Die Splunk-Vorhersagen für 2017

Vom Guten und vom Schlechten

| Autor: Ludger Schmitz

(Bild: S. Hofschleger / pixelio.de)

Manches zeichnet sich bereits 2016 deutlich ab und dürfte manifest werden. Von Anderem waren bisher nur Ansätze zu sehen. Und Überraschungen gibt es auch – meinen Experten von Splunk.

Lernende Systeme, der Aufstieg von Container-Technologien, das Topmanagement interessiert sich für DevOps und dunkle Darkweb-Geschäfte: In 2017 erhält die Digitalisierung von geschäftlichen Prozessen noch einmal kräftig Schwung. Von Kriminellen wird sie aber auch als Waffe gegen Unternehmen eingesetzt. Splunk sagt die folgenden Entwicklungen voraus.

Maschinelles Lernen

Toufic Boubez, VP Engineering, Machine Learning, Splunk:

Vorausschauende analytische Systeme im Unternehmen entwickeln sich verstärkt in Richtung Prävention. Im Industrie-4.0-Bereich wird Predictive Maintenance im Produktionseinsatz bestimmend sein. Unternehmen setzen bereits verstärkt auf Automatisierung, um Geschäftsprozesse schnell und effizient auszuführen. Maschinelles Lernen wird sie dabei unterstützen, in puncto Intelligenz noch einmal nachzulegen.

Die bedeutendste Rolle spielt diese technologische Entwicklung im Industrieumfeld. Umsatz, Effizienz, Sicherheit: In keiner anderen Branche hängen diese Faktoren so stark von Maschinen ab. Durch maschinelles Lernen werden diese Firmen detaillierte Informationen über die Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen und Systeme erhalten. Mit der Technologie lassen sich Wartungszyklen vorhersagen: Unternehmen können dadurch Maschinendefekte und Störungen reduzieren. Außerdem lässt sich die Instandhaltung für kaum genutzte Maschinen auf das Notwendige begrenzen. Hohe Zusatzkosten werden so vermieden.

Sicherheit

Haiyan Song, SVP Security Market, Splunk:

2017 werden sich riesige Ransomware-Marktplätze im Darkweb bilden, auf denen die Schadprogramme als Commodity für jedermann zum Kauf oder zur Miete bereitstehen. Eine große Gefahr geht von der weltweit agierenden und wachsenden Cybercrime-Industrie aus: Sie arbeitet daran, für Ransomware-Tools eine Wertschöpfungskette aufzubauen, um hohe Profite zu erzielen. Diese Aktivitäten spielen sich im Darkweb ab. Kriminelle können dort Cyberattacken in Auftrag geben oder die Technologie dafür kaufen. Gewinne aus vorangegangenen Angriffen werden damit neu investiert, um die Tools weiterhin zu verbessern und noch höhere Profite zu erwirtschaften.

Vor dem Hintergrund dieser Gefahrenlage suchen Unternehmen nach dynamischen Systemen mit Echtzeitanalysen. Diese unterstützten sie dabei, Ransomware-Bedrohungen sofort in Ihrem Security-Nervenzentrum zu erkennen. Bis sie über solche Technologien verfügen, müssen Firmen ihre Risikotoleranz analysieren und abwägen, welche Systeme am wichtigsten sind und deshalb den stärksten Schutz benötigen. Darüber hinaus sollten sie ihre Business-Continuity-Pläne überprüfen: So können Unternehmen sicherstellen, dass kritische IT-Infrastrukturen sowie betriebsentscheidende Daten vor kriminellem Zugriff und anschließender Verschlüsselung geschützt sind.

IT

Rick Fitz, SVP, IT Markets, Splunk:

Container-Technologie ist im IT-Betrieb nicht mehr wegzudenken. Mit ihr lassen sich Dev-Ops-Ansätze verwirklichen sowie Cloud-, PaaS- und Web-Scale-Projekte umsetzen. Allem Anschein nach wird Docker in dieser Kategorie den ersten Platz für sich beanspruchen. Generell: Container definieren eine komplett neue Komponente im IT-Stack, und gliedern diese in die minimalste Einheit. Firmen sind sich sowohl der Vorteile als auch der Herausforderung bewusst, Container einzusetzen – vor allem in den Bereichen Sicherheit und Performance in Applikationen. 2017 kommt es darauf an, Container richtig steuern und orchestrieren zu können, um einen geschäftlichen Mehrwert aus dieser Technologie zu erhalten

DevOps

Rick Fitz, SVP, IT Markets, Splunk:

DevOps wird nicht mehr nur als Handwerksarbeit angesehen, sondern kommt im industriellen Maßstab zum Einsatz. Es ist davon auszugehen, dass das obere Management DevOps in seinen Verantwortlichkeitsbereich zieht und den unternehmensweiten Einsatz vorantreibt. Bis jetzt hat sich DevOps durch Bottom-Up-Ansätze verbreitet. Das funktioniert jedoch nur bis zu einer bestimmten Entscheidungsebene. Die Zeit für einen Top-Down-Wandel ist gekommen: Entscheider aus dem Vorstand wie CEO und CIO wollen DevOps besser verstehen. Dabei geht es nicht nur um die Stärkung von Mitarbeitern und flexible Arbeitsstrukturen, sondern auch um klare Verantwortungsbereiche.

Cloud

Praveen Rangnath, Senior Director, Cloud Marketing, Splunk:

2017 werden Unternehmen für ihre Cloud-Strategien noch stärker auf Mischansätze setzen: Sie wählen sowohl Public als auch Private Cloud, entscheiden sich sowohl für Hosted-Services als auch On-Premise-Umgebungen und nutzen die Dienste verschiedener Cloud-Provider. Außerdem entwickeln Anbieter ständig neue Features für Cloud-Infrastrukturen. Dadurch reduziert sich die Herstellerabhängigkeit. Firmen können die Implementierungs-Modelle auswählen, die für ihr Geschäft am besten funktionieren.

Für die Zukunft heißt das: Anbieter setzen mehr Cloud-agnostische Dienste ein, die sich für zahlreiche Provider und Strategien eignen. Außerdem werden viele Unternehmen in langfristige Cloud-Partnerschaften investieren. Sie setzen darauf, dass ihre Partner mit anderen Akteuren im Cloud-Ökosystem zusammenarbeiten, um Kunden noch leistungsfähigere Lösungen anzubieten.

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