Jährige, ohnehin einer der dienstältesten Vorstandschefs eines Technologiekonzerns, an der Spitze von Cisco – und lässt erst gar keine Zweifel an Amtsmüdigkeit aufkommen, auch nicht daran, dass die Zeiten des Netz-Klempners vorbei sind.

Wachstum ist an vielen Stellen möglich

Nicht weniger als 26 Wachstumsfelder als Chambers für seinen Konzern identifiziert. Eine Rolle im Markt für Server ist nur eines der möglichen Zukunftsfelder. Mit annähernd 30 Milliarden US-Dollar in Ciscos Kriegskasse sind ausreichend Reserven für eine rasche Expansion vorhanden.

Klempner des Internet. Ein Titel, der beim ersten Hören etwas despektierlich klingt. Doch kein Unternehmen hat sich die Auszeichnung mehr verdient als Cisco. Vor 25 Jahren wurde das Unternehmen von einer Handvoll Wissenschaftler der US-Elitehochschule Stanford University ins Leben gerufen – in San Francisco, daher der Firmenname und das Logo, das stilisiert die Golden Gate Bridge zeigt.

Die High-Tech-Tüftler waren es damals leid, zwischen verschiedenen Computernetzen keine Daten verschicken zu können. Die Idee für das Unternehmen war geboren. Seither spielen die Ingenieure von Cisco mit Stammsitz im Herzen des Silicon Valleys, im kalifornischen San Jose, eine bedeutende Rolle für das Internet.

Chance verpasst: Millionär mit Cisco-Aktien

Über die Router und Switches von Cisco läuft ein Großteil des Datenverkehrs im weltweiten Netz. Kein Unternehmen verkauft mehr von diesen Knotenrechnern. Der legendäre Ruf von Cisco baut nicht zuletzt auf der New-Economy-Blase im Internet.

Ende der 90er-Jahre galt das Unternehmen als das profitabelste in der Computerindustrie überhaupt. Vom Börsengang 1990 bis 1999 verfünfundsiebzigfachte sich der Aktienkurs.

Die jungen Unternehmen der Internetwirtschaft erlebten ihren Goldrausch – und Cisco lieferte die Spitzhacken und Schaufeln in Form von Routern und Switches für diesen bis dato nicht gekannten Aufschwung. Der Netzausrüster war zeitweise das wertvollste Unternehmen der Welt.

Doch als die Blase zum Jahrtausendwechsel platzte, Luftschlösser sich auflösten, geriet auch Cisco ins Trudeln. Das Unternehmen machte zum ersten Mal in der Firmengeschichte Verlust und musste Mitarbeiter entlassen, ebenfalls ein Novum zu dieser Zeit.

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